Der Bedarf an Rohöl wird nach Einschätzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) noch rund 25 Jahre lang steigen. Das teilte die Organisation bei der Vorstellung ihres Welt-Öl-Ausblicks 2017 in Wien mit. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass sich die Zahl der weltweit zugelassenen Autos bis 2040 mit rund zwei Milliarden fast verdoppeln werde.

Auch wenn alternative Antriebe zumindest in den reichen Ländern an Bedeutung gewännen, seien 2040 insgesamt rund 85 Prozent aller Fahrzeuge auf Benzin oder Diesel angewiesen. Die Opec rechnet mit einer Steigerung des Rohölbedarfs von aktuell 95,4 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag auf 111,1 Millionen Barrel pro Tag.

Während die Ölnachfrage in den 35 meist hoch entwickelten OECD-Mitgliedsländern abnehmen werde, steige sie aufgrund des Bevölkerungswachstums und des breiteren Wohlstands in den Schwellenländern an. Im Szenario bis 2040 werden allein China und Indien mit einem Plus von 11,9 Millionen Barrel am Tag veranschlagt. Andere Teile Asiens sowie Afrika sorgten ihrerseits zusammen für ein Plus von 7 Millionen Barrel am Tag.

Energiewende und schwache Wirtschaft dämpfen Nachfrage in Europa

Im gleichen Zeitraum gehen die Opec-Experten von einem Minus von 2,6 Millionen Barrel am Tag in Europa aus. Eine Rolle spiele hier die wachsende Zahl an Elektroautos, aber auch ein voraussichtlich schwächeres Wirtschaftswachstum bei abnehmender Bevölkerung.

Insgesamt werde die Nachfrage langfristig verhaltener. In China wachse vor allem der Dienstleistungssektor, während die Bedeutung der auf Öl angewiesenen Schwerindustrie abnehme. Dagegen zeichneten sich Regionen wie Indien, der arabische Raum und Afrika mit ihrer jungen, aufwärts strebenden Bevölkerung durch einen weiter hohen Bedarf aus.