Der Beitragssatz für die gesetzliche Rente sinkt Anfang kommenden Jahres voraussichtlich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Das teilte der Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Alexander Gunkel, mit. Die Bundesregierung dürfte den Schritt per Verordnung vollziehen.

Grund für die positiven Rentenfinanzen sind die gute Konjunktur und Beschäftigungslage. Bis zum Jahr 2022 könnten die Rentenbeiträge dann voraussichtlich stabil bleiben. 2023 dürfte er wieder auf 18,7 Prozent steigen. Für 2024 wird eine Steigerung auf 19,8 Prozent vorausgesagt. Dann dürfte der Beitragssatz mit dem Eintritt weiterer geburtenstarker Jahrgänge in die Rente schrittweise weiter steigen, bis er im Jahr 2030 bei 21,6 Prozent liegen soll.

Die etwa 21 Millionen Rentner können im Sommer zudem mit einem Plus von gut drei Prozent rechnen. Das RedaktionsNetzwerk Deutschland hatte unter Berufung auf den neuen Rentenversicherungsbericht vorab über die wahrscheinliche Rentenerhöhung berichtet. Demnach werde zum 1. Juli 2018 ein Rentenplus von 3,09 Prozent im Westen sowie 3,23 Prozent im Osten erwartet. Der Rentenbericht soll in der kommenden Woche im Kabinett behandelt werden.

Jamaika-Runde erwägt Senkung der Rentenbeiträge

Für einen "Standardrentner", der 45 Jahre lang durchschnittlich verdient und entsprechend Beiträge geleistet hat, würde die Erhöhung etwa 43 Euro mehr pro Monat bedeuten. Endgültig festgelegt wird die Rentenerhöhung für 2018 erst im kommenden Frühjahr, wenn Daten zur Lohnentwicklung 2017 vorliegen. Laut Bericht werden die Renten in Deutschland bis 2031 um insgesamt 36 Prozent steigen – im Schnitt um gut zwei Prozent pro Jahr.

Die Reserve der Rentenversicherung sinkt derzeit und lag Ende September bei 28,9 Milliarden Euro, wie die Rentenversicherung mitteilte. Im August waren es noch 29,6 Milliarden. Gleichwohl sei das Rentenpolster immer noch etwas besser gefüllt als bislang erwartet. In den ersten neun Monaten des Jahres seien die Pflichtbeiträge aus Erwerbstätigkeit um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen.

In den Jamaika-Parteien wird darüber nachgedacht, den Rentenbeitrag von derzeit 18,7 Prozent zu senken. Bis 2030 soll das Rentenniveau, so die Vorgaben, nicht unter 43 Prozent sinken und die Beiträge nicht über 22 Prozent steigen. Das Rentenniveau ist das Verhältnis der Standardrente nach 45 Jahren Arbeit zum aktuellen durchschnittlichen Bruttoeinkommen. Das liegt derzeit bei gut 3.000 Euro im Monat.