Hurrikans in der Karibik, Überschwemmungen in Asien, Dürre in Teilen Afrikas: 2017 könnten die Schäden durch extreme Wetterlagen einen neuen Rekordwert erreichen. Insgesamt werden die Kosten dieses Jahr auf mehr als 200 Milliarden Dollar geschätzt – und sie treffen vor allem die Menschen in armen Ländern, die keine Mittel haben, sich zu schützen. Stürme, Trockenheit oder Starkregen rauben im Extremfall Menschen ihre Existenz. Versicherungen gegen die Auswirkungen von Klimakatastrophen können einen vor dem Ruin schützen. Doch vor allem in Entwicklungsländern fehlt den Menschen das Geld, um solche Versicherungen abzuschließen. Die Bundesregierung will ihnen helfen. Sie nennt die Lösung InsuResilience. 

Bei dem von Deutschland initiierten Projekt machen inzwischen auch andere Länder mit. Gemeinsam will das Bündnis vor allem armen Menschen helfen, sich gegen die Auswirkungen von Wetterkatastrophen zu wappnen. Am Dienstag wurde InsuResilience auf der UN-Klimakonferenz in Bonn vorgestellt. Das konkrete Ziel: 400 Millionen arme und sogenannte verwundbare Menschen bis 2020 gegen Klimaschäden versichern.

Deutschland sagt 107 Millionen Euro zu

Im Fall des Falles soll beispielsweise der Ausfall der Ernte kompensiert werden. Die Initiative gibt es bereits seit 2015, neu ist, dass das Projekt zu einer globalen Partnerschaft ausgebaut wird. Die Bundesregierung verspricht 125 Millionen Dollar in den Topf einzuzahlen, umgerechnet sind das etwa 107 Millionen Euro. Insgesamt stehen bereits 550 Millionen Dollar zur Verfügung, weitere finanzielle Zusagen von anderen Ländern werden auf dem Klimagipfel erwartet.

Erstmals wird die Initiative gemeinsam von unterschiedlichen Industrie- und Entwicklungsländern unterstützt. Unter ihnen Fidschi, das den Bonner Klimagipfel leitet und InsuResilience gemeinsam mit deutschen Regierungsvertretern vorgestellt hat, Madagascar, die G20 und die in den V20 zusammengeschlossenen besonders verwundbaren Länder. Unterstützt wird die Initiative außerdem von Versicherern wie Allianz und Münchner Rück, internationalen Organisationen wie der Weltbank, dem UN-Entwicklungsprogramm UNDP und Nichtregierungsorganisationen wie Care und Nature Conservancy.

Das Hilfswerk Brot für die Welt lobte die Initiative. Sie sei "ein gutes Beispiel dafür, wie arme Staaten bei der Bewältigung von klimabedingten Zerstörungen unterstützt werden können", sagte Sabine Minninger, die Klimaexpertin der Organisation auf dem Kilmagipfel. Sie betonte aber auch, dass Versicherungen nicht als Universallösung taugen würden: "Gegen die langfristigen Folgen der Klimaveränderungen wie beispielsweise den Anstieg des Meeresspiegels gibt es keinen Versicherungsschutz."

Genauso sieht das Peter Höppe, Leiter der Georisikoforschung bei der Münchner Rück, für die Klimapolicen auch ein wichtiges Geschäft darstellen:  "Versicherungen sind nicht der einzig sinnvolle Weg." Sie könnten einen Beitrag leisten, wenn Prävention und Anpassung an den Klimawandel versagten. Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig forderte auf dem Gipfel die reichen Länder als die Verursacher des Klimawandels dazu auf, die Prämien für künftige Klimarisikoversicherungen zumindest teilweise zu übernehmen.