Dieselaffäre - VW-Manager muss sieben Jahre ins Gefängnis Ein US-Gericht hat einen ehemaligen VW-Manager für seine Rolle im Abgasskandal verurteilt. Zu sieben Jahren Haft kommt eine Geldstrafe von 400.000 Dollar. © Foto: Hannes Breustedt/dpa

Der VW-Manager Oliver Schmidt ist in den USA zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Zudem muss der Manager, der bei dem Automobilkonzern von Februar 2012 bis März 2015 in leitender Funktion für Umweltfragen in den USA zuständig war, eine Geldstrafe von 400.000 Dollar (knapp 340.000 Euro) zahlen. Damit ist Schmidt der zweite VW-Mitarbeiter, der in den USA wegen seiner Verwicklung in den Abgasskandal zu einer harten Strafe verurteilt wurde. Er hatte sich im August schuldig bekannt und sitzt bereits seit Januar in Haft.

Schmidt war im Januar vom FBI in Miami festgenommen worden. Der 48-jährige Deutsche hatte seine Mittäterschaft beim "Dieselgate"-Skandal zunächst abgestritten, im August bekannte er sich jedoch schuldig und ging einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein. Dadurch wurden mehrere Anklagepunkte gestrichen, über die nun das Bezirksgericht in Detroit entschied. Vor Schmidt wurde bereits der VW-Ingenieur James Liang verurteilt, der als Kronzeuge mit den Ermittlern kooperiert hatte.

Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben – Schmidt soll laut Anklage mindestens eineinhalb Jahre zuvor von den Manipulationen gewusst haben. Die rechtlichen Konsequenzen auf Konzernebene sind durch Vergleiche mit Klägern in Nordamerika, für die VW inzwischen mehr als 25 Milliarden Euro an Kosten für Strafen und Entschädigungen verbucht hat, weitgehend abgeschlossen. Nun versuchen die US-Behörden, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die meisten Beschuldigten dürften für die Ermittler jedoch schwer zu fassen sein. Sie werden in Deutschland vermutet, von wo ihnen wohl vorerst keine Auslieferung droht.

Durch Schmidts Schuldbekenntnis reduzierte sich das Strafmaß erheblich. Von ursprünglich elf Anklagepunkten wurden neun fallen gelassen. Unter anderem wurde der besonders gravierende Vorwurf "Betrügerischer Einsatz von Telekommunikationsmitteln" zurückgenommen. Allein dafür hätte Schmidt Haft bis zu 20 Jahren gedroht. Die potenzielle Haftstrafe in allen Anklagepunkten hätte sich im Extremfall auf 169 Jahre summiert. Übrig blieben nur noch die Vorwürfe der Verschwörung zum Betrug gegen die USA, Überweisungsbetrug und Verstöße gegen das Gesetz für saubere Luft. Dafür verhängte das Gericht dann die Höchststrafe. Schmidts Anwalt hatte auf maximal 40 Monate Gefängnis und 100.000 Dollar Strafe plädiert.