Für den weiteren Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens werden bis 2030 knapp drei Milliarden Euro benötigt. Das sagte Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof im Berliner Abgeordnetenhaus. Unabhängig davon entstünden zusätzliche Kosten durch die Verschiebung der Eröffnung, wie beispielsweise Betriebskosten für die Anlage und fehlende Einnahmen aus Ladenvermietung und Landegebühren. Der Willy-Brandt-Flughafen soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen.

Im Moment habe die Flughafengesellschaft aber noch Geld zur Verfügung, sagte Sudhof, die dem Aufsichtsrat des BER angehört. Ein Darlehen der Gesellschafter in dreistelliger Millionenhöhe sowie ein Bankdarlehen von mehr als einer Milliarde Euro seien demnach noch nicht genutzt worden. Sudhof zufolge wird der Flughafen im Betrieb sehr profitabel sein. 

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will die Kapazität des BER bis 2030 auf 55 Millionen Passagiere pro Jahr verdoppeln. Eine neue Finanzplanung soll es im Frühjahr 2018 geben. Die Kosten für das Flughafen-Projekt sind seit dem Baubeginn 2006 von zwei auf nun 6,5 Milliarden Euro gestiegen – zum Teil auch wegen der deutlichen Vergrößerung des Airports.

Eigentlich sollte der Flughafen nach fünf Jahren Bauzeit 2011 in Betrieb gehen. Sämtliche Eröffnungstermine sind seitdem jedoch nicht eingehalten worden, weil Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme abzuarbeiten sind. Besonders der Brandschutz macht Schwierigkeiten. Die geplante Inbetriebnahme 2012 musste deshalb vier Wochen vorher abgesagt werden.