Der Boom beim Wohnungsneubau in Deutschland geht zu Ende. Davon geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung in einer Prognose aus, die am Mittwoch veröffentlicht wird. Nach Wachstumsraten von jährlich teilweise mehr als zehn Prozent werde der Zuwachs bei den Neubauten von Wohnungen "stark an Dynamik verlieren", heißt es demnach in der Studie, die jährlich im Auftrag des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung erstellt wird.  

Ein Grund für die Entwicklung ist der Erhebung zufolge das knappe Bauland in gefragten Lagen. Außerdem werde der Wohnungsbau in Deutschland künftig auch von steigenden Zinsen und den erheblich gestiegenen Grundstückspreisen gebremst werden. Wegen der weiterhin starken Nachfrage werden die Baupreise dem DIW zufolge auch 2018 und 2019 voraussichtlich um jährlich mehr als drei Prozent steigen.

Als weiteren Faktor führt die Studie laut SZ an, dass die Bauwirtschaft bereits an der Grenze ihrer Kapazitäten arbeite und es zunehmend schwerer werde, Fachleute zu beauftragen. Die Wartezeiten zur Beauftragung von Handwerkern haben sich im vergangenen Jahr besonders in Großstädten deutlich verlängert.

Baubranche profitiert

Die starke Nachfrage nach Immobilien unterstützte zuletzt die Baubranche. Im Oktober lagen die Umsätze im Bauhauptgewerbe um 4,5 Prozent über dem Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent. Absolute Zahlen nennt die Statistik nicht. 

Das Bauhauptgewerbe, das den Bau von Häusern, Straßen und Leitungen umfasst, profitiert schon länger von der Entwicklung bei den Immobilien. 2016 war der Umsatz der Branche das sechste Jahr in Folge gestiegen. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die Branche die höchsten Erlöse seit 20 Jahren.