1. Trump ist so unbeliebt wie kaum ein Präsident vor ihm

Kein US-Präsident seit 1945 war so unbeliebt wie Donald Trump – sogar Richard Nixon stand besser da. Derzeit stimmen lediglich 39 Prozent der Wähler der Art und Weise, wie er seinen Job macht, zu.

Verlassen kann Trump sich lediglich auf die religiösen Gruppen, die ihm den Einzug ins Weiße Haus gesichert haben: Unter den Evangelikalen hatte Trump im Dezember nur noch eine Zustimmungsrate von 61 Prozent. Allerdings scheint sich auch bei ihnen die Stimmung langsam zu ändern. Noch im Februar gaben 78 Prozent an, hinter dem Präsidenten zu stehen. Interessant wird es, wenn man das Alter der Befragten berücksichtigt: Je älter die US-Bürger sind, desto eher sprechen sie sich für Trump aus. Bei den unter 30-Jährigen ist die Ablehnung am höchsten.

Barack Obama, der in seinem ersten Amtsjahr mit den Folgen der Finanzkrise kämpfte, hatte zwölf Monate nach der Amtsübernahme eine Zustimmungsrate von rund 50 Prozent. Bill Clinton kam zum selben Zeitpunkt auf rund 54 Prozent. Clinton hatte da gerade schärfere Kontrollen für Waffenbesitzer beschlossen und mit "Don’t Ask, Don’t Tell" ein Gesetz verabschiedet, das es Homosexuellen ermöglichte, im Militär zu dienen, sofern sie ihre Sexualität nicht öffentlich machten. 

2. Trump schiebt weniger ab

Donald Trump hat den Kampf gegen die illegale Einwanderung zum Kernthema seiner Präsidentschaft gemacht. An der Grenze zu Mexiko sollte eine Mauer gebaut werden, wer illegal im Land war, sollte jederzeit mit seiner Abschiebung rechnen müssen. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt verabschiedete der Präsident ein Dekret, mit dem Budget und Personal der zuständigen Behörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) deutlich aufgestockt werden sollten.

Zugleich hob der Präsident Anweisungen seines Vorgängers auf, nach denen sich die Behörden auf Personen mit kriminellem Hintergrund konzentrieren sollten. Ab sofort musste jeder, der keine gültigen Papiere vorweisen konnte, mit der Abschiebung rechnen. Trump wird seinem Ruf aber nicht gerecht: Die Zahl der Abschiebungen infolge von Festnahmen durch die ICE ist zwar deutlich gestiegen – insgesamt bleibt Trump aber hinter Barack Obama zurück. Unter seinem Vorgänger wurden 2016 mehr Menschen in ihre Heimatländer abgeschoben als im ersten Trump-Jahr.

3. Trump regiert verstärkt per Dekret

Bereits 2016 hatte Donald Trump den damaligen Präsidenten Barack Obama dafür kritisiert, Entscheidungen im Alleingang zu treffen. "Obama kommt nicht mal mit seiner eigenen Partei zurecht und unterzeichnet stattdessen ein Dekret nach dem anderen", sagte Trump damals. Auch im Wahlkampf stellte Trump den damaligen Präsidenten immer wieder als wild gewordenen Diktator dar, der seine liberale Agenda mit Gewalt und gegen den Willen der Amerikaner durchsetze. Doch die Statistik zeigt: Schon jetzt liegt Präsident Trump mit der Zahl seiner Dekrete deutlich vor seinem Amtsvorgänger.

Nur Bill Clinton und Dwight Eisenhower, der zwischen 1953 und 1961 im Amt war und in den ersten elf Monaten 60 Verfügungen unterschrieb, entschieden in den ersten Monaten ihrer Amtszeit noch häufiger im Alleingang als Donald Trump. Trump nutzte das politische Instrument unter anderem, um die Finanzmittel für Obamacare zurückzufahren, Umweltauflagen abzuschaffen, die Ressourcen zur Verfolgung illegaler Einwanderer aufzustocken und die Einreise von Menschen aus mehrheitlich muslimischen Ländern zu verhindern.

4. Trump pusht die Wirtschaft – wirklich?

Es vergeht kaum ein Tag, an dem Trump nicht darüber twittert, wie gut es der amerikanischen Wirtschaft gerade gehe. Natürlich sei allein er dafür verantwortlich – seine Politik "Make America Great Again" wirke. Aber stimmt das wirklich?

Die US-Wirtschaft durchlebt bereits seit Längerem einen kräftigen Boom und wächst mit mehr als drei Prozent. Der Aufschwung hat aber schon lange vor Trumps Vereidigung als Präsident begonnen. Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze ist im Vergleich zum letzten Amtsjahr seines Vorgängers Barack Obama sogar leicht niedriger.

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Am letzten Handelstag des Jahres 2017 liegt der Dow Jones bei 24719 Punkten. Ein Jahr zuvor lag der Aktienindex bei 19.762 Punkten.


Was sich deutlich nach oben bewegt hat, ist der Aktienmarkt. Der Dow Jones steht mittlerweile bei über 24.000 Punkten. Der S&P 500, der die 500 wichtigsten US-Unternehmen umfasst, ist auf fast 2.800 Punkte gestiegen. An der Börse wird die Zukunft gehandelt: Trumps Politik – verlockend niedrige Steuern, Abschaffung von Umwelt- und Arbeitsschutzvorschriften, die Einführung von Handelsbeschränkungen – weckt die Hoffnung auf noch mehr kurzfristiges Wachstum in den USA. Die langfristigen Kollateralschäden spielen für die Kapitalmärkte und Donald Trump dagegen nur eine untergeordnete Rolle.