Die Eurofinanzminister haben weiteren Hilfsmilliarden für Griechenland zugestimmt. Das Land habe nahezu alle bisher vereinbarten Reformmaßnahmen umgesetzt, teilte der neue Eurogruppenvorsitzende Mário Centeno mit. Unter der Voraussetzung, dass die letzten Schritte noch vollzogen werden, sollten demnach ab Februar rund 6,7 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Mit dem Geld sollen unter anderem ausstehende Rückstände beglichen werden. Außerdem sollen finanzielle Rücklagen für die Zeit nach dem Hilfsprogramm aufgebaut werden.

Die Finanzminister der 19 Euroländer hatten sich zuvor mit Experten über die Freigabe beraten. Bedingung für die Auszahlungen des Geldes ist die Erfüllung von 110 Reformschritten. Dies verlangen die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Eurorettungsfonds ESM. Derzeit liege das Land bei 95, doch würden es ständig mehr, sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici.

Zeit der Abhängigkeit geht zu Ende

Griechenland ist seit 2010 von internationalen Geldgebern abhängig. 2015 vereinbarte die griechische Regierung mit den Europartnern ein drittes Hilfspaket über bis zu 86 Milliarden Euro. Bisher hat Griechenland 40,2 Milliarden Euro erhalten.

Nach Einschätzung von EU-Wirtschaftskommissar Moscovici nähert sich die "lange Zeit der Abhängigkeit von Finanzhilfen" dem Ende. "2018 wird für Griechenland ein entscheidendes Jahr werden", so Moscovici. "Die griechische Wirtschaft ist jetzt widerstandsfähiger."