Die Gemeinde Davos in der Schweiz hat einen Protest linker Gruppen während des Weltwirtschaftsforums (WEF) untersagt. Der Neuschnee der vergangenen Tage blockiere Straßen und öffentliche Plätze, hieß es in einer Mitteilung. Die "äußerst engen Platzverhältnisse" ließen eine Kundgebung nicht zu.

Der Antrag für den Protest kam von Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei und der Grünen Partei der Schweiz. Sie wollten am Donnerstag nahe dem Bahnhof Davos Platz demonstrieren, der etwa einen Kilometer vom Veranstaltungsort entfernt liegt. Der Protest sollte sich gegen den Besuch von US-Präsident Donald Trump richten. Trump soll am Freitag eine Rede beim Weltwirtschaftsforum halten. In Davos treffen sich jährlich Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, um über globale Themen zu debattieren.

Auch weitere Demonstrationen sind verboten worden. Die Gemeinde teilte mit, Demonstrationen und freie Meinungsäußerung seien wichtig. Man erwarte jedoch Verständnis für die aktuell außerordentlichen Verhältnisse. In dem Ort schneite es seit Tagen fast ohne Unterbrechung, meterhohe Schneeberge säumten die Straßen. Nebenstraßen seien teilweise überhaupt nicht oder nur noch einspurig befahrbar. 

Die Anführerin der Jungen Sozialisten der Schweiz, Tamara Funiciello, kritisierte die Begründung für das Protestverbot als fadenscheinig. Die Demonstration wäre möglich gewesen, wenn die Gemeinde sie erlauben wollte, sagte Funiciello. Stattdessen hätten sich die Behörden der "globalen Elite" gebeugt.

Funiciello kündigte an, ihre Gruppe suche nun nach anderen Möglichkeiten des Protests. Einige Aktivisten wollen zunächst am Dienstag gegen Trump demonstrieren – allerdings nicht in Davos, sondern in Zürich.