Von den Folgen aus Umweltzerstörung und Klimawandel geht die größte Gefahr für die Menschheit aus. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Risks Report 2018, den das Weltwirtschaftsforum (WEF) eine Woche vor seinem jährlichen Treffen in Davos vorgestellt hat. Bereits zum zweiten Mal in Folge bewerten 1.000 Risikoexperten extreme Wetterphänomene als gefährlicher als zum Beispiel Cyberangriffe oder zwischenstaatliche Konflikte.

Die Experten gaben für ihre Bewertung an, für wie wahrscheinlich sie das jeweilige Bedrohungsszenario halten und wie groß dessen Auswirkungen seien würden. Demnach sind extreme Wetter sehr wahrscheinlich und können potenziell sehr großen Schaden anrichten. Es folgen Naturkatastrophen und das "Versagen der Menschheit", sich an den Klimawandel und dadurch verursachte Migration anzupassen. Eine Wasserkrise und der Kollaps von Ökosystemen werden ebenfalls als ernste Gefahren angesehen. Als einziges Top-Bedrohungsszenario, das nicht von der Umwelt ausgeht, werden Cyberattacken angeführt. Durch Massenvernichtungswaffen droht dem Bericht zufolge zwar größter Schaden, doch schätzen die Experten deren Einsatz als eher unwahrscheinlich ein.

Sorgen um wirtschaftliche Sorglosigkeit

Insgesamt sieht das WEF dem Bericht zufolge im Vergleich zu den Vorjahren ein steigendes Bedrohungsszenario. Die Sorge vor wirtschaftlichen Risiken hat allerdings deutlich nachgelassen. Doch ebendiese Sorglosigkeit beunruhigt die Experten, im Bericht warnen sie vor zu viel "Selbstzufriedenheit".

"Eine anhaltende wirtschaftliche Erholung gibt uns die Möglichkeit, die globalen Herausforderungen wie geschwächte Institutionen, Gesellschaften und Umweltzerstörung anzugehen. Eine Chance, die wir nicht leichtfertig verpassen dürfen", sagt Klaus Schwab, Präsident des WEF.

Am unteren Ende der "Gefahren-Matrix" stehen unkontrollierbare Inflation, Deflation, Schwarzhandel, ein Schock bei den Energiepreisen und negative Folgen des technischen Fortschritts – alles laut Experten nicht besonders wahrscheinlich und übermäßig bedrohlich.

Gemeinsam mit dem Global Risks Report präsentiert das WEF auch eine Liste von Szenarien, die "potenzielle zukünftige Schocks" darstellen und als eine Gedankenanregung für Politiker weltweit gedacht sind. So solle man sich beispielsweise auf mögliche drohende Ernteausfälle, Artensterben etwa durch Überfischung vorbereiten. Auch drohe eine "neue Welle des Populismus", die den sozialen Zusammenhalt selbst in gestandenen Demokratien treffen könnte.