Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist alarmiert über rechte Betriebsräte in seiner Belegschaft. "Wir verfolgen diese Entwicklung mit Sorge", sagt Zetsche der Süddeutschen Zeitung, "das lässt uns nicht kalt." Führende Mitglieder der Arbeitnehmervertretung Zentrum Automobil stehen unter dem Verdacht, Sympathien für den Nationalsozialismus zu hegen. Darüber hatten jüngst diverse Medien berichtet. Das Thema ist besonders brisant, da von März bis Mai die turnusmäßigen Betriebsratswahlen in Deutschland anstehen und sich das Zentrum Automobil gute Chancen auf zusätzliche Sitze im Betriebsrat ausrechnet. 

Im Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim hat das Zentrum Automobil bereits vier von 45 Betriebsratssitzen inne, schreibt die Zeitung. Das seien jetzt schon fast zehn Prozent. Mit der anstehenden Wahl könnten es noch einmal mehr werden, schließlich sei die Organisation selbstbewusster und finanziell besser ausgestattet denn je. 

Im Internet behauptet das Zentrum Automobil sogar, dass sich "über 300 Kollegen an fünf Daimler-Standorten" zur Wahl stellen würden. Zusätzlich gebe es weitere 200 Personen "in verschiedenen Branchen und Unternehmen, verstreut über die gesamte Bundesrepublik", die antreten würden. Die Gruppe ist überdies bereits bei BMW in Leipzig und Opel in Rüsselsheim vertreten und unterhält eigenen Angaben zufolge Kontakte zu Kollegen bei Audi.