Das Wirtschaftswachstum hat sich in Deutschland zum Jahresende leicht verringert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg das Bruttoinlandsprodukt im Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,6 Prozent. In den drei Monaten davor hatte es noch ein Plus von 0,7 Prozent gegeben.

Nach Einschätzung der Bundesbank ist die Entwicklung auch auf zwei Brückentage im Oktober zurückzuführen. Die Notenbank kommt in ihrem jüngsten Monatsbericht zu einem insgesamt positiven Fazit: "Der in der Grundtendenz starke und breit abgestützte konjunkturelle Aufschwung in Deutschland wird dadurch nicht beeinträchtigt."

Das Statistische Bundesamt bestätigte auch vorläufige Daten, wonach das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um 2,2 Prozent zugelegt hat. Dies war demnach das stärkste Plus seit sechs Jahren. Damit wuchs die deutsche Wirtschaft das achte Jahr in Folge.

Exporte entscheidend

Getragen wurde das Wachstum zum Jahresende laut der Statistikbehörde vor allem vom Außenhandel. Die Erholung der Weltwirtschaft sorgt für steigende Nachfrage nach Waren made in Germany, Deutschlands Exportunternehmen erzielten 2017 das vierte Rekordjahr in Folge. Zudem investierten die Unternehmen zum Jahresende mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen. Die Investitionen in Gebäude sanken hingegen etwas.

Ökonomen rechnen in diesem Jahr mit einer Fortsetzung des Konjunkturbooms und erwarten ein kräftiges Wachstum von deutlich mehr als zwei Prozent. Die geschäftsführende Bundesregierung ging zuletzt von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 2,4 Prozent aus. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer sehr guten Verfassung", sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) kürzlich bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts.

Inflation leicht gesunken

Dazu dürfte vor dem Hintergrund von Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen auch der private Konsum beitragen. Hilfreich sind dabei auch langsamer steigende Verbraucherpreise, wodurch sich die Inflation in Deutschland leicht abgeschwächt hat. Dem Statistischen Bundesamt zufolge stiegen die Preise im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,6 Prozent – nach 1,7 Prozent im Dezember und 1,8 Prozent im November.

Für den leichten Rückgang wird die Entwicklung der Energiepreise verantwortlich gemacht. Kraftstoffe wie Benzin und Diesel kosteten 0,5 Prozent weniger als im Januar 2017, während sich Gas sogar um 1,3 Prozent verbilligte. Preistreiber waren vor allem Nahrungsmittel: Speisefette und -öle verteuerten sich um 15,2 Prozent, Molkereiprodukte um 10,3 Prozent und Obst um 8,3 Prozent. Bei Dienstleistungen gab es einen Preisaufschlag von 1,6 Prozent, bei Wohnungsmieten von 1,7 Prozent.