Deutschlands Exporte sind im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit 2011 nicht mehr. Die Unternehmen führten Waren im Rekordwert von 1.279,4 Milliarden Euro aus. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anhand vorläufiger Ergebnisse mit. Der Wert entspricht einem Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es ist das vierte Rekordjahr in Folge, stärker hatten die Ausfuhren zuletzt 2011 zugelegt (11,5 Prozent). 

Die Importe stiegen 2017 um 8,3 Prozent auf einen Wert von 1.034,6 Milliarden Euro. Da sie stärker stiegen als die Exporte, verringerte sich der insbesondere von den USA kritisierte Handelsbilanz-Überschuss der Bundesrepublik auf 244,9 Milliarden Euro. Es ist das erste Mal seit 2009, dass der Exportüberschuss zurückgegangen ist. Im Jahr 2016 hatte er den Höchstwert von 248,9 Milliarden Euro erreicht.

Deutschland exportiert seit Jahren mehr, als es einführt. Länder, die besonders viel importieren, kritisieren diesen Überschuss, weil so die Ungleichgewichte im Welthandel zunehmen.

Nach Einschätzung des Außenhandelsverbandes BGA steuert der deutsche Export auch im laufenden Jahr auf einen weiteren Rekord zu. Der BGA erwartete zuletzt ein Wachstum der Ausfuhren von etwa fünf Prozent auf die neue Bestmarke von rund 1.340 Milliarden Euro. Die Importe könnten nach der Prognose um sieben Prozent auf 1.104 Milliarden Euro ebenfalls weiter zulegen.