Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sucht im Handelskonflikt mit den USA eine schnelle Lösung. "Ich bin zuversichtlich, dass die EU und die USA bis zum Sommer zu einem vernünftigen Kompromiss finden können", sagte Altmaier dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. So will er gemeinsam mit der US-Regierung gegen Überkapazitäten auf dem weltweiten Stahlmarkt vorgehen, die ihren Ausgangspunkt auch in China haben.

Laut Altmaier suche man "nach einer einheitlichen Linie im Kampf gegen Dumpingpreise und den Diebstahl geistigen Eigentums." Der Wirtschaftsminister will "Lösungen finden, die mit internationalen Handelsregeln vereinbar sind". Eine Neuauflage der Verhandlungen um das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP hält Altmaier allerdings für "unrealistisch".

Anfang März hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Stahl- und Aluminiumexporte in die USA mit Importzöllen zu belegen. Im Gegenzug erklärte die EU, sie wolle ihrerseits Zölle auf amerikanische Produkte verhängen. Altmaier war daraufhin zu Gesprächen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Wilbur Ross nach Washington geflogen. Er betonte, dass die USA weiterhin die Verbündeten Deutschlands seien und er deshalb einseitige Maßnahmen und einen Handelskrieg verhindern wolle. Inzwischen hat Trump angekündigt, die EU und einige andere Staaten von den Zöllen auszunehmen – allerdings nur bis Mai.