Die Gespräche zum Handelsstreit zwischen den USA und der EU haben noch keinen Durchbruch gebracht. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström konnte nach einem Gespräch mit US-Handelsminister Wilbur Ross lediglich die Fortsetzung der Gespräche auf Spitzenebene verkünden. "Wir haben uns darauf verständigt, unverzüglich einen Diskussionsprozess mit Präsident Trump und der Trump-Regierung über Themen in Gang zu setzen, die uns gemeinsam Sorgen bereiten", heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Malmström und Ross. Ziel sei es, gegenseitig akzeptable Ergebnisse so schnell wie möglich zu erzielen.

Malmström ist nach Washington gereist, um die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahlimporte und zehn Prozent auf Aluminiumeinfuhren für die EU-Länder doch noch abzuwenden. Die Zölle sollen an diesem Freitag in Kraft treten. Vor ihrer Abreise hat Malmström erklärt, sie wolle eine komplette Ausnahmeregelung für alle 28 Länder der EU erreichen. Mit diesem Ziel führte am Montag und Dienstag auch bereits der neue Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Gespräche in Washington. Später sagte Altmaier, ebenso wie nun Malmström, er sehe die Chance für eine Einigung.

Malmström wird in Washington noch mit Trumps Handelsbeauftragten Robert Lighthizer zusammenkommen. Dieser wurde von Trump damit betraut, mögliche Ausnahmeregelungen für bestimmte Länder auszuarbeiten.

So sagte Lighthizer vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses, Ausnahmen seien noch für Argentinien, Australien, Brasilien und Südkorea denkbar. Zuvor waren bereits Mexiko und Kanada genannt worden. Lighthizer sagte auch: "Niemand wird einen Handelskrieg gewinnen." Die Verhandlungen über Ausnahmen könnten sich bis Ende April hinziehen, sagte er.

EU hofft auf Durchbruch am Donnerstag

EU-Ratspräsident Donald Tusk äußerte sich in Brüssel vorsichtig optimistisch, dass die Europäische Union eine Ausnahme von den angekündigten US-Zöllen auf Stahl und Aluminium erhalte. "Ich habe gute Gründe anzunehmen, dass Kommissarin Malmström mehr erreichen wird, als wir das noch vor zwei oder drei Tagen annehmen konnten", sagte Tusk. Doch müsse man das endgültige Ergebnis in Washington abwarten. An diesem Donnerstag werde "alles klar sein".

Tusk sagte, es gehe darum, eine Störung der transatlantischen Beziehungen zu vermeiden. "Es steht viel auf dem Spiel", sagte er. Noch sei Zeit, verantwortungsbewusst zu handeln.