Der neue Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer empfindet den unvollendeten Hauptstadtflughafen in Berlin als Ärgernis. "Die ganze Welt lacht über diese Baustelle in unserer Hauptstadt, und ich mag es nicht, wenn Deutschland ausgelacht wird", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Aber ich kann eigentlich auch nur den Kopf schütteln."

Scheuer kündigte an, er wolle sich gemeinsam mit den Hauptverantwortlichen in Berlin und Brandenburg intensiv mit dem Zeitplan – also der zuletzt avisierten Eröffnung im Oktober 2020 – beschäftigen. "Es reicht mir nicht, immer nur zu hören: 'Das wird schon.'". Er wolle "das Thema hart anpacken".

Scheuer sprach sich zudem dafür aus, den innerstädtischen Flughafen Tegel auch nach der Eröffnung des BER weiterzubetreiben. "Berlin sollte noch mal überlegen, Tegel offen zu halten – und als zweites Terminal des BER zu nutzen", sagte der CSU-Politiker. Der Luftverkehr nehme schließlich zu, so Scheuer, der dabei auch auf das Ergebnis des Volksentscheids verwies, bei dem sich im vergangenen September 56,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler für einen langfristigen Flugbetrieb in Tegel ausgesprochen hatten. Der Senat führt indes rechtliche, betriebswirtschaftliche, finanzielle und stadtentwicklungspolitische Gründe dagegen an.

Der neue Flughafen BER sollte ursprünglich bereits vor neun Jahren eröffnet werden – Baumängel, Planungsfehler und Technikprobleme haben dies aber immer wieder verhindert. Zuletzt wurde auch über einen Abriss des BER diskutiert, wovor Scheuer indes warnt: "Ich vertraue darauf, dass die Restarbeiten gut erledigt werden. Wir sollten jetzt keine Abrissdebatte führen."