Wer von Armut betroffen ist, wird eher krank. Wer krank ist, wird eher arm. Ein Teufelskreis, der für den Einzelnen, wie für ganze Länder zutrifft. Auch fehlende Bildung ist ein Faktor, der den gerade beschriebenen Teufelskreis nährt. Denn diejenigen, die schlechter ausgebildet sind, haben meist noch schlechteren Zugang zu Gesundheitsressourcen. Anders herum führen Krankheit und Unterernährung zu verminderter Lernfähigkeit und verringern damit die Bildungschancen und den Zugang zu Arbeitsmärkten. Die Investition in hochwertige Bildungs- und Gesundheitsarbeit erhöht die Chance der betroffenen Länder, sich aus der Armutsfalle zu befreien. Lange Zeit konzentrierten sich die Entwicklungsbemühungen auf den Kampf gegen die ländliche Armut. In vielen Ländern Asiens und Lateinamerikas aber breiten sich inzwischen die städtischen Slums derart unkontrolliert aus, dass die Gesundheitsdienste völlig zusammenbrechen. Mit der Folge, dass die Menschen dort sogar eine höhere Sterberate zu erwarten haben als in den ländlichen Gebieten, aus denen sie gekommen sind. Deswegen müssen die Gesundheitseinrichtungen in den Städten besonders stark unterstützt werden. Ein Ziel der Deutschen Zusammenarbeit ist es, soziale Sicherungssysteme als Schutz vor Verarmung durch Krankheit oder Invalidität zu schaffen. In den besonders von AIDS betroffenen Ländern kann das nur durch die Zusammenarbeit zwischen privaten und öffentlichen Einrichtungen bewältigt werden. Die GTZ arbeitet beispielsweise in Südafrika mit Unternehmen wie Daimler/Chrysler zusammen. Dort werden spezielle Arbeitsplatzprogramme für Mitarbeiter entwickelt, die mit HIV infiziert oder an AIDS erkrankt sind. Und weil Ressourcen gebündelt besser wirken, hat die GTZ die „BackUp-Initiative“ ins Leben gerufen, die internationale Organisationen und lokale Akteure im Kampf gegen AIDS fachlich und finanziell unterstützt. Auf dem GTZ-Sommerseminar werden Erfahrungen aus der konkreten Arbeit in den Partnerländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa zusammengetragen. Wir hoffen, dadurch wertvolle Hinweise für unsere zukünftige Arbeit zu bekommen.