Währungskrise Euro stürzt auf Vierjahrestief
Die europäische Schuldenkrise hat den Euro auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren gedrückt. Die Börsen in Fernost gaben wegen der Euro-Schwäche deutlich nach.
© Toshifumi Kitamura/AFP/Getty Images

An der Tokioter Börse führte der Euro-Sinkflug zu Kursverlusten
Am Montagmorgen sank die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,2237 Dollar. So wenig war der Euro seit April 2006 nicht mehr wert. Ein Dollar kostete damit 0,8172 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,2492 (Donnerstag: 1,2587) Dollar festgesetzt.
Grund für den anhaltenden Sinkflug des Euro ist die europäische Schuldenkrise. "Mehr und mehr wird deutlich, dass die jüngsten Notmaßnahmen zwar die kurzfristigen Refinanzierungsrisiken beiseite gefegt haben", urteilte die HSH Nordbank. Die eigentliche Herkules-Aufgabe einer nachhaltigen Fiskaldisziplin bei höherer Wettbewerbsfähigkeit sei von den Euroländern aber noch zu erbringen. Die damit verbundene Unsicherheit lastet immer stärker auf dem Euro.
Anleger befürchteten vor allem, dass auch finanziell solide Staaten der Euro-Zone wie Frankreich oder Deutschland durch die von ihnen geleistete Milliarden-Hilfe etwa für Griechenland belastet würden. "Es gibt die Sorge, dass sie in etwas hineingezogen werden, dass unvermeidlich Auswirkungen auf europäische Aktien und schließlich die weltweite Wirtschaft haben wird", sagte ein Aktienstratege.
Die Sorgen über die Finanzstabilität in der Euro-Zone und das Vierjahrestief der europäischen Gemeinschaftswährung haben die Börsen in Fernost deutlich belastet. Anleger zogen ihr Geld aus den Aktienmärkten in die als weniger riskant geltenden Gold- und Anleihenmärkte ab.
Der schwächelnde Euro macht auch Exportweltmeister China zu schaffen. "Der Yuan hat in den vergangenen vier Wochen um etwa 14,5 Prozent gegenüber dem Euro aufgewertet", sagte ein Sprecher des Handelsministeriums. "Das erhöht den Kostendruck für die chinesischen Exporteure und beeinträchtigt auch Chinas Ausfuhren in die europäischen Länder."
Ein Euro kostete zuletzt 8,3815 Yuan und war damit so billig wie seit Ende 2002 nicht mehr. Dadurch verteuern sich die chinesischen Exporte in den Euro-Raum. China hat im vergangenen Jahr Deutschland als weltgrößte Exportnation abgelöst.
- Datum 17.05.2010 - 08:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
- Kommentare 23
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... aber ich glaube nicht das das eine so schlechte Nachricht ist.
Werden Importe teurer wird mehr in Europa produziert - was wieder Arbeitsplätze schafft.
Der EU und vorallem der Euromarkt hat hunderte Millionen von Menschen das ist ein gewaltiger Binnenmarkt.
Und sollte der Euro weiter fallen werden die Amerikaner ihn schon stützen.
Obama will die US-Export ankurbeln, also braucht er einen Euro der was Wert ist - muss sich halt (auch) darum auch kümmern.
Sicher unsere Politker können die Wirtschaft noch ruinieren.
Aber das sind UNSERE Politiker, nicht Spekulanten die jetzt die Wahl haben obs weitergeht oder obs zum grossen Krach kommt.
Und mit dem Rücken zur Wand haben sie zumindest die nötige Motivation.
Wenn nicht sei an frühere Revolutionen erinnernt. Die Welt das danach immer etwas besser aus.
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bleibt nicht viel übrig, als sich auf dem Aktienmarkt zurückzuziehen. Dass unsere Währung leidet ist die natürliche Folge. Fragt sich nur, ob und wann wir da wieder rauskommen mit diesen Problemlösungsstrategien... Reicht die Stützung aus? Ohne Stabilitätssignale keine Belebung.
.....dass Sie gegen die Industrie spekulieren wollen? Spekulanten sind böse.
.....dass Sie gegen die Industrie spekulieren wollen? Spekulanten sind böse.
.....dass Sie gegen die Industrie spekulieren wollen? Spekulanten sind böse.
"Euro stürzt auf Vierjahrestief" Damit hat DIE ZEIT auch ihren Anteil zur der derzeitigen dummbazelten Kriegspropaganda geleistet. Gratulation! Eigentlich erhebt DIE ZEIT ja den Anspruch, kühl zu analysieren und nicht der Kriegstreiberei zu frönen. Na, ja - am Krieg gegen das böse CO2 ist sie ja auch beteiligt.
Die politisch korrekte Meinung ist vielleicht lukrativer als die Analyse, welche ja eigene Vorurteile ins Wanken bringen könnte.
Aber bitte: Erklären Sie doch mal Ihren Lesern, was so schrecklich ist, dass man von einem Sturz sprechen muß. Ist es so schrecklich, dass den Schuldenhallodri im Süden der Zugang zu weiteren Schulden erschwert wird, dass auch dort das 1x1 der Haushaltsführung eingeführt wird? Matürlich macht der Entzug der Süßigkeit zunächst einmal keine Freude, die Zähne werden es später aber danken. In welchen zeitlichen Dimensionen wollen wir denken, denkt DIE ZEIT?
»Erklären Sie doch mal Ihren Lesern, was so schrecklich ist, dass man von einem Sturz sprechen muß.«
Die politisch korrekte und (im Hinblick auf die politischen Handlungsimperative) erwünschte Erklärung ist die:
Spekulanten, die von morgens bis abends nichts anderes zu tun haben, als ihre Raffgier auf Kosten der Menschheit zu befriedigen, lassen den Euro ins Bodenlose fallen, weil sie es nun einmal bim Dinner so beschlossen haben. Deshalb muß man — d.h. die Politik — ihnen schnellstmöglich das Handwerk legen. Durch Steuern, Verbot und neue Kontrollbehörden.
Daß Devisenkursschwankungen in diesem Ausmaß fundamentale Gründe haben interessiert niemanden, weil es nicht ins Konzept paßt. Daß die Herren der (unkontrollierten, unbesteuerten) Fonds-Milliarden selbst, wenn sie wollten, keine Währung dauerhaft zum Sinkflug veranlassen könnten, wenn der Außenwert dieser Währung nicht ohnehin auf wackligen Füßen stünde, interessiert niemanden. Daß die entscheidende Ursache für die momentane Schwäche des Euro die seit Dekaden grassierenden Haushaltsdefizite innerhalb der Eurozone sind, interessiert niemanden. Daß eine abgewertete Währung auch Vorteile hat, interessiert niemanden.
Es interessieren ja überdies erstaunlich wenig Sachfragen in diesen Tagen. Meistens merkt man das auch dem Schmarrn an, der öffentlich als 'Erklärung' wofürauchimmer aufgeboten wird.
Grüße an Sie!
»Erklären Sie doch mal Ihren Lesern, was so schrecklich ist, dass man von einem Sturz sprechen muß.«
Die politisch korrekte und (im Hinblick auf die politischen Handlungsimperative) erwünschte Erklärung ist die:
Spekulanten, die von morgens bis abends nichts anderes zu tun haben, als ihre Raffgier auf Kosten der Menschheit zu befriedigen, lassen den Euro ins Bodenlose fallen, weil sie es nun einmal bim Dinner so beschlossen haben. Deshalb muß man — d.h. die Politik — ihnen schnellstmöglich das Handwerk legen. Durch Steuern, Verbot und neue Kontrollbehörden.
Daß Devisenkursschwankungen in diesem Ausmaß fundamentale Gründe haben interessiert niemanden, weil es nicht ins Konzept paßt. Daß die Herren der (unkontrollierten, unbesteuerten) Fonds-Milliarden selbst, wenn sie wollten, keine Währung dauerhaft zum Sinkflug veranlassen könnten, wenn der Außenwert dieser Währung nicht ohnehin auf wackligen Füßen stünde, interessiert niemanden. Daß die entscheidende Ursache für die momentane Schwäche des Euro die seit Dekaden grassierenden Haushaltsdefizite innerhalb der Eurozone sind, interessiert niemanden. Daß eine abgewertete Währung auch Vorteile hat, interessiert niemanden.
Es interessieren ja überdies erstaunlich wenig Sachfragen in diesen Tagen. Meistens merkt man das auch dem Schmarrn an, der öffentlich als 'Erklärung' wofürauchimmer aufgeboten wird.
Grüße an Sie!
Das Wetter: Aktuell fallende Euro-Kurse. Meinetwegen, soll er doch fallen.
Erstens war der Euro in der Vergangenheit durch "Spekulanten" deutlich überbewertet worden, erst nach dem "Kurssturz" jetzt in etwa eine faire Bewertung (Kaufkraftparität) erreicht haben. Also alles gut.
Zweitens ist es lediglich die Aufgabe der europäischen Zentralbank, die Inflation zu kontrollieren, d.h. den Wert des Euro im Verhältnis zum Wert von Waren zu stabilisieren. Das ist momentan erfüllt und nachdem Griechenland, Portugal, Spanien und Irland durch massive Sparbeschlüsse die Reallöhne senken, ist sogar eher ein Trend zur Deflation zu erwarten. Und wenn die Inflation um wenige Prozent ansteigt ist das volkswirtschaftlich auch kein wirkliches Problem. Gab es alles schon zu seeligen DM-Zeiten.
Eine Kontrolle des Außenwertes des Euro ist nicht Aufgabe der Zentralbank. Soll er doch sinken. Das erhöht den Außenhandelsüberschuss der Eurozone und ist ein Problem für alle (siehe China), nur nicht für uns. Hatten wir außerdem auch schon, 1 EUR = 0,80$ oder so. Und als der Euro gestiegen ist, hat die Industrie gejammert.
Der Euro wird schon wieder steigen, sobald jemand über die amerikanische Staatsverschuldung nachdenkt. Den geht es nämlich auch nicht viel besser als den Griechen und nach der Doller-Aufwertung wird es noch enger.
Also: Einfach mal Ruhe bewahren, Staatsdefizite abbauen, Anlagen enthebeln und die Kirche im Dorf lassen.
Weil Sie das ursprüngliche kommunitäre Modell Europas, also das gemeinschaftliche politische und wirtschaftliche Interesse Europas, trotz negativer Publizität endlich stärker in den Mittelpunkt rückt. Wäre es gelungen, (z.B.GG) die nationalen, den übergeordneten Interessen des "Blocks" Europas rechtzeitiger unterzuordnen, was ja immer Ausgangspunkt war, wäre die Finanzkrise viel effizienter bewältigt worden, und eben nicht in nationalen viel zu trägen Rettungsaktionen ausgeartet.
Wenn wir Europa nun nicht diesbezüglich vorantreiben und uns einer strikteren Harmonisierung (bindende Regeln) aufgrund irrealer nationaler Angstreflexe weiterhin wiedersetzen, werden wir ganz sicher zum Verlierer gegenüber den starken Ökonomien Asiens, wie China, weil wir über keinen effektiven starken Blok verfügen.
Der Europäischen Kommission sollte so schnell wie möglich mehr Macht und Befugnisse erteilt werden, um wirksam Regie führen zu können. Die Unwirksamkeit von Sanktionen zum Stabilitätspakt z.B. zeigt, dass wir auf halben Wege stehen geblieben sind.
Jede andere Alternative scheitert nach meiner Auffassung und negiert die gegenwärtigen und künftigen (globalen) Realitäten.
"Der Europäischen Kommission sollte so schnell wie möglich mehr Macht und Befugnisse erteilt werden, um wirksam Regie führen zu können."
Die Befürworter einer EU-Diktatur werden immer dreister!
"Der Europäischen Kommission sollte so schnell wie möglich mehr Macht und Befugnisse erteilt werden, um wirksam Regie führen zu können."
Die Befürworter einer EU-Diktatur werden immer dreister!
Ansonsten wäre das Papier für den Finanzmarkt wertlos.
Was nun den Euro/Dollar-Kurs angeht, muss man sich nur vor Augen führen, dass das, was Griechenland die letzten paar Jahre gemacht hat (auf Kosten ausländischer Gläubiger zu leben), Amerika seit fast 30 Jahren ununterbrochen macht.
Kleiner, bedeutender Unterschied: Die finanzstärksten Spekulanten sitzen selbst in Dollar-Raum, ihre Depots notieren in Dollar und sie bezahlen ihre Rechnungen im In- und Ausland in Dollar. Deswegen haben die Spekulanten kein Interesse an einem schwächelnden Dollar.
Ganz anders könnte das werden, falls die USA mit China in einen kleinen Wirtschaftkrieg gerät. China hat gewaltige Mengen an amerikanischen Staatsanleihen gebunkert. Wenn China will, kann sich Amerika innerhalb eines Wochenendes nicht mehr refinanzieren, ebenso wie es den Griechen erging.
Wer soll dann einen Schutzschirm aufspannen?
Lassen wir den Spekulanten ihren Spaß mit dem Euro. Unterm Strich exportiert die EU mehr als sie importiert. Zwar sind die Staatshaushalte verschuldet, aber das nur, weil die Guthaben auf europäischen Firmen- und Privatkonten zu liegen kommen, weil die Regierungen wieder und wieder mit den Steuerzahlern (und die die welche sein sollten) kuscheln.
Der Sparwahn kann natürlich dazu führen, dass weitere Büchereien und Schwimmbäder zu machen müssen. Die verbleibenden BIP-Beisteurer werden aber auf absehbare Zeit weiter dafür sorgen, dass die Gesamtleistungsbilanz im Euroraum positiv bleibt.
»Deswegen haben die Spekulanten kein Interesse an einem schwächelnden Dollar.«
Also daran gemessen waren die berühtem Dollar-Bullen an der Ostküste relativ erfolglos in ihrem Bemühen, den Dollar gegen alle Widerstände der Welt oben zu halten, oder?
»Deswegen haben die Spekulanten kein Interesse an einem schwächelnden Dollar.«
Also daran gemessen waren die berühtem Dollar-Bullen an der Ostküste relativ erfolglos in ihrem Bemühen, den Dollar gegen alle Widerstände der Welt oben zu halten, oder?
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