Die Führungsriege von Rocket Internet (v.l.n.r.): Johannes Bruder, Oliver Samwer, Peter Kimpel und Alexander Kudlich © Ralph Orlowski/Reuters

Es ist eine dieser Wochen, in der man sich wieder etwas jünger fühlt. Um 15 Jahre, um genau zu sein. Damals gingen im gefühlten Wochentakt selbsternannte high potentials an die Börse – und halb Deutschland riss sich um die neuen Aktien.  

In dieser Woche wagt Rocket Internet den Sprung aufs Parkett. Und auch hier gieren die Anleger nach den Papieren. Mehrere Großinvestoren haben Papiere für fast 600 Millionen Euro reserviert, egal zu welchem Preis. Für die übrigen Aktien hatten die begleitenden Banken schon nach einer Stunde genügend Aufträge vorliegen.

 

Es geht – zumindest für deutsche Verhältnisse – um richtig viel Geld. Bei Rocket könnten es gut 1,6 Milliarden Euro werden. Das wäre der größte Börsengang seit sieben Jahren.

Hinter dem Hype steckt der nach eigenen Worten "in Sachen Internet aggressivste Typ der Welt". Rocket-Chef Oliver Samwer hatte in einer Mail an seine Mitarbeiter einst den "Blitzkrieg" ausgerufen und "mit Blut unterschriebene" Verträge verlangt. Na klar, über Stil lässt sich streiten. Und mittlerweile hat sich Oliver Samwer auch für seine Wortwahl entschuldigt. Es ist allerdings nicht der einzige Grund, dem Börsenjubel nicht zu trauen.