Die Deutsche Börse will sich mit der London Stock Exchange (LSE) zusammenschließen. Wie beide Unternehmen mitteilten, sollen die Aktionäre der Deutschen Börse an dem neuen Konzern mit etwas über 54 Prozent die Mehrheit halten. Auf die Anteilseigner des Londoner Betreibers sollen die übrigen 45,6 Prozent entfallen.

Ob es am Ende zu einer Fusion kommt, hängt unter anderem davon ab, wie sich die Anteilseigner der beiden Unternehmen und Kartellbehörden entscheiden. Die Frankfurter Börse hat bis zum 22. März Zeit, ein Angebot abzugeben.

Die Kerngeschäfte beider Unternehmen würden auch danach unter ihrem bestehenden Markennamen weiterbetrieben. Nach der Bestätigung der Gespräche zogen die Aktien der beiden Börsenbetreiber nochmals deutlich an, die LSE gewann 20 Prozent, die Deutsche Börse acht. Die Deutsche Börse ist etwa 15 Milliarden Euro wert, die LSE kommt auf eine Marktkapitalisierung von 10,5 Milliarden Euro.

Das Frankfurter Unternehmen hatte vor einigen Jahren mehrere Fusionen angestrebt, die sich aber nicht realisieren ließen: Vor dem Aus für die Fusion mit der New York Stock Exchange wegen kartellrechtlicher Bedenken waren bereits Pläne zur Übernahme der Londoner Börse LSE und zur Übernahme der Vierländerbörse Euronext geplatzt. Die Deutsche Börse hatte sich zuletzt anders orientiert und suchte ihr Heil vor allem in kleineren Partnerschaften in Asien.