Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihre Geldpolitik weiter gestrafft und die Leitzinsen angehoben. Der Zinssatz, zu dem sich US-Banken gegenseitig Geld leihen, steigt damit um 0,25 Punkte auf ein Niveau von 0,75 bis 1,0 Prozent, wie die Federal Reserve mitteilte. Der Zinsschritt war von den Märkten in dieser Form erwartet worden. Die Fed begründete ihn mit der anhaltend guten Situation auf dem US-Arbeitsmarkt sowie der anziehenden Inflation.

Die Verteuerung der Zinsen in den USA könnte den US-Dollar im Vergleich zu anderen Währungen wie etwa dem Euro weiter stärken und Exporte amerikanischer Firmen ins Ausland damit verteuern. Die Zinserhöhung könnte auch das Wachstum der derzeit florierenden US-Wirtschaft bremsen – das wäre vor allem für die Bewältigung des immensen Schuldenproblems ein Rückschlag.

Die USA erreichen am Donnerstag ihre Schuldenobergrenze und müssen vorübergehend wohl mit Hilfe besonderer Maßnahmen des Finanzministeriums wirtschaften.

Die Federal Reserve deutete an, dass im laufenden Jahr bei anhaltend positiver Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage bis zu drei weitere Zinsschritte möglich seien. Dies wird von den Marktteilnehmern als Signal verstanden, dass die Fed die geldpolitischen Zügel künftig fester in die Hand nehmen will.

Die meisten Experten hatten den Schritt erwartet und begrüßten ihn. "Die Zinserhöhung der Fed ist richtig und ein guter nächster Schritt hin zu einer allmählichen Normalisierung des Zinsumfelds", sagte der Chefvolkswirt des Rückversicherers Munich Re, Michael Menhart. "Die US-Wirtschaft dürfte auch weiterhin robust bleiben, auch wenn ein möglicher zinsbedingter Anstieg der US-Währung die Exporte erschwert."

Durch die Entscheidung der Fed geht die Zinsschere zwischen USA und der Eurozone allerdings weiter auseinander. Die Europäische Zentralbank hatte erst vergangene Woche noch erklärt, ihr Programm von Anleihekäufen fortzusetzen. Damit wird die Geldpolitik weiter gelockert. Der Druck auf die EZB, ihrerseits zu einer Normalisierung ihrer Geldpolitik zurückzukehren, werde jedoch steigen, vermutet Menhart.