Berliner Flughafen : BER-Eröffnung womöglich erst 2014

Der Flughafen Berlin Brandenburg geht wohl erst zwei Jahre verspätet in Betrieb. Auch wird geprüft, ob der alte Flughafen Schönefeld eventuell gar nicht geschlossen wird.
Straßenschild weist auf die Ausfahrt zum Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) hin. © Steffi Loos/dapd

Die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens könnte sich noch einmal verschieben. Nach Informationen des Tagesspiegels wird darüber nachgedacht, den Flughafen erst im Frühjahr 2014 zu eröffnen – zwei Jahre nach dem ursprünglichen Termin. Das Blatt bezieht sich auf ranghohe Aufsichtsratkreise der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg als auch Mitarbeiter eines an der Planung beteiligten Büros.

Die Probleme wären so eklatant, dass "ein Szenario 2014 nun als sehr wahrscheinlich gilt“, wird ein Vertreter aus Aufsichtsratkreisen zitiert. Es gebe erhebliche Rückstände auf dem Bau, da Detailplanungen für die einzelnen Firmen und Gewerke fehlten. Beim Wechsel der Planungsbüros nach der gescheiterten Eröffnung seien die Pläne in den alten Büros geblieben. Viele Firmen und auch die Bauleitung wüssten daher nicht, was sie wann anfangen sollen, zitiert der Tagesspiegel weiter.

Ein weiterer Grund für die Verschiebung sei auch die Brandschutzanlage, die in Teilen neu gebaut oder erheblich umgebaut werden müsse. Die Anlage sei falsch konstruiert worden, die Kabeltrassen seien völlig überbelegt.

Wegen der chaotischen Zustände auf der BER-Baustelle soll darüber nachgedacht werden, den alten Flughafen Schönefeld nicht komplett zu schließen. Das BER-Terminal gelte schon jetzt als zu klein. Durch die Umbauten sei noch unklar, wie groß das Terminal am Ende tatsächlich wird.

BER-Aufsichtsrat berichtet am 16. September

Der Berliner Senat hat die Hoffnung hingegen noch nicht aufgegeben: Der 17. März sei noch nicht vom Tisch, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit .

Am 16. September trifft sich der BER-Aufsichtsrat, um über einen neuen Termin zu beraten. Dann muss Wowereit, Chef des Aufsichtsrates, über den Stand auf der Baustelle Auskunft geben.
 

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Ineffizienz a la Zone?

Gott, was für ein Chaos. es waren doch keine Staatsfirmen, die den BER bauen, sondern private Unternehmen. Das der Senat von Berlin völlig unfähig ist, ist nun wirklich nichts Neues, das hat in Berlin Tradition, und zwar über ALLE Parteigrenzen hinweg.
Aber das in unserer Zeit des Privatiserungskultes offenbar private Firmen zu nichts mehr in der Lage sind, ist wohl der Stadt nicht allein anzulasten.
Elbphilarmonie, S21 (wird wahrscheinlich auch so ein Desaster), S-Bahn Berlin (die ja im Zusammenhang mit den geplanten Börsengang der Bahn regelrecht in Grund und Boden gespart wurde), störanfällige ICE`s, und, und, und..
Langsam müßte doch der letzte Leistungsträger und Renditefetischist mitbekommen, daß unser heutiges Wirtschafts und Finanzsystem nicht nur immer unethischer, sondern vor allen Dingen immer uneffizenter wird. Dieser Umstand sollte abseits von Moral wirklich ALLE beunruhigen.

Viele kleine Unternehmen...

Wenn ich das richtig verstanden habe ging der Auftrag nicht an ein Unternehmen, welches die Arbeiten durchführt, sondern an viele viele einzelne. Und dabei wurde jeweils der günstigste genommen. Man hatte also die Idee, dass viele kleine und unerfahrene Unternehmen das besser, schneller und kostengünstiger hinbekommen als ein großes Unternehmen, welches das schon einmal gemacht hat. Diese Falschannahme wird jetzt ausgebadet.

Kleine Unternehmen

Diese Unternehmen sind immerhin Branchenriesen wie Siemens, Bosch, Imtech, YIT und Trox (nur um die zu nennen, die am Brandschutz beteiligt waren).

Hier wurde wohl vielmehr auf ganzer Linie versagt (in einem mir bekannten Fall sogar vorsätzlich). Vieles ist wohl auch zu komplex (immerhin ein Prototyp, wenn man so will). Zum Nachlesen welche Firmen konkret was gemacht haben, empfehle ich den Blick auf diese Seite http://www.berlin-airport...

Ich finde es ehrlich gesagt ein Unding, daß die öffentliche Hand wohl auf den Kosten sitzen bleiben wird. Im Normalfall müssten eigentlich die Firmen, die den Bauverzug zu verantworten haben, alle jetzt bekannten und zukünftigen Mehrkosten tragen. Nur welche Firma könnte die Milliardenbeträge stemmen?

Es war sicherlich der Hauptfehler damals nicht ein Generalunternehmen für die Bauausführung beauftragt zu haben; ursprünglich war das mit Hochtief auch so geplant, wurde dann aber aus verschiedenen Gründen (Gerichtsurteil, Verdacht der Preisabsprache etc.) verworfen. Aber selbst ein Generalunternehmen schützt vor solcher Entwicklung nicht, wie es viele Bauprojekte in Deutschland und in der Welt zeigen.

Im übrigen haben auch die Anwohner, durch die eingeklagten riesigen Lärmschutzauflagen, ihren Teil zur Kostenexplosion beigetragen.

Sorgfälltig geplant?

"Lieber ordentlich geplant un dausgeführt als mit Pfusch einen Zeitplan einhalten."

Und im Artikel ist zu lesen:

"Das BER-Terminal gelte schon jetzt als zu klein."

Der Flughafen sollte vor zwei Monaten eröffnet werden. Jetzt wird diskutiert, ob man Schönefeld offen lassen soll. Das sind Fragen, die sind am Anfang der Planungsphase zu beantworten und nicht zwei Monate, nach dem ohnehin schon oft verschobenen Eröffnungstermin. Das ist doch alles nurnoch rumgepfusche...
Klar geht Wowereit jetzt der Hintern auf Grundeis. Er teilt ja auch liebend gerne aus. Im Radio höre ich immer, dass man sich nicht äußern will und sich Zeit für einen verbindlichen Termin lassen möchte. Und jede Woche wird ein anderer Termin verkündet. So dünn kann man keine Salami schneiden...

Nichts neues

Vermutlich haben Sie die Planung des Flughafens nicht von Anfang an verfolgt. Es war schon immer klar, daß der Flughafen später erweitert werden muss. Schon bei der Planung wurde auf ein flexibles Konzept wert gelegt, einfach aus Geldgründen. Man hätte liebend gerne einen wesentlich größeren Flughafen gebaut, dafür aber nicht die Mittel auftreiben können. Das war eine Kompromisslösung: den Flughafen so zu bauen, daß er das jetzige Flugaufkommen bewältigen kann und dann später zu erweitern.

Ohne Projektübergabe kam das doch mit Ansage ...

In einem persönlichen Brief an Wowereit vom 25. Mai schreibt Meinhard von Gerkan (dessen Firma gmp als Teil der Planungsgruppe Berlin Brandenburg International - PGBBI - an der Generalplanung für den Flughafenbau beteiligt war): "Die bloße Kündigung führt zwingend zu einem wochenlangen Projektstillstand und einem nicht absehbaren Terminverzug. Die ausgesprochene Kündigung bedroht nicht uns, aber mit Sicherheit den Projekterfolg."
In dem Brief schlägt Gerkan eine organisierte und geregelte Projektübergabe vor. Zum Stand 20.06.2012 hatte Wowereit den Brief wohl nicht beantwortet. (Quelle: http://www.zeit.de/wirtsc...)

Grandiose Sache

Ich hoffe das bald mal die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. So ein sinnloses verpulvern von oeffentlichen geldern fuer ein unnoetiges Projekt. Erinnert mich an das Debakel des hauptstadtbahnhofes, wo man auch noch zig mal anchbessern mußte weil Baurechtlich einiges im Argen lag.

Lieber zahl ich 10% mehr und habe dann ein ordentliches Produkt als das ich zig mal anchzahlen muß um irgendwann mein gewuenschtes Produkt zu haben. Gerade in der Baubranche sollte man doch langsam wissen, daß billig nicht gleich gut ist sondern je billiger um so pfuschlastiger das Risiko ...