Berliner FlughafenBER-Eröffnung womöglich erst 2014

Der Flughafen Berlin Brandenburg geht wohl erst zwei Jahre verspätet in Betrieb. Auch wird geprüft, ob der alte Flughafen Schönefeld eventuell gar nicht geschlossen wird.

Straßenschild weist auf die Ausfahrt zum Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) hin.

Straßenschild weist auf die Ausfahrt zum Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) hin.

Die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens könnte sich noch einmal verschieben. Nach Informationen des Tagesspiegels wird darüber nachgedacht, den Flughafen erst im Frühjahr 2014 zu eröffnen – zwei Jahre nach dem ursprünglichen Termin. Das Blatt bezieht sich auf ranghohe Aufsichtsratkreise der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg als auch Mitarbeiter eines an der Planung beteiligten Büros.

Die Probleme wären so eklatant, dass "ein Szenario 2014 nun als sehr wahrscheinlich gilt“, wird ein Vertreter aus Aufsichtsratkreisen zitiert. Es gebe erhebliche Rückstände auf dem Bau, da Detailplanungen für die einzelnen Firmen und Gewerke fehlten. Beim Wechsel der Planungsbüros nach der gescheiterten Eröffnung seien die Pläne in den alten Büros geblieben. Viele Firmen und auch die Bauleitung wüssten daher nicht, was sie wann anfangen sollen, zitiert der Tagesspiegel weiter.

Anzeige

Ein weiterer Grund für die Verschiebung sei auch die Brandschutzanlage, die in Teilen neu gebaut oder erheblich umgebaut werden müsse. Die Anlage sei falsch konstruiert worden, die Kabeltrassen seien völlig überbelegt.

Wegen der chaotischen Zustände auf der BER-Baustelle soll darüber nachgedacht werden, den alten Flughafen Schönefeld nicht komplett zu schließen. Das BER-Terminal gelte schon jetzt als zu klein. Durch die Umbauten sei noch unklar, wie groß das Terminal am Ende tatsächlich wird.

BER-Aufsichtsrat berichtet am 16. September

Der Berliner Senat hat die Hoffnung hingegen noch nicht aufgegeben: Der 17. März sei noch nicht vom Tisch, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.

Am 16. September trifft sich der BER-Aufsichtsrat, um über einen neuen Termin zu beraten. Dann muss Wowereit, Chef des Aufsichtsrates, über den Stand auf der Baustelle Auskunft geben.
 

 
Leserkommentare
  1. Gott, was für ein Chaos. es waren doch keine Staatsfirmen, die den BER bauen, sondern private Unternehmen. Das der Senat von Berlin völlig unfähig ist, ist nun wirklich nichts Neues, das hat in Berlin Tradition, und zwar über ALLE Parteigrenzen hinweg.
    Aber das in unserer Zeit des Privatiserungskultes offenbar private Firmen zu nichts mehr in der Lage sind, ist wohl der Stadt nicht allein anzulasten.
    Elbphilarmonie, S21 (wird wahrscheinlich auch so ein Desaster), S-Bahn Berlin (die ja im Zusammenhang mit den geplanten Börsengang der Bahn regelrecht in Grund und Boden gespart wurde), störanfällige ICE`s, und, und, und..
    Langsam müßte doch der letzte Leistungsträger und Renditefetischist mitbekommen, daß unser heutiges Wirtschafts und Finanzsystem nicht nur immer unethischer, sondern vor allen Dingen immer uneffizenter wird. Dieser Umstand sollte abseits von Moral wirklich ALLE beunruhigen.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn ich das richtig verstanden habe ging der Auftrag nicht an ein Unternehmen, welches die Arbeiten durchführt, sondern an viele viele einzelne. Und dabei wurde jeweils der günstigste genommen. Man hatte also die Idee, dass viele kleine und unerfahrene Unternehmen das besser, schneller und kostengünstiger hinbekommen als ein großes Unternehmen, welches das schon einmal gemacht hat. Diese Falschannahme wird jetzt ausgebadet.

    wieviel große Bauprojekte in der Geschichte wurden mit wieviel Jahren Verspätung fertig?
    Lieber ordentlich geplant un dausgeführt als mit Pfusch einen Zeitplan einhalten.

    Wenn ich das richtig verstanden habe ging der Auftrag nicht an ein Unternehmen, welches die Arbeiten durchführt, sondern an viele viele einzelne. Und dabei wurde jeweils der günstigste genommen. Man hatte also die Idee, dass viele kleine und unerfahrene Unternehmen das besser, schneller und kostengünstiger hinbekommen als ein großes Unternehmen, welches das schon einmal gemacht hat. Diese Falschannahme wird jetzt ausgebadet.

    wieviel große Bauprojekte in der Geschichte wurden mit wieviel Jahren Verspätung fertig?
    Lieber ordentlich geplant un dausgeführt als mit Pfusch einen Zeitplan einhalten.

  2. der Flughafen ginge bestimmt erst 2016 in Betrieb.

    Vielleicht sollte ich langsam anfangen, Wetten darauf anzunehmen. :-)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Afa81
    • 27.08.2012 um 13:08 Uhr

    ...in die Flughafenbetreiber zu haben wenn Sie wetten wollen, dass der Flughafen SCHON 2016 eröffnet wird...

    • Afa81
    • 27.08.2012 um 13:08 Uhr

    ...in die Flughafenbetreiber zu haben wenn Sie wetten wollen, dass der Flughafen SCHON 2016 eröffnet wird...

  3. In einem persönlichen Brief an Wowereit vom 25. Mai schreibt Meinhard von Gerkan (dessen Firma gmp als Teil der Planungsgruppe Berlin Brandenburg International - PGBBI - an der Generalplanung für den Flughafenbau beteiligt war): "Die bloße Kündigung führt zwingend zu einem wochenlangen Projektstillstand und einem nicht absehbaren Terminverzug. Die ausgesprochene Kündigung bedroht nicht uns, aber mit Sicherheit den Projekterfolg."
    In dem Brief schlägt Gerkan eine organisierte und geregelte Projektübergabe vor. Zum Stand 20.06.2012 hatte Wowereit den Brief wohl nicht beantwortet. (Quelle: http://www.zeit.de/wirtsc...)

    Eine Leserempfehlung
  4. Wenn ich das richtig verstanden habe ging der Auftrag nicht an ein Unternehmen, welches die Arbeiten durchführt, sondern an viele viele einzelne. Und dabei wurde jeweils der günstigste genommen. Man hatte also die Idee, dass viele kleine und unerfahrene Unternehmen das besser, schneller und kostengünstiger hinbekommen als ein großes Unternehmen, welches das schon einmal gemacht hat. Diese Falschannahme wird jetzt ausgebadet.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ineffizienz a la Zone?"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Um solche Schnittstellenprobleme zu minimieren, sind z.B. in den Golfstaaten EPC Verträge (Engineering-Procurement-Construction) üblich, also "Planen-Ausschreiben-Bauen" in der Hand eines (1) GENERALUNTERNEHMERS. Das in Deutschland umzusetzen, ist in einem solchen oder ähnlichen Vorhaben extrem schwierig.

    • talo_
    • 27.08.2012 um 13:11 Uhr

    Diese Unternehmen sind immerhin Branchenriesen wie Siemens, Bosch, Imtech, YIT und Trox (nur um die zu nennen, die am Brandschutz beteiligt waren).

    Hier wurde wohl vielmehr auf ganzer Linie versagt (in einem mir bekannten Fall sogar vorsätzlich). Vieles ist wohl auch zu komplex (immerhin ein Prototyp, wenn man so will). Zum Nachlesen welche Firmen konkret was gemacht haben, empfehle ich den Blick auf diese Seite http://www.berlin-airport...

    Ich finde es ehrlich gesagt ein Unding, daß die öffentliche Hand wohl auf den Kosten sitzen bleiben wird. Im Normalfall müssten eigentlich die Firmen, die den Bauverzug zu verantworten haben, alle jetzt bekannten und zukünftigen Mehrkosten tragen. Nur welche Firma könnte die Milliardenbeträge stemmen?

    Es war sicherlich der Hauptfehler damals nicht ein Generalunternehmen für die Bauausführung beauftragt zu haben; ursprünglich war das mit Hochtief auch so geplant, wurde dann aber aus verschiedenen Gründen (Gerichtsurteil, Verdacht der Preisabsprache etc.) verworfen. Aber selbst ein Generalunternehmen schützt vor solcher Entwicklung nicht, wie es viele Bauprojekte in Deutschland und in der Welt zeigen.

    Im übrigen haben auch die Anwohner, durch die eingeklagten riesigen Lärmschutzauflagen, ihren Teil zur Kostenexplosion beigetragen.

    Um solche Schnittstellenprobleme zu minimieren, sind z.B. in den Golfstaaten EPC Verträge (Engineering-Procurement-Construction) üblich, also "Planen-Ausschreiben-Bauen" in der Hand eines (1) GENERALUNTERNEHMERS. Das in Deutschland umzusetzen, ist in einem solchen oder ähnlichen Vorhaben extrem schwierig.

    • talo_
    • 27.08.2012 um 13:11 Uhr

    Diese Unternehmen sind immerhin Branchenriesen wie Siemens, Bosch, Imtech, YIT und Trox (nur um die zu nennen, die am Brandschutz beteiligt waren).

    Hier wurde wohl vielmehr auf ganzer Linie versagt (in einem mir bekannten Fall sogar vorsätzlich). Vieles ist wohl auch zu komplex (immerhin ein Prototyp, wenn man so will). Zum Nachlesen welche Firmen konkret was gemacht haben, empfehle ich den Blick auf diese Seite http://www.berlin-airport...

    Ich finde es ehrlich gesagt ein Unding, daß die öffentliche Hand wohl auf den Kosten sitzen bleiben wird. Im Normalfall müssten eigentlich die Firmen, die den Bauverzug zu verantworten haben, alle jetzt bekannten und zukünftigen Mehrkosten tragen. Nur welche Firma könnte die Milliardenbeträge stemmen?

    Es war sicherlich der Hauptfehler damals nicht ein Generalunternehmen für die Bauausführung beauftragt zu haben; ursprünglich war das mit Hochtief auch so geplant, wurde dann aber aus verschiedenen Gründen (Gerichtsurteil, Verdacht der Preisabsprache etc.) verworfen. Aber selbst ein Generalunternehmen schützt vor solcher Entwicklung nicht, wie es viele Bauprojekte in Deutschland und in der Welt zeigen.

    Im übrigen haben auch die Anwohner, durch die eingeklagten riesigen Lärmschutzauflagen, ihren Teil zur Kostenexplosion beigetragen.

  5. Ich hoffe das bald mal die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. So ein sinnloses verpulvern von oeffentlichen geldern fuer ein unnoetiges Projekt. Erinnert mich an das Debakel des hauptstadtbahnhofes, wo man auch noch zig mal anchbessern mußte weil Baurechtlich einiges im Argen lag.

    Lieber zahl ich 10% mehr und habe dann ein ordentliches Produkt als das ich zig mal anchzahlen muß um irgendwann mein gewuenschtes Produkt zu haben. Gerade in der Baubranche sollte man doch langsam wissen, daß billig nicht gleich gut ist sondern je billiger um so pfuschlastiger das Risiko ...

    Eine Leserempfehlung
  6. ... wird langsam zum Running Gag. Vielleicht sollten wir den Versuch, einen Flughafen zu bauen, einfach ad acta legen.

    Stattdessen taugt das Ding prima als Mahnmal wider die Deutsche Arroganz. Merkel legt dann jährlich einen Kranz nieder am Tag, an dem sich ihre unpassende Bemerkung über die faulen, urlaubsfreudigen Südeuropäer jährt.

    2 Leserempfehlungen
  7. Anmerkungen zu den Kommentaren, die hier bald weiter eintrudeln werden: Infrastrukturprojekte dieser Größenordnung sind so komplex bezüglich Planung, Bauverträgen, Projektsteuerung, Projektverantwortlichkeiten, Schnittstellen usw. dass ich als Bauingenieur mit fast 30 Jahren Berufserfahrung (auch im internationalen Geschäft) nie ein Urteil über die Ursachen dieser Verzögerungen aufgrund solcher Berichterstattungen abgeben würde.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich glaube die Kritik richtet sich nicht gegen Planer und/oder Firmen oder der Tatsache das Probleme aufreten können: Es ist die Gesamtsituation!

    Diese begann mit dem "Konsensbeschluss" der das Raumordnungsverfahren ad absurdum geführt hat und endete mit der Tatsache das man meinte man könne alles besser und billiger als ein Generalunternehmer.

    ...zu allen Zeiten gewesen, möglicherweise verhelfen heutige Organisationsverfahren zu mehr Chaos als in früheren Zeiten: Das einst weltweit größte Bauwerk, den Flughafen Tempelhof, hat man immerhin in 5 Jahren Bauzeit bewältigt, ohne Computer, e-mails, i-pods und sonstigen chaotischen Schmarrn.

    Ich glaube die Kritik richtet sich nicht gegen Planer und/oder Firmen oder der Tatsache das Probleme aufreten können: Es ist die Gesamtsituation!

    Diese begann mit dem "Konsensbeschluss" der das Raumordnungsverfahren ad absurdum geführt hat und endete mit der Tatsache das man meinte man könne alles besser und billiger als ein Generalunternehmer.

    ...zu allen Zeiten gewesen, möglicherweise verhelfen heutige Organisationsverfahren zu mehr Chaos als in früheren Zeiten: Das einst weltweit größte Bauwerk, den Flughafen Tempelhof, hat man immerhin in 5 Jahren Bauzeit bewältigt, ohne Computer, e-mails, i-pods und sonstigen chaotischen Schmarrn.

  8. Um solche Schnittstellenprobleme zu minimieren, sind z.B. in den Golfstaaten EPC Verträge (Engineering-Procurement-Construction) üblich, also "Planen-Ausschreiben-Bauen" in der Hand eines (1) GENERALUNTERNEHMERS. Das in Deutschland umzusetzen, ist in einem solchen oder ähnlichen Vorhaben extrem schwierig.

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service