Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will für Flüchtlinge den Zugang zu einfachen Jobs erleichtern. "Wir müssen auch niedrigschwellige zusätzliche Arbeitsgelegenheiten schaffen nach dem Muster der Ein-Euro-Jobs", sagte Nahles der Rheinischen Post. "Zum Beispiel hat mich ein Bürgermeister aus Rheinland-Pfalz gefragt, ob er nicht Asylbewerber beschäftigen kann, um den Bolzplatz wieder auf Vordermann zu bringen." Bereits im Dezember hatte Nahles mitgeteilt, sie wolle im Rahmen einer Initiative auf diese Weise rund 100.000 Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen.

Konkrete Pläne liegen im Arbeitsministerium jedoch nicht vor. Die Zeitung die Welt zitiert aus einer Antwort aus dem Ministerium zu den Ein-Euro-Jobs: "Ob und gegebenenfalls welche weitergehenden Ansätze erforderlich sind, wird fortlaufend geprüft. Konkrete Festlegungen sind noch nicht getroffen."

Die Opposition wittert deswegen Augenwischerei. "Die großen Pläne von Frau Nahles sind nichts als heiße Luft", sagte die Grüne Arbeitsmarktpolitikerin Brigitte Pothmer. Nahles habe die 100.000 Ein-Euro-Jobs "ins Schaufenster gestellt". Dabei gebe es noch nicht einmal eine konkrete Umsetzungsplanung. 

Gegenüber der Rheinischen Post sagte die Arbeitsministerin, sie könne nicht ausschließen, mehr finanzielle Mittel zu benötigen: "Wir sind gut aufgestellt, um in das neue Jahr zu starten. Es ist Herrn Schäuble und mir klar, dass wir den Etat für 2016 noch einmal aufstocken müssen, wenn sich die Zahl der Flüchtlinge im Vergleich zur Haushaltsplanung weiter erhöht."