G-20-Gipfel Die Boni-Regeln sind bloße Kosmetik
Es wurde als wichtiges Ergebnis des G-20-Gipfels verkündet: Boni sollen international begrenzt werden. Blasen werden dadurch nicht verhindert, schreibt Conrad Mattern
© Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama feiern den Gipfel der G 20 in Pittsburgh als Erfolg. Doch vor allem bei der Frage der Boni-Regeln ändert sich de facto nichts
Hurra, die Regierungen der G-20-Staaten haben die Boni begrenzt! Zumindest grundsätzlich. Und theoretisch. Falls die neuen Regeln, wie vorgesehen, bis zum Jahresende auf nationaler Ebene beschlossen und dann von einem internationalen Gremium überwacht werden.
Zu glauben, das sei mehr als eine kosmetische Korrektur der bisherigen Gepflogenheiten, ist schlicht naiv. Zudem greift die Übereinkunft der G 20 klar in das Gestaltungsrecht von Unternehmen und Arbeitnehmern ein, das diesen ermöglicht, ihre Arbeitsverträge frei auszuhandeln. Wieso widerspricht keine Gewerkschaft dieser Restriktion? Niemand garantiert, dass die neue Weltwirtschaftsregierung künftig nicht auch in ihren Augen überhöhte Lohnabschlüsse kritisiert oder untersagt.
Doch zurück zu den Bonusregeln. Das einzige, was man von ihnen erhoffen kann: Sie könnten verhindern, dass Händler nur auf ihren kurzfristigen Erfolg am Finanzmarkt schauen und dadurch ein zu hohes Risiko in Kauf nehmen – nur um in den Genuss höherer Boni zu kommen.
Das wäre gut. Natürlich widerspricht es dem Sinn von Boni, wenn sie auch im Falle geschäftlichen Misserfolgs gezahlt werden, oder als Garantiebonus, um einen Mitarbeiter von der Konkurrenz abzuwerben. Aber was ist die Alternative?
Das Grundgehalt zu erhöhen – das aber widerspricht so ziemlich allem, was eigentlich angestrebt wird. Ein fixes Grundgehalt lässt sich nicht so einfach wieder kürzen, wenn eine Bank in Schwierigkeiten gerät. Das kann zum Problem werden. Darüber hinaus orientieren sich viele Altersvorsorgeverträge an der Fixgehaltskomponente und nicht am Gesamtgehalt. Erhöht man die Fixgehälter, belastet man die Banken langfristig mehr, als es die Boni derzeit tun.
Positiv zu sehen ist dagegen die Verknüpfung der Bonuszahlungen mit dem langfristigen Erfolg. Sie wird erreicht, indem die Bank einen Teil der Boni über mehrere Jahre streckt und nicht bar, sondern in Form von Aktienbeteiligungen ausschüttet, die zusätzlich mit einer Sperrklausel versehen sind. Das führt dazu, dass Banker riskante Geschäfte, die kurzfristig Gewinn und langfristig Verluste bringen, eher meiden.
Letztlich kommt es aber auf die Umsetzung an. Die Banken werden bestimmt nichts unversucht lassen jede Regelung zu verhindern, die in ihren Augen eine Behinderung darstellt. Vor allem werden sie darauf achten, dass es keine nationalen Alleingänge gibt. Die wären problematisch, ebenso wie eine rein nationale Umsetzung der zweiten Herzensangelegenheit der (alten) deutschen Bundesregierung: der Börsenumsatzsteuer.
- Datum 28.09.2009 - 14:50 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




so ist es. Man hält sich im Gesicht des ausufernden Kapitalismus etwas mit dem Eyeliner zurück. Dann fällt`s nicht gar so auf.
September 2008 heralded the early rise of a European regulatory authority. A major consequence of the global financial crash of September 2008 was the rise of the Financial Stability Board (FSB), an EU-controlled regulatory authority, into a place of prominence on the world scene. As a direct consequence of the global crash, all G-20 nations have signed up to a plan to permit the fsb to regulate their economies. The latest G-20 meeting being held in Pittsburgh this week will further accelerate the regulation of the global economy by EU central bankers
http://www.youtube.com/wa...
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren