Finanzbranche In Schwaben ist die Bank noch in OrdnungSeite 3/3
Gegen die Finanzkrise war die Bank dennoch nicht gefeit. Zwar sind ihre Spareinlagen und die Kreditsumme in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gewachsen, die Einlagen aber weit stärker als die vergebenen Kredite. Nur rund 40 Prozent der eingesammelten Kundengelder hat die Raiffeisenbank wieder verliehen, den größten Teil davon an Privatkunden. Nachdem ein großer Firmenkunde um die Jahrtausendwende insolvent wurde, wollte man das Risiko begrenzen.
Das Problem dabei: Die restlichen Mittel mussten ertragbringend angelegt werden – schon war man abhängig von den internationalen Finanzmärkten. Nach der Lehman-Pleite war das fatal.
Dabei haben Hösle und Kronawitter das Geld ihrer Bank, im Gegensatz zu manch anderen Genossenschaftsbanken, gar nicht in Lehman-Papieren angelegt. Ein großer Teil des Portfolios steckt in Papieren, die selbst die Bundesbank als Sicherheit akzeptieren würde. Nur der Besitz eines Hypo-Real-Estate-Pfandbriefs ließ die beiden Bankchefs im Frühjahr zittern, bis die HRE am Ende der Laufzeit den Kredit brav zurückzahlte. Auch amerikanische Wertpapiere betrachten die Vorstände mit Skepsis. Ihren Kunden verkaufen sie schon seit einigen Jahren keine strukturierten Produkte mehr, sagen sie. "Man hat ja selbst als Bankfachmann Probleme gehabt, die Produktbeschreibung zu verstehen", sagt Hösle.
Keine Spekulation, zurückhaltende Kreditvergabe, Selbstbeschränkung aufs bodenständige Kundengeschäft: Eigentlich hat die Raiffeisenbank alles richtig gemacht. Trotzdem verlor ihr Portfolio im vergangenen Herbst so stark an Wert, dass die Berichtigungen in der Bilanz am Ende des Jahres den Gewinn aus dem eigentlichen Geschäft auffraßen. "Wir haben uns entschieden, die Papiere nach dem strengsten möglichen Maßstab zu bewerten", erklärt Hösle. "Die Risiken sollten transparent ausgewiesen werden. Reale Verluste hatten wir aber keine." Dennoch stand unter dem Strich der Bilanz nur deshalb ein kleiner Gewinn, weil stille Reserven aus den vorhergehenden Jahren aufgelöst wurden. Der Durchschnitt der bayrischen Banken schlug sich besser.
Hösle und Kronawitter werten das als Sonderfall. Schließlich machte ihre Bank in den Jahren vor Lehman Gewinne, und auch in diesem Jahr soll das wieder gelingen. Die Hochrechnungen sehen bislang gut aus.
- Datum 25.09.2009 - 10:59 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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