Rekordhoch am Goldmarkt Misstrauensvotum gegen den Dollar
Der Goldpreis bricht Rekord um Rekord. Schwellenländer stocken aus Angst vor einem Dollarverfall ihre Goldreserven auf – und verknappen so das Angebot. Von Stefan Frank
© Getty Images

Ein Juwelier in New York wirbt um Kunden, die Gold und Diamanten verkaufen. Der Goldpreis erreichte am Montag ein neues Rekordhoch
Am Montag brach der Goldpreis einen neuen Rekord: Auf mehr als 1.130 US-Dollar kletterte der Preis für eine Feinunze. Das sind hundert Dollar mehr als noch vor zwei Wochen. Innerhalb eines Jahres hat sich das Edelmetall sogar um rund 400 Dollar – oder 50 Prozent – verteuert. Begonnen hat der jüngste Anstieg im September, als der Preis zum ersten Mal seit Anfang 2008 die psychologisch wichtige 1000-Dollar-Marke überspringen konnte.
Vor zwei Wochen beschleunigte sich die Entwicklung. Da wurde bekannt, dass sich der Internationale Währungsfonds (IWF) von der Hälfte seiner Goldreserven trennt – das sind 200 Tonnen. Diese Nachricht hätte den Goldmarkt eigentlich belasten müssen. Doch der IWF wirft das Gold nicht auf den Markt, sondern verkauft es an die indische Notenbank, die damit in die Gruppe der zehn Zentralbanken mit den größten Goldreserven aufsteigt. Offenbar sind die Schwellenländer selbst bei den derzeit hohen Preisen bereit, ihren Dollarreserven einen größeren Anteil Gold beizumischen.
Das ist ein Misstrauensvotum gegen Amerikas Währung. Der Wert des Dollars wird immer fragwürdiger, weil die USA immer mehr Geld drucken müssen, um ihr Budgetdefizit in Höhe von geschätzten zwei Billionen Dollar zu finanzieren. Gold hingegen kann von Regierungen oder Notenbanken nicht aus dem Nichts geschaffen werden. Seine Menge wächst nur sehr langsam. Obwohl sich der Goldpreis seit Beginn des Jahrzehnts vervierfacht hat, sind die Minenbetreiber nicht in der Lage, die Fördermenge zu erhöhen.
Der Grund: Es wird immer schwieriger, das seltene Metall zu finden. Jedes Jahr falle die weltweite Produktion um etwa eine Million Unzen, sagt Aaron Regent, Präsident von Barrick Gold, einem der größten Goldkonzerne der Welt. In den neunziger Jahren, als der Goldpreis bis auf 250 Dollar fiel, konnten Konzerne wie Barrick nur überleben, indem sie sich auf die Ausbeutung der allerreichhaltigsten Minen konzentrierten. Viele davon sind nun erschöpft, und neue hochklassige Vorkommen werden kaum noch entdeckt. Die Produktion in Südafrika, dem ehemals weltweit größten Förderland, erreichte bereits 1970 ihren Gipfel und hat sich seither halbiert.
Eine wichtige Goldquelle waren in den vergangenen 15 Jahren die Zentralbanken. Lange Zeit verkauften sie ihr Gold, um den Erlös anschließend in Zinspapiere zu investieren. Doch Finanzkrise und Dollarschwäche lassen diese Strategie in einem immer trüberen Licht erscheinen, während die Vorzüge des Goldes immer heller glänzen. Aus den Verkäufern sind mittlerweile Käufer geworden. Vor Indien hatten bereits Russland und China ihre Goldreserven erhöht.
Auch Privatanleger zeigen zunehmend Interesse. Manche kaufen Goldmünzen wie den südafrikanischen Krügerrand, andere bevorzugen an der Börse gehandelte Wertpapiere, die den Goldpreis nachbilden. Im März 2007 wurden erstmals Gold-Exchange-Traded-Funds (ETFs) zum Handel zugelassen. Deren Anteilsscheine sind durch physisches Gold gedeckt. Seither haben solche ETFs bereits 1,800 Tonnen Gold angesammelt. Damit haben sie entscheidend zum Goldpreisanstieg beigetragen. Zusammen besitzen sie heute die fünftgrößten Goldreserven der Welt, mit einem Marktwert von etwa 70 Milliarden Dollar.
Für einen weiterhin festen Goldpreises in den nächsten Monaten spricht auch der Kalender. Die starken Anstiege fielen in den letzten acht Jahren seit Beginn des Goldpreisbooms fast immer in die Zeit zwischen Oktober und Februar – während es zwischen März und September oft heftige Rückschläge gab. Nach dem starken Anstieg der letzten Wochen ist natürlich auch jetzt eine deutliche Korrektur jederzeit möglich. Vor allem dann, wenn der Dollar seinen Abwärtstrend unterbrechen und wieder an Wert gewinnen sollte. Langfristig ist aber ein noch weitaus höherer Goldpreis denkbar. Den Regierungen und Notenbanken sei dank.
- Datum 17.11.2009 - 10:33 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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"Gold hingegen kann von Regierungen oder Notenbanken nicht aus dem Nichts geschaffen werden. Seine Menge wächst nur sehr langsam."
Bei diesen zwei Sätzen müsste jedem mit ein bisschen Fähigkeit zum Nachdenken ein Licht aufgehen. Geldschöpfung aus dem Nichts ... das Geld war früher mal 1:1 an einen realen Gegenwert gebunden, diese starke Kopplung ist mit Märkten jenseits der Realwirtschaft mittlerweile aufgelöst worden. Dies und der Zins mit Zinseszins sind die Urheber der stetigen Inflation. Aber das will ja immer keiner hören ... funktioniert ja alles so prächtig mit unserem Geldsystem, nicht?
Daß es ratsam sein könnte, den Goldpreis im Auge zu behalten, stritt man mir stets mit dem Hinweis ab, daß derlei Flausen allenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammten. Man sagte mir das bei 400 Dollar, bei 500, bei 600, bei 900 und auch wieder bei 1000 Dollar für die Unze.
Ich kaufe übrigens noch immer Gold, und zwar bis zu dem Tag, an dem die staatlich legitimierte Geldfälscherei genau jenem Wert entgegenstrebt, der mit dem bedruckten Papier verkörpert ist: Null.
Daß es ratsam sein könnte, den Goldpreis im Auge zu behalten, stritt man mir stets mit dem Hinweis ab, daß derlei Flausen allenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammten. Man sagte mir das bei 400 Dollar, bei 500, bei 600, bei 900 und auch wieder bei 1000 Dollar für die Unze.
Ich kaufe übrigens noch immer Gold, und zwar bis zu dem Tag, an dem die staatlich legitimierte Geldfälscherei genau jenem Wert entgegenstrebt, der mit dem bedruckten Papier verkörpert ist: Null.
Daß es ratsam sein könnte, den Goldpreis im Auge zu behalten, stritt man mir stets mit dem Hinweis ab, daß derlei Flausen allenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammten. Man sagte mir das bei 400 Dollar, bei 500, bei 600, bei 900 und auch wieder bei 1000 Dollar für die Unze.
Ich kaufe übrigens noch immer Gold, und zwar bis zu dem Tag, an dem die staatlich legitimierte Geldfälscherei genau jenem Wert entgegenstrebt, der mit dem bedruckten Papier verkörpert ist: Null.
...gegen Amerikas Währung."
Das agen die Leut oft und leicht. Es schreibt nun jeder so. Stimmen muss es indes nicht.
Ein Zeichen, das das so ganz nicht stimmen könnte, war die Flucht in den Dollar, als die Risiken aus der Krise weltweit grösser schienen als jetzt. Man ging vermutlich in die Währung von der man annahm, sie sei am sichersten. Nun wandert das Geld zurück in Währungen mit höherer Rendite oder in denen man aus Diversifizierungszwecken höher representiert sein sollte.
Dass die selbstgewählte Bindung vieler Länder an den Dollar, die die Ausfuhr beschleunigen sollte auch Nachteile hat, bemerkten die Handelnden erst spät oder verdrängten das Wissen darum, um ihre Wirtschaften schneller wachsen zu lassen. Dass sie nun ihre Reserven diversifizieren ist eine Realisierung der Erkenntnis der Folgen früherer Entscheidung. Wenn nicht verwirrte Panik hirnlos einsetzt, ist das zu begrüßen und nur gesund. Ein ganz natürlicher Prozeess.
Angst muss man vor der kenntnislosen Panik haben, nicht vor dem Wert des Dollars. Das bedeutet nicht, dass alles schön und gut ist. Wir werden ein Problem damit haben, dass die Amerikaner nun weniger konsumieren und wir daher neue Märkte mit neuen Produkten und geringeren Margen teuer aufbauen müssen. Aber das ist der Gang der Welt.
und seinem Verlust hat das bisherige Geplänkel ja nicht viel zu tun, und zwar aus den Gründen, die Sie genannt haben. Aber sehen Sie das doch in langer Perspektive: Generiert eine Regierung, die die eigene Währung in einem bisher nicht gekannten Tempo selbst entwertet, langfristiges Vertrauen in eben diese Währung? Zunächst: Nein.
Allerdings sprechen zwei wesentliche Gründe dafür, daß dies, zumindest vorerst, auch keine weiteren Konsequenzen nach sich zieht:
1. Mit den anderen »majors« (EUR, GBP, JPY) sieht es nicht fundamental anders aus.
2. »They can't dump the buck«, wie es Warren Buffett dermaleinst formulierte.
und seinem Verlust hat das bisherige Geplänkel ja nicht viel zu tun, und zwar aus den Gründen, die Sie genannt haben. Aber sehen Sie das doch in langer Perspektive: Generiert eine Regierung, die die eigene Währung in einem bisher nicht gekannten Tempo selbst entwertet, langfristiges Vertrauen in eben diese Währung? Zunächst: Nein.
Allerdings sprechen zwei wesentliche Gründe dafür, daß dies, zumindest vorerst, auch keine weiteren Konsequenzen nach sich zieht:
1. Mit den anderen »majors« (EUR, GBP, JPY) sieht es nicht fundamental anders aus.
2. »They can't dump the buck«, wie es Warren Buffett dermaleinst formulierte.
und seinem Verlust hat das bisherige Geplänkel ja nicht viel zu tun, und zwar aus den Gründen, die Sie genannt haben. Aber sehen Sie das doch in langer Perspektive: Generiert eine Regierung, die die eigene Währung in einem bisher nicht gekannten Tempo selbst entwertet, langfristiges Vertrauen in eben diese Währung? Zunächst: Nein.
Allerdings sprechen zwei wesentliche Gründe dafür, daß dies, zumindest vorerst, auch keine weiteren Konsequenzen nach sich zieht:
1. Mit den anderen »majors« (EUR, GBP, JPY) sieht es nicht fundamental anders aus.
2. »They can't dump the buck«, wie es Warren Buffett dermaleinst formulierte.
Wann lernen die Leute endlich, dass es immer wieder Blasen gibt, die eines Tages platzen. Wer zu den Letzten gehört, die auf eine Blase einsteigen, hat die maximalen Verluste. Gewinne aus der Vergangenheit lassen sich nicht mehr nachholen.
sondern nur noch um den Erhalt eines kleineren, mittleren oder größeren Vermögens.
Wenn Sie sich die Preise für Gold und Silber z.B. in Euro anschauen, sieht die Welt derzeit noch gar nicht so schlimm aus.
Angenommen, Sie hätten ne halbe Million, die Ihnen bis zum Lebensende vollkommen reichen würde und sind einigermassen skeptisch, wie lange die aufgepumpte Blasenwirtschaft jenseits der Realwirtschaft noch weiterläuft - denn die USA sind schon lange pleite und die FED macht weitgehend was sie will. Wem der Laden wirklich gehört, sollten Sie wissen.
Wäre es da nicht clever, zumindest einen Teil davon abzusichern durch einen mit hoher Sicherheit auch aus der Lebenserfahrung heraus dauerhaften Wert? Einfach nur um nach einem möglichen Crash einigermassen nett weiter leben zu können? Das ist vielen wichtiger als ein imaginärer Gewinn. Der Gewinn ist der Erhalt und nicht die Vermehrung.
sondern nur noch um den Erhalt eines kleineren, mittleren oder größeren Vermögens.
Wenn Sie sich die Preise für Gold und Silber z.B. in Euro anschauen, sieht die Welt derzeit noch gar nicht so schlimm aus.
Angenommen, Sie hätten ne halbe Million, die Ihnen bis zum Lebensende vollkommen reichen würde und sind einigermassen skeptisch, wie lange die aufgepumpte Blasenwirtschaft jenseits der Realwirtschaft noch weiterläuft - denn die USA sind schon lange pleite und die FED macht weitgehend was sie will. Wem der Laden wirklich gehört, sollten Sie wissen.
Wäre es da nicht clever, zumindest einen Teil davon abzusichern durch einen mit hoher Sicherheit auch aus der Lebenserfahrung heraus dauerhaften Wert? Einfach nur um nach einem möglichen Crash einigermassen nett weiter leben zu können? Das ist vielen wichtiger als ein imaginärer Gewinn. Der Gewinn ist der Erhalt und nicht die Vermehrung.
spiegelt natürlich auch den Verfall und Wertverlust des Dollar wieder, zum anderen ist es knapp und begehrt.
Was Indien und Russland getan haben war sicherlich richtig, nämlich ihr Dollarrisiko zu reduzieren. Das sollten die europäischen Länder auch schleunigst tun, den der Euro "ruht" zu mindestens 80% auf dem Dollar.
Die FED wird sobald nicht den Geldhahn zudrehen, jeder frische Dollar bringt ihr neue Zinsen ins Haus, die der US-Steuerzahler berappen darf - Geldentwertung hin oder her.
Dazu gibt es aber Gerüchte, das es eben irgendwann früher oder später zu einer Abwertung oder Währungsreform (möglicherweise kommt dann der "Amero" als Gemeinschaftswährung von USA, Canada und Mexiko) kommen muss, auch um die Schuldenlast zu reduzieren. Damit wird aber alles dollarbasierende sozusagen über Nacht verarmt und enteignet - auch der Euro bzw. die meisten Währungen dieser Welt.
Die US-Investoren und Banken sorgen schon lange vor und kaufen aus der Dollarblase heraus mit Buchgeld weltweit Firmen (50% der DAX-Firmen sind in amerikanischer Mehrheitshand), Infrastrukturen und Sachwerte mit geringstmöglichen Eigenkapitaleinsatz, um nach einem zu erwartenden Crash eben nicht auf wertlosen Geldsäcken zu sitzen, sondern reale Werte im Portfolio zu haben, die über kurz oder lang wieder werthaltig sind (und teilweise gar Monopole bilden können) und Profite abwerfen.
Da wäre es dumm, nur auf das eigene positive Guthaben oder das konservative Anleihendepot bei der Bank zu vertrauen.
sondern nur noch um den Erhalt eines kleineren, mittleren oder größeren Vermögens.
Wenn Sie sich die Preise für Gold und Silber z.B. in Euro anschauen, sieht die Welt derzeit noch gar nicht so schlimm aus.
Angenommen, Sie hätten ne halbe Million, die Ihnen bis zum Lebensende vollkommen reichen würde und sind einigermassen skeptisch, wie lange die aufgepumpte Blasenwirtschaft jenseits der Realwirtschaft noch weiterläuft - denn die USA sind schon lange pleite und die FED macht weitgehend was sie will. Wem der Laden wirklich gehört, sollten Sie wissen.
Wäre es da nicht clever, zumindest einen Teil davon abzusichern durch einen mit hoher Sicherheit auch aus der Lebenserfahrung heraus dauerhaften Wert? Einfach nur um nach einem möglichen Crash einigermassen nett weiter leben zu können? Das ist vielen wichtiger als ein imaginärer Gewinn. Der Gewinn ist der Erhalt und nicht die Vermehrung.
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