Finanzmarkt Obama gegen die Macht der Banken
Die Regulierungspläne des US-Präsidenten sind mutig und richtig. Schafft er es, das Geschäft der Banken zu begrenzen, wird das auch den Überschwang der Börse bremsen, schreibt das Börs-o-Meter.
© Olivier Douliery/Getty Images

Will die Geschäfte der Banken beschneiden: US-Präsident Barack Obama
US-Präsident Obama hat der Bankindustrie den Kampf angesagt. Anderes lässt sich aus den Vorschlägen nicht schließen, die er Donnerstagabend in Washington verkündete. Die zentralen Punkte: Die Institute dürfen keinen Eigenhandel mehr betreiben und sich nicht mehr an Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds beteiligen. Zudem soll ihre Größe begrenzt werden, um künftig zu verhindern, dass die Schwierigkeiten einzelner Institute das gesamte Finanzsystem bedrohen.
Das ist mutig. "Während unser Finanzsystem heute weitaus robuster ist als vor einem Jahr, operiert es doch noch immer unter den Regeln, die beinahe zu seinem Kollaps geführt haben", sagte Obama in seiner Rede. Das würde sich durch die neuen Vorschriften ändern. Doch der Präsident weiß, dass die Bankenindustrie alles daran setzen wird, die Umsetzung seiner Vorschläge weitestmöglich abzuschwächen, um die größten Gefahren für ihr Geschäftmodell zu beseitigen.

Der US-Präsident setzt die Banken öffentlich unter Druck - und nimmt ihre Spenden gerne entgegen. Klicken Sie auf das Bild, um mehr zu lesen!
Das ließ sich gestern direkt nach seiner Rede schon beobachten. Barney Frank, der Vorsitzende des Finanzausschusses im Repräsentantenhaus, deutete an, dass die Vorschläge innerhalb der nächsten fünf Jahre umgesetzt werden könnten. Fünf Jahre – in dieser Zeit sind zuletzt durchschnittlich eineinhalb Krisen an den Märkten entstanden. Die Lobbymacht lässt grüßen.
Dass Obamas Pläne so drastisch ausgefallen sind, ist kein Wunder. Schließlich hat Paul Volcker sie ausgearbeitet, der ehemalige Fed-Präsident, der Ende der 1970er-Jahre schon einmal zur Bekämpfung der Inflation hart durchgegriffen hat und das Land in zwei tiefe Rezessionen führte. Doch er schaffte es, die Inflation einzudämmen. Wenn Volcker ein Ziel hat, verfolgt er es konsequent. Probleme, die dadurch entstehen, nimmt er in Kauf.
Seine Vorschläge sind nicht einmal wirklich neu. Die Trennung zwischen Kundengeschäft und Investmentbanking, die sich durch sie abzeichnet, gab es schon einmal. Sie wurde als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise eingeführt und erst 1999 aufgehoben – von Volckers Nachfolger Greenspan, der in der aktuellen Krisenbewältigung bislang eine auffällig kleine bis gar keine Rolle spielt. Seit Greenspan die Trennung der Geschäftsbereiche aufhob, gab es mindestens zwei große Finanzmarktblasen mit dem darauf folgenden Crash. Nicht alle ihre Ursachen sind auf die Gesetzeslockerung zurückzuführen, doch sie hat die Entwicklung zumindest begünstigt.

Der Präsident lässt den gefährlichen Bankkonzern von der Leine. Klicken Sie auf das Bild, um mehr zu lesen!
Zum Teil haben die Banken sich den Angriff auf ihr Geschäftsmodell auch selbst zuzuschreiben. Wer riesige Summen an Staatshilfen in Anspruch nimmt, die Kreditvergabe an Haushalte und Unternehmen einschränkt, aber gleichzeitig mehr als 140 Milliarden Dollar an Boni auszahlt, hat nicht verstanden, dass sich die Zeiten geändert haben. Da hilft es auch nichts, dass Goldman Sachs gerade bekannt gab, für das abgelaufene Geschäftsjahr die Boni so gering halten zu wollen wie lange nicht mehr, und das trotz des ausgewiesenen Rekordgewinns. Die von Obama erst vor wenigen Tagen angekündigte Strafsteuer für die Banken in Höhe von 90 Milliarden Dollar war wohl das erste Anzeichen dafür, wie groß die Verärgerung der US-Regierung ist. Jetzt hat sie nachgelegt.
Während die direkten Folgen der Vorschläge, sollten sie in der Form umgesetzt werden, offensichtlich sind, gibt es noch weitere Folgen, die sich erst im Zeitablauf zeigen werden. Sollten die Banken nicht mehr mit eigenem Geld an den Finanzmärkten aktiv werden dürfen, fällt ein in den vergangenen Jahren immer wichtiger gewordener Marktteilnehmer weg. Dadurch nimmt die Marktliquidität ab. Sinkende Liquidität führt aber in der Regel zu größeren Kursschwankungen, da eine zunehmende Nachfrage oder ein plötzlicher Abgabedruck von nur noch wenigen Marktteilnehmern absorbiert werden kann. Die Kursausschläge werden größer.
Kurzfristig dürften die Kurse vor allem nach unten hin ausschlagen. Banktitel haben als Folge der Obama-Vorschläge sofort besonders stark verloren, die Kurse der anderen Aktien wanderten gleichsam solidarisch mit nach unten. Das wird sich wohl fortsetzen. Denn das zentrale Element des Börsenaufschwungs und das Hauptargument dafür, dass die Kurse auch künftig weiter steigen müssten, war die Liquidität. Sinkt diese plötzlich, sind auch alle liquiditätsbasierten Hoffnungen erst einmal dahin. Das nennt man dann wohl Kollateralschäden. Auf lange Sicht sind sie aber in Kauf zu nehmen, um die Wahrscheinlichkeit neuer Kursblasen zu verringern.
Conrad Mattern ist Vorstand der Conquest Investment Advisory AG und Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Sein besonderes Interesse gilt der Psychologie der Märkte. Auf ZEIT ONLINE beleuchtet er in unregelmäßigen Abständen die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten
- Datum 22.01.2010 - 10:01 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Nachdem die Wahlen in Mass. verloren wurden, muss jetzt ganz schnell irgend etwas getan werden, um die Amerikaner auf seine Seite zu bringen. Aber das ist doch jetzt schon zum Scheitern verurteilt...
Wer regiert denn wirklich in Washington? Richtig, die Walls Street...
so pessimistisch?! Endlich beweist einer, der was zu melden hat "Eier". Das ist doch das was die Menschen zur Zeit frustriert, das Gefühl Wirtschaft und Finanzen tanzen uns auf der Nase rum.
Statt zu warten dass eine EINSICHT bei denjenigen wächst, muss man Schranken setzen.
Es ist deren (Banker) JOB/Berufung Geld zu machen,egal wie, deswegen machen die weiter, ist doch logisch. Da können wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten.
so pessimistisch?! Endlich beweist einer, der was zu melden hat "Eier". Das ist doch das was die Menschen zur Zeit frustriert, das Gefühl Wirtschaft und Finanzen tanzen uns auf der Nase rum.
Statt zu warten dass eine EINSICHT bei denjenigen wächst, muss man Schranken setzen.
Es ist deren (Banker) JOB/Berufung Geld zu machen,egal wie, deswegen machen die weiter, ist doch logisch. Da können wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten.
so pessimistisch?! Endlich beweist einer, der was zu melden hat "Eier". Das ist doch das was die Menschen zur Zeit frustriert, das Gefühl Wirtschaft und Finanzen tanzen uns auf der Nase rum.
Statt zu warten dass eine EINSICHT bei denjenigen wächst, muss man Schranken setzen.
Es ist deren (Banker) JOB/Berufung Geld zu machen,egal wie, deswegen machen die weiter, ist doch logisch. Da können wir bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten.
aber es wird nicht passieren. Nochmal:
Washington = Wall Street und Wall Street = Washington
Letztlich reiner Populismus. Der Kongress wird ihm schon den Dämpfer verpassen, was er wohl auch weiss. Die Hochfinanz hat leider nicht nur in Washinghton das Sagen, auch in Berlin (und dies schon 1933, denn wer finanzierte zum erheblichen Teil die NSDAP).
Letztlich reiner Populismus. Der Kongress wird ihm schon den Dämpfer verpassen, was er wohl auch weiss. Die Hochfinanz hat leider nicht nur in Washinghton das Sagen, auch in Berlin (und dies schon 1933, denn wer finanzierte zum erheblichen Teil die NSDAP).
Letztlich reiner Populismus. Der Kongress wird ihm schon den Dämpfer verpassen, was er wohl auch weiss. Die Hochfinanz hat leider nicht nur in Washinghton das Sagen, auch in Berlin (und dies schon 1933, denn wer finanzierte zum erheblichen Teil die NSDAP).
...den Rest können unsere Kinder dann in den Geschichtsbüchern lesen. Ich denke noch immer Obama ist auf der Seite der Menschen.
Nur leicht hat er es wirklich nicht. Er kann nicht zu allem eine eigene Fachmeinung haben. Krieg, Wirtschaft, Sozialwesen, Börse etc. Er muß mit seinem Verstand und mit Hilfe von Beratern zwischen richtig und falsch entscheiden. Ohne Fachwissen und Kenntnis der Zusammenhänge und Verstrickungen. Das ist nicht easy. Da sind Fallen und Irrtümer vorprogrammiert. Denkt wie hoffnungslos verloren manch seiner Vorgänger in gleicher Situation gewesen wären. Also gebt ihm eine Chance und bewertet ihn nicht nach Einzelaktionen
Auch wenn dac Vorhaben durgesetzt wird, bringt es nicht viel, solange es nicht global umgestetzt wird. Das wird sicherlich nich passieren, denn durch diese Einschraenkung in den USA werden viele andere Staaten (Schweiz, Luxemburg, Hong-Kong, Dubai...) ihre chance nutzen und die Marktluecke fuellen. Wenn dann dort etwas passier, und eine Megabank pletei geht, wird das aufgrund der globalen Vernetzung den gleichen Effekt haben und alles mit sich hinunterziehen.
Die Wurzel des Problems, ist die zu grosse Geldmenge und ein hoch fokusiertes Superreichtum: es gibt mehr Geld, als was noch in reale Werte investiert werden kann. Dann investiert sich das Geld ebnen in sich selbst um fiktiv den Wert zu halten, den es nicht gibt. Teure Kustgemaelde, Chinesiche Shrottimobilien, Banken kaufen sich gesgenseitig auf um fiktiv ihre Werte zu erhoehen, alles aehnlich wie in einem Pyramidenspiel.
Es wird also sicherlich wieder knallen. Frage ist nur wo, wann und in welcher Form. Madoff hat gezeigt, dass es durchaus Jahrzente gut gehen kann, eine Blase zu schmieden. Aber wenn einmal das ganze Geld nich mehr in Geld investiert wird, sondern in reale Werte, dann wird es spannend...
Ich weiss, die Denkschablonen gebieten, den Feind bei den Superreichen und in der Schweiz zu suchen. Die Wahrheit schaut aber anders aus:
- nicht die Superreichen bringen das meiste Spielgeld für das Kasino an der Börse, sondern die Staatsfonds aus O-Asien, dem Mittleren Osten und Russland, die Pensionskassen aus Europa und Amerika, die vielen Versicherungsgesellschaften mit den Millionen von kleinen und mittleren Versicherungsnehmern
- die Schweiz hat schon höhere Eigenkapitalvorschriften eingeführt, wo Obama und die deutsche Regierung bestenfalls laut am Sprechen sind.
- die Schweiz, Luxemburg, Hong-Kong, Dubai wurden von den Bankproblemen weniger betroffen als die USA, Deutschland oder England. Offensichtlich wird in diesen Ländern seriöser gewirschaftet als in Deutschland.
Ich weiss, die Denkschablonen gebieten, den Feind bei den Superreichen und in der Schweiz zu suchen. Die Wahrheit schaut aber anders aus:
- nicht die Superreichen bringen das meiste Spielgeld für das Kasino an der Börse, sondern die Staatsfonds aus O-Asien, dem Mittleren Osten und Russland, die Pensionskassen aus Europa und Amerika, die vielen Versicherungsgesellschaften mit den Millionen von kleinen und mittleren Versicherungsnehmern
- die Schweiz hat schon höhere Eigenkapitalvorschriften eingeführt, wo Obama und die deutsche Regierung bestenfalls laut am Sprechen sind.
- die Schweiz, Luxemburg, Hong-Kong, Dubai wurden von den Bankproblemen weniger betroffen als die USA, Deutschland oder England. Offensichtlich wird in diesen Ländern seriöser gewirschaftet als in Deutschland.
Ich weiss, die Denkschablonen gebieten, den Feind bei den Superreichen und in der Schweiz zu suchen. Die Wahrheit schaut aber anders aus:
- nicht die Superreichen bringen das meiste Spielgeld für das Kasino an der Börse, sondern die Staatsfonds aus O-Asien, dem Mittleren Osten und Russland, die Pensionskassen aus Europa und Amerika, die vielen Versicherungsgesellschaften mit den Millionen von kleinen und mittleren Versicherungsnehmern
- die Schweiz hat schon höhere Eigenkapitalvorschriften eingeführt, wo Obama und die deutsche Regierung bestenfalls laut am Sprechen sind.
- die Schweiz, Luxemburg, Hong-Kong, Dubai wurden von den Bankproblemen weniger betroffen als die USA, Deutschland oder England. Offensichtlich wird in diesen Ländern seriöser gewirschaftet als in Deutschland.
Wenn ich mir die aktuelle Verteilung der Vermögen so ansehe (die Schweiz rangiert global seit Jahren zwischen den Plätzen 1-5 was die Ungleichheit der Vermögensverteilung anbelangt) kann es gar nicht sein das der grösste Teil des Kapitals von Mio. von Kleinsparern kommt. Oder wie war das noch mal wenn 5% der Bevölkerung auf einen Anteil von mehr als 50% Vermögensanteil kommen? So oder so, kommt mir das hervorholen angeblich sozialer Erfordernisse des Investierens (Pensionskassen etc.) vor wie das Feigenblatt welches herhalten muss um so weitermachen zu können wie bisher. Dazu kommt noch das gerade Pensionskassen gewisse Standards was die Veröffentlichung der Vermögen anbelangt einhalten müssen, während die Diener der Ultrareichen Investment- und Steuerhinterziehungsprofis dies bereits im Vorfeld zu verhindern wissen.
Wenn ich mir die aktuelle Verteilung der Vermögen so ansehe (die Schweiz rangiert global seit Jahren zwischen den Plätzen 1-5 was die Ungleichheit der Vermögensverteilung anbelangt) kann es gar nicht sein das der grösste Teil des Kapitals von Mio. von Kleinsparern kommt. Oder wie war das noch mal wenn 5% der Bevölkerung auf einen Anteil von mehr als 50% Vermögensanteil kommen? So oder so, kommt mir das hervorholen angeblich sozialer Erfordernisse des Investierens (Pensionskassen etc.) vor wie das Feigenblatt welches herhalten muss um so weitermachen zu können wie bisher. Dazu kommt noch das gerade Pensionskassen gewisse Standards was die Veröffentlichung der Vermögen anbelangt einhalten müssen, während die Diener der Ultrareichen Investment- und Steuerhinterziehungsprofis dies bereits im Vorfeld zu verhindern wissen.
O.k., jetzt entscheidet sich, ob wir in den nächsten zehn Jahren gleich wieder eine Finanzkrise erleben, oder ob es glimpflich ausgehen wird. Wir müssen Präsident Obama die Daumen drücken, denn von unserer Weichspüler-Regierung kommt sicher nichts. Die können höchstens die Initiative nachahmen, von selbst kommt da nichts. Hier geht es auch um Deutschland!
richtig!
Zitat: "O.k., jetzt entscheidet sich, ob wir in den nächsten zehn Jahren gleich wieder eine Finanzkrise erleben, oder ob es glimpflich ausgehen wird."
Wir befinden uns noch immer in einer Finanzkrise. Die Auwirkungen wurden durch UNSUMMEN gemildert. Das ist nichts anderes als ein Hinauszögern... Es wird nicht glimpflich ausgehen. Es wird entweder zum Kollaps führen oder eine schleichende Geldentwertung (= Enteignung der Vermögen, = Entschuldung des Staates) stattfinden.
Zitat: "Wir müssen Präsident Obama die Daumen drücken, ... Hier geht es auch um Deutschland!"
Es ist leider mit Daumen drücken nicht getan. Es müssten einschneidende Reformen beschlossen und umgesetzt werden. Und zwar weltweit. Das aber ist so wahrscheinlich, dass ich keinen Cent drauf wetten würde.
Es sollte sich endlich herumsprechen, dass dieses System krank ist. Lange schon.
Ich habe nur noch ein paar Kröten auf der Bank. Und das ist auch gut so...
richtig!
Zitat: "O.k., jetzt entscheidet sich, ob wir in den nächsten zehn Jahren gleich wieder eine Finanzkrise erleben, oder ob es glimpflich ausgehen wird."
Wir befinden uns noch immer in einer Finanzkrise. Die Auwirkungen wurden durch UNSUMMEN gemildert. Das ist nichts anderes als ein Hinauszögern... Es wird nicht glimpflich ausgehen. Es wird entweder zum Kollaps führen oder eine schleichende Geldentwertung (= Enteignung der Vermögen, = Entschuldung des Staates) stattfinden.
Zitat: "Wir müssen Präsident Obama die Daumen drücken, ... Hier geht es auch um Deutschland!"
Es ist leider mit Daumen drücken nicht getan. Es müssten einschneidende Reformen beschlossen und umgesetzt werden. Und zwar weltweit. Das aber ist so wahrscheinlich, dass ich keinen Cent drauf wetten würde.
Es sollte sich endlich herumsprechen, dass dieses System krank ist. Lange schon.
Ich habe nur noch ein paar Kröten auf der Bank. Und das ist auch gut so...
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