Unsicherheit am Aktienmarkt Wann kommt die Korrektur?
Die Kurse sind rasant gestiegen. Doch die Lage am Aktienmarkt ist angespannt. Viele Anleger fragen sich: Halten oder jetzt verkaufen?
Nahezu alle Stimmungsindikatoren an den Aktienmärkten zeigen eines ganz deutlich: Die Unsicherheit unter den Anlegern ist so hoch wie schon lange nicht mehr. Aber wie kann das sein? Haben sich doch die Aktienkurse seit ihrem Tief vor einem Jahr kräftig erholt und eine Ralley verzeichnet, wie sie schon seit Langem nicht mehr zu sehen war.
Ganz einfach: Die Investoren sind von der positiven Entwicklung nicht überzeugt. Das zeigt sich vor allem an den außerordentlich niedrigen Umsätzen. Während vom EuroSTOXX-Future an Tagen mit einer großen Kursbewegung auch schon einmal mehr als drei Millionen Kontrakte gehandelt werden, waren es in den vergangenen Tagen nie mehr als 1,5 Millionen.
Die niedrigen Umsätze sind Ausdruck für die große Zahl von Investoren, die eher eine abwartende Haltung einnehmen, also neutral positioniert sind. Die Anleger warten auf einen Trend, auf ein Zeichen, wohin die Reise geht. Die Frage ist nur, in welche Richtung sich die Unsicherheit auflöst.
Das fundamentale Umfeld spricht für eine Kurskorrektur nach unten. In den USA hat sich die Lage auf dem Immobilienmarkt noch immer nicht entspannt. Darüber hinaus wurden seit Jahresbeginn bereits 26 Banken geschlossen und über 700 sind nach Einschätzung des amerikanischen Einlagensicherungsfonds gefährdet. Die massiven Finanzhilfen der US-Regierung und das billige Geld der Notenbank können die Probleme im Finanzsektor nicht auf Dauer lösen.
Zudem ist die zusätzliche staatliche Liquidität eine der Ursachen für die Kursgewinne der vergangenen Monate. Schließlich will das zusätzliche Geld irgendwo investiert werden. Und wenn es schon nicht in die Realwirtschaft fließt, wird es eben an den Finanzmärkten angelegt.
Auf Dauer kann diese Entwicklung nicht gut gehen: An den Aktienmärkten wird die Zukunft gehandelt – das massive Kursplus muss irgendwann durch gute Fundamentaldaten untermauert werden. Ohne ein solides Fundament stürzen die Märkte früher oder später wieder in sich zusammen.
- Datum 10.03.2010 - 18:24 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 11
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




weil ich die Steuerfreiheit auf den Veräußerungsgewinn
nicht verlieren will.
Ich kaufe auch nichts, weil ich nicht glaube, dass sich
Aktienkäufe nach Einführung der Abgeltungssteuer noch lohnen.
Der Staat geht mit knapp 50 des Gewinns einer AG auf und davon (Kapitalertragssteuer plus Abgeltungssteuer auf Dividenden und Veräußerungsgewinne plus Soli plus Kirchensteuer). Mein persönlicher Grenz-Steuersatz liegt weit darunter.
Aktien als Anlage lohnen nicht mehr, jedenfalls nicht für mich.
Schließlich will das zusätzliche Geld irgendwo investiert werden.<
Wenn man sich Aktien kauft, liegt das Geld dann im Finanzmarkt fest?
Nein, der Verkäufer der Aktien hat das Geld erstmal auf dem Konto und kann es anlegen, wo er will.
Der Finanzmarkt schluckt beim Aktienhandel kein Geld.
Allerdings, wenn das Geld knapp wird, steigt die Zahl der Verkäufer relativ zur Zahl der möglichen Käufer.
Das drückt auf die Kurse (Preise der Aktien)
Steigt die Zahl der Käufer im Verhältnis zur Zahl der Verkäufer, dann steigen die Preise der Aktien.
Aber das für Aktien ausgegebene Geld liegt immer irgendwo auf einem Konto oder der Verkäufer trägt es in seiner Hosentausche.
Ich glaube Sie irren sich. Soweit ich weiß, gibt es auch noch Realinvestitionen. Das Geld kann also auch im Sachvermögen liegen. Doch hier reden wir natürlich von Unternehmen und nicht von Personen.
Ich glaube Sie irren sich. Soweit ich weiß, gibt es auch noch Realinvestitionen. Das Geld kann also auch im Sachvermögen liegen. Doch hier reden wir natürlich von Unternehmen und nicht von Personen.
Ich glaube Sie irren sich. Soweit ich weiß, gibt es auch noch Realinvestitionen. Das Geld kann also auch im Sachvermögen liegen. Doch hier reden wir natürlich von Unternehmen und nicht von Personen.
dann hat es erstmal derjenige in der Tasche, der die Sachvermögen verkauft hat, z.B. der LKW-Hersteller bzw. dessen Arbeiter oder der Supermarkt, in dem der Arbeiter einkauft, oder, oder .....
und wenn der LKW-Hersteller mit dem eingenommenem Geld Schulden zurückzahlt z.B. an die Bank, dann kann es auch ganz verschwunden sein, wenn die Bank das Geld an die Zentralbank weiterreicht, die damit einen Schuldtitel löscht.
Ok, jetzt verstehe ich die Argumentation. Ich habe das zu sehr aus einer endogenen Perspektive betrachtet und die unternehmensexternen Zusammenhänge aussen hervorgelassen.
Ok, jetzt verstehe ich die Argumentation. Ich habe das zu sehr aus einer endogenen Perspektive betrachtet und die unternehmensexternen Zusammenhänge aussen hervorgelassen.
Liebe Leser,
die Kurse werden erst nachhaltig nicht mehr steigen, wenn die Anzahl der Geldbesitzer kleiner ist, als die Anzahl der Aktienbesitzer.
Artikel wie dieser deuten darauf hin, das die Skepsis noch groß ist und es derzeit zu wenige Aktienbesitzer gibt. Ein Ausverkauf fand noch nicht statt.
Korrekturen werden derweil von den "Großen" zum Akkumulieren genutzt. Die niedrigen Zinsen helfen dabei.
Im diesem Sinne, hochachtungsvoll
Ihr Börsenphilosoph
Jedes Mal, wenn ich zu mir sagte: „keine Aktien mehr!“, dann war der Tiefpunkt. Mit der Zeit habe ich – glaube ich – genügend Erfahrungen gesammelt. Ich weiß inzwischen auch, dass „Experte“ am meisten Geld verlieren, wenn es um Aktien geht.
Hier möchte ich behaupten, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht ist, wenn „Experte“ behaupten, es sei Zeit. Irgendwann, wenn man kein „Lärm“ mehr hört, ist es so weit mit dem Höhepunkt.
Zum Tiefpunkt der Börsen genau vor einem Jahr hatten die Investoren der Welt 4,5 Billionen Dollar dem Aktienmarkt entzogen und in Geldmarktfonds geparkt. 12 Monate später sind immer noch 3 Billionen, also zwei Drittel, nicht wieder auf den Aktienmarkt zurück gekehrt. Von "Höhepunkt" kann also keine Rede sein.
Zeit zum Verkaufen wird es erst dann, wenn wieder groß von Hedgefonds und anderen Heuschrecken die Rede ist.
Vor allem aber muss sich der Krisenzustand aus den Köpfen der Menschen lösen, genauso wie die Bankrotte der New Economy Blase verblassen mussten, bis es die Menschen wieder an die Börse trieb. Das dauert aber ein paar Jährchen.
Zeit zum Verkaufen wird es erst dann, wenn wieder groß von Hedgefonds und anderen Heuschrecken die Rede ist.
Vor allem aber muss sich der Krisenzustand aus den Köpfen der Menschen lösen, genauso wie die Bankrotte der New Economy Blase verblassen mussten, bis es die Menschen wieder an die Börse trieb. Das dauert aber ein paar Jährchen.
Ok, jetzt verstehe ich die Argumentation. Ich habe das zu sehr aus einer endogenen Perspektive betrachtet und die unternehmensexternen Zusammenhänge aussen hervorgelassen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren