Ratings versagten bereits häufig
Sollten die beiden anderen Rating-Agenturen (Moody's und Fitch) ihre Bewertung für Griechenland auf ein ähnliches Niveau wie S&P senken, dann würden griechische Anleihen nicht mehr von der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheiten akzeptiert. Die EZB hatte auf ihrer Sitzung Anfang Mai beschlossen, Papiere mit mindestens einem "BBB-"-Rating über das Jahr 2010 hinaus zu akzeptieren. Vor der Krise hatte die EZB lediglich Papiere mit einem Rating von mindestens „A-“ akzeptiert.
Aufgrund der schwer wiegenden Folgen von Rating-Herabstufungen für die betroffenen Länder, werfen Kritiker den Rating-Agenturen vor, sie beurteilten zu scharf. Nach der massiven Kritik im Zuge der Finanzkrise fürchten Ökonomen, eine Überreaktion der Agenturen, mit denen diese ihr Image aufpolieren wollen. In letzter Konsequenz würden ihre Negativ-Urteile so jedoch die Abwärtsspirale verschärfen.
In der Vergangenheit ging die Kritik an den Agenturen allerdings genau in die Gegenrichtung: So sahen sie sich nicht erst in der Finanzkrise dem Vorwurf ausgesetzt, dass sie zu spät auf aktuelle Entwicklungen reagieren und die Ratings bestenfalls nachlaufenden Charakter haben. Auch in der Asien- und der Russland-Krise Ende der 90er-Jahre war die Entwicklungen anhand der Ratings nicht vorherzusagen.
Für Anleger am Anleihemarkt ergeben sich aus der Diskussion um Ratings wichtige Konsequenzen: Eine blinder Rating-Glaube, den Ökonomen der Finanzwelt immer wieder vorwerfen, ist angesichts der beschriebenen Mängel verfehlt. Wie bei jeder Anlageentscheidung sollten stets mehrere Stimmen und Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen Analysen von Bankvolkswirten und unabhängigen Ökonomen ebenso wie ein Blick auf die Credit Default Swaps, die anzeigen, wie viel Investoren zahlen müssen, um sich gegen den Zahlungsausfall eines Schuldners zu versichern. Ohne auf Ratings zu schauen, sollten Anleger jedoch keine Entscheidung treffen. Dagegen spricht schon die Macht der Agenturen. Denn die wird sich auch durch die jüngsten Regulierungsbestrebungen nicht entscheidend verringern.
(Erschienen im Handelsblatt)
- Datum 29.04.2010 - 11:29 Uhr
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- Quelle Handelsblatt
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Mich würden Details hier nämlich wirklich interessieren...
Auch, wie kann man "rating-Agenturen" ernst nehmen wenn diese bei den Banken spektakulär versagt haben?
Würde einem regulären Mitarbeiter in einem Unternehmen so etwas passieren - es gäbe "Probleme" - die rate-Agenturen machen munter weiter.
Mal so bewertet, mal andersrum...
....interessieren?
"Auch, wie kann man "rating-Agenturen" ernst nehmen wenn diese bei den Banken spektakulär versagt haben?"
Ich habe früher mit den Statistiken des Erfolgs der Ratings gearbeitet. Die Daten stellen die Agenturen unkompliziert zur Verfügung. Die Ergebnisse sind recht gut über die Jahre und sicherlich so gut wie die besten Kreditabteilungen in Großbanken. Dass man nicht immer recht hat ist klar. Das zeigen die Abschreibungen in den Kreditportfolien der Banken.
"Würde einem regulären Mitarbeiter in einem Unternehmen so etwas passieren - es gäbe "Probleme" - die rate-Agenturen machen munter weiter.
Mal so bewertet, mal andersrum..."
Wenn einem Analysten bei den Agenturen "so etwas" passiert - es gibt "Probleme".
Aber das Heulen der Beamtokraten und Politiker zeigt sich hierdurch in seiner ganzen Heuchelei und Verlogenheit:
"Die EZB hatte auf ihrer Sitzung Anfang Mai beschlossen, Papiere mit mindestens einem "BBB-"-Rating über das Jahr 2010 hinaus zu akzeptieren. Vor der Krise hatte die EZB lediglich Papiere mit einem Rating von mindestens „A-“ akzeptiert."
....interessieren?
"Auch, wie kann man "rating-Agenturen" ernst nehmen wenn diese bei den Banken spektakulär versagt haben?"
Ich habe früher mit den Statistiken des Erfolgs der Ratings gearbeitet. Die Daten stellen die Agenturen unkompliziert zur Verfügung. Die Ergebnisse sind recht gut über die Jahre und sicherlich so gut wie die besten Kreditabteilungen in Großbanken. Dass man nicht immer recht hat ist klar. Das zeigen die Abschreibungen in den Kreditportfolien der Banken.
"Würde einem regulären Mitarbeiter in einem Unternehmen so etwas passieren - es gäbe "Probleme" - die rate-Agenturen machen munter weiter.
Mal so bewertet, mal andersrum..."
Wenn einem Analysten bei den Agenturen "so etwas" passiert - es gibt "Probleme".
Aber das Heulen der Beamtokraten und Politiker zeigt sich hierdurch in seiner ganzen Heuchelei und Verlogenheit:
"Die EZB hatte auf ihrer Sitzung Anfang Mai beschlossen, Papiere mit mindestens einem "BBB-"-Rating über das Jahr 2010 hinaus zu akzeptieren. Vor der Krise hatte die EZB lediglich Papiere mit einem Rating von mindestens „A-“ akzeptiert."
"...es werden Interessenskonflikte vermutet..."
Ja, ist wirklich zu "vermuten", dass Ratingagenturen, die in Konkurrenz zueinander genau die Firmen bewerten, von denen sie bezahlt werden, nicht allzu hart anfassen.
Da es auch Spekulanten mit Milliardeninteressen an bestimmten Abwertungen zu einem bestimmten Zeitpunkt gibt, und man dafür vielleicht auch was springen lässt, könnte man ebenfalls "vermuten".
Ich "vermute" mal, dieses System ist von Grund auf korrupt, und zwar mit Absicht.
Ist natürlich nur meine subjektive "Vermutung"...
Ratingagenturen sind so ziemlich das letzte, was die Welt wirklich braucht.
Wenn ich Geld verleihe, oder anlege, dann ist es meine Aufgabe darauf zu schauen, wem ich mein Geld gebe. Auf Ratingagenturen sich zu verlassen, heißt verlassen sein, wie uns die letzte Krise deutlich vor Augen führte.
Andererseits haben eben diese Ratings einen viel zu enormen Einfluss auf die Wirtschaft und dienen somit lediglich den Spekulanten, die im Wettfieber ganze Staaten lahmlegen können, wie man an Griechenland, Portugal und neuerdings an Spanien sehen kann.
....was die Welt wirklich braucht."
Wenn das so wäre, dann hätten die Bafin, Bundesbank und EZB sich nicht so sehr auf die Ratings verlassen sollen.
so wie es immer Autotests gibt. Niemand käme auf die Idee Autotests zu verbieten, obwohl diese verdeckte Schwachstellen nicht aufdecken. Dennoch beeinflussen die Testergebnisse die Nachfrage erheblich.
Was Sie verlangen ist, dass der Kunde dieser Papiere deren Qualität selbst recherchiert. Das ist schlichtweg nicht möglich
....was die Welt wirklich braucht."
Wenn das so wäre, dann hätten die Bafin, Bundesbank und EZB sich nicht so sehr auf die Ratings verlassen sollen.
so wie es immer Autotests gibt. Niemand käme auf die Idee Autotests zu verbieten, obwohl diese verdeckte Schwachstellen nicht aufdecken. Dennoch beeinflussen die Testergebnisse die Nachfrage erheblich.
Was Sie verlangen ist, dass der Kunde dieser Papiere deren Qualität selbst recherchiert. Das ist schlichtweg nicht möglich
Meine Zusammenfassung lautet, die grauen Eminenzen hinter den Raiting Agenturen erstmal festsetzen und von Grund auf neu aufbauen. Die Privaten sind zu anfällig für Korruptionen, besser schon sie sind zu verstaatlichen.
Auf die Gefahr, mich zu wiederholen:
http://community.zeit.de/user/cm/beitrag/2010/04/29/standard-amp-poors-glaubwürdigkeit-wurde-abgewertet
Was sagt eigentlich die BAFIN dazu, daß die Regierungen der gesamten EU gerade von einer einzigen Ratingagentur zu den Deppen der Welt gemacht werden?
Sie schrieb den Versicherungen und Pensionskassen vor einen großen Teil der Anlage nur in geratetes Papier machen zu dürfen.
Sie schrieb den Versicherungen und Pensionskassen vor einen großen Teil der Anlage nur in geratetes Papier machen zu dürfen.
Kaffeesatz lesen. Vogelflug deuten können leider nur noch die wenigsten. Da die ganzen Geldentscheidungen eh nicht rational ablaufen, was erwarten wir?
....interessieren?
"Auch, wie kann man "rating-Agenturen" ernst nehmen wenn diese bei den Banken spektakulär versagt haben?"
Ich habe früher mit den Statistiken des Erfolgs der Ratings gearbeitet. Die Daten stellen die Agenturen unkompliziert zur Verfügung. Die Ergebnisse sind recht gut über die Jahre und sicherlich so gut wie die besten Kreditabteilungen in Großbanken. Dass man nicht immer recht hat ist klar. Das zeigen die Abschreibungen in den Kreditportfolien der Banken.
"Würde einem regulären Mitarbeiter in einem Unternehmen so etwas passieren - es gäbe "Probleme" - die rate-Agenturen machen munter weiter.
Mal so bewertet, mal andersrum..."
Wenn einem Analysten bei den Agenturen "so etwas" passiert - es gibt "Probleme".
Aber das Heulen der Beamtokraten und Politiker zeigt sich hierdurch in seiner ganzen Heuchelei und Verlogenheit:
"Die EZB hatte auf ihrer Sitzung Anfang Mai beschlossen, Papiere mit mindestens einem "BBB-"-Rating über das Jahr 2010 hinaus zu akzeptieren. Vor der Krise hatte die EZB lediglich Papiere mit einem Rating von mindestens „A-“ akzeptiert."
....was die Welt wirklich braucht."
Wenn das so wäre, dann hätten die Bafin, Bundesbank und EZB sich nicht so sehr auf die Ratings verlassen sollen.
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