Preisentwicklung Inflation oder Deflation?Seite 2/2
Meiers Augenmerk lag auf Situationen, in denen die Wirtschaft eines Landes über längere Zeit deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurücklag. Genau das erlebt die Weltwirtschaft derzeit: Weil die Nachfrage drastisch eingebrochen ist, fällt die tatsächliche Wirtschaftsleistung deutlich kleiner aus als das maximale Produktionspotenzial.
2009 lag die Lücke zwischen tatsächlichem und maximal möglichem Output laut OECD in den Industrieländern bei stolzen 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Schließen wird sich diese Kluft nur im Zeitlupen-Tempo. Selbst 2015 dürfte die Produktionslücke in den Industriestaaten noch bei 0,5 Prozent des BIP liegen, prognostiziert der IWF.
Seit 1970 gab es in den Industriestaaten 25 Krisen, in denen ein Land über längere Zeit ähnlich große Output-Lücken verkraften musste. Die kürzeste Krise war nach gut zwei Jahren ausgestanden, die längste zog sich über sechs Jahre hin.
In 23 von 25 Fällen hat sich die Geldentwertung in dieser Zeit deutlich verlangsamt, stellt Meier fest. Die beiden Ausnahmen waren Schweden Anfang der 90er-Jahre und Japan nach der Jahrtausendwende. Aber auch dort gab es kein unkontrolliertes Überschießen der Inflation. In beiden Fällen waren die Anstiege nur minimal und sie vollzogen sich auf sehr niedrigem Niveau. Daraus lässt sich der beruhigende Schluss ziehen: Die Gefahr, dass die Inflation in den nächsten Jahren außer Kontrolle gerät, ist gering.
Aber steigt mit dem Inflationsrückgang nicht automatisch die Deflationsgefahr, vor allem wenn die Teuerung wie in der heutigen Krise am Anfang niedrig war?
Was auf den ersten Blick plausibel scheint, bestätigt sich in der Realität nicht. Wie deutlich die Inflation sinkt, hängt offenbar stark davon ab, wie hoch sie vorher war. Als Faustregel gilt: Je geringer das Ausgangsniveau, desto geringer sind auch die Rückgänge. Als zum Beispiel Großbritannien Anfang der 80er-Jahre eine dreijährige Schwächephase erlebte, sank die Inflation von 20 auf weniger als fünf Prozent. Australien rutsche zehn Jahre später in eine ähnlich lange Flaute. Dort ging die Inflation aber nur von sieben auf zwei Prozent zurück.
"Wenn die anfänglichen Teuerungsraten schon sehr niedrig sind, stabilisiert sich die Inflation schneller", so das Fazit. Zwei Gründe dürften dafür verantwortlich sein: Erstens haben die Zentralbanken in den vergangenen Jahrzehnten eine hohe Glaubwürdigkeit aufgebaut. Die Menschen haben mehr Vertrauen als früher, dass die Preise stabil bleiben, und reagieren daher gelassener auf eine Krise. Zweitens sind vor allem Löhne und Gehälter in den Industriestaaten nach unten hin starr. Anders als in der Großen Depression sind Einschnitte bei Nominallöhnen heute die ganz große Ausnahme.
Beides führt dazu, dass eine hoch entwickelte Industrienation selbst in einer längeren Krise nicht ohne weiteres in eine lang anhaltende Deflation abrutscht. "Dafür", schreibt Meier, "bedarf es offenbar eine Serie von außerordentlichen ökonomischen Schocks."
- Datum 26.08.2010 - 16:57 Uhr
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"Dafür", schreibt Meier, "bedarf es offenbar eine Serie von außerordentlichen ökonomischen Schocks."
Die o.g. Voraussetzungen werden zur Zeit gerade geschaffen!
Also, wenn die Staaten keine Schirme mehr haben, stehen wir alle im Regen. Das Pulver ist verschossen und dann kommt sie, die DEFLATION.
zunächst mal volle Zustimmung! Anders als die Wirtschaftsweisen, die nur „Wirtschaftswwaisen“ produzieren, weiß der Laie natürlich mehr, weil dieser die Nebelkerzen nicht ausnahmslos alle ernst nimmt. Also machen wir mal ein Orakel:
• Erst kommt die Deflation, sprich die Zeit im Abwärtsstrudel wo man mit sinkenden Preisen den Ausverkauf stimulieren muss und die Leute dazu nötigt für weniger Geld mehr Wert zu erhaschen.
• Dann, wenn der Markt beräumt ist ist und kaum mehr etwas produziert wird, dann steigen die Preise ins unermessliche für die Güter die es ohnehin nicht mehr gibt.
Also mal drauf achten, wenn einem alles nachgeworfen wird, dann ist die Zeit dicht heran, dass man gar nichts mehr bekommt.
Und um dem Leser die Sache mit dem von ihnen erwähnten verschossenem Pulver und dem sich selbst vermehrenden Geld ein wenig näherzubringen, kann man selbiges hier - mathematisch sauber belegt - nachvollziehen.
http://qpress.de/2010/07/...
Aber den Zeitpunkt, wann es genau soweit ist, den kann man leider nicht berechnen, weil hierfür eine Unbekannte verwendet werden muss, der Dummheitsqoutient unserer Politiker, von dem abhängt wieviel Rettungsschirme die auch unter widrigen Umständen noch konstruiert bekommen und damit eine Leidensverlängerung und -vergrößerung bewirken … sprich die Voraussetzungen schaffen.
zunächst mal volle Zustimmung! Anders als die Wirtschaftsweisen, die nur „Wirtschaftswwaisen“ produzieren, weiß der Laie natürlich mehr, weil dieser die Nebelkerzen nicht ausnahmslos alle ernst nimmt. Also machen wir mal ein Orakel:
• Erst kommt die Deflation, sprich die Zeit im Abwärtsstrudel wo man mit sinkenden Preisen den Ausverkauf stimulieren muss und die Leute dazu nötigt für weniger Geld mehr Wert zu erhaschen.
• Dann, wenn der Markt beräumt ist ist und kaum mehr etwas produziert wird, dann steigen die Preise ins unermessliche für die Güter die es ohnehin nicht mehr gibt.
Also mal drauf achten, wenn einem alles nachgeworfen wird, dann ist die Zeit dicht heran, dass man gar nichts mehr bekommt.
Und um dem Leser die Sache mit dem von ihnen erwähnten verschossenem Pulver und dem sich selbst vermehrenden Geld ein wenig näherzubringen, kann man selbiges hier - mathematisch sauber belegt - nachvollziehen.
http://qpress.de/2010/07/...
Aber den Zeitpunkt, wann es genau soweit ist, den kann man leider nicht berechnen, weil hierfür eine Unbekannte verwendet werden muss, der Dummheitsqoutient unserer Politiker, von dem abhängt wieviel Rettungsschirme die auch unter widrigen Umständen noch konstruiert bekommen und damit eine Leidensverlängerung und -vergrößerung bewirken … sprich die Voraussetzungen schaffen.
Vielen Dank für die unzähligen Worte, ohne Inhalt. Sorry, aber dies musste jetzt mal sein.
Der Artikel begann so gut und dann nach dem ersten Absatz erlosch bereits die Flamme. Wieso wird nicht näher auf die Zusammenhänge eingegangen, die Anfang der 20ziger die Hyperinflation in Deutschland auslöste?
Wenn man sich bereits mit Geschichte beschäftigt, dann aber bitte auch richtig und nicht nur halbherzig. Auch scheint für mich die Betrachtung der letzten 40 Jahre nicht ausreichend zu sein, um überhaupt eine Prognose zu erstellen. Denn diese ist in der Tat schwierig.
Für alle diejenigen, die sich aber gerne einmal mit der Geschichte des Geldes beschäftigen möchten kann ich nur Stephen Zarlenga empfehlen. Vielleicht auch als kleiner Geheimtipp für Olaf Storbeck ;)
http://www.ploync.de/buec...
Liebe(r) ploync.de,
was heißt denn hier, "der Artikel begann so gut"? Vergleiche zwischen 1929 und heute gibt es zuhauf, da ist es doch eher verwunderlich, dass Sie hier zum ersten mal mit dem Gedanken in Berührung zu kommen scheinen.
Und zu Ihrem "wenn man sich schon mit Geschichte beschäftigt, dann aber bitte auch richtig": die Frage nach Inflation oder Deflation ist alles andere als ein einfaches Thema, und Ihre Kleine Geschichte des Geldes in allen Ehren - aber die wird mir die globale Wirtschaftsentwicklung auch nicht vorhersagen können.
Ist doch ein interessanter Ansatz, nach vergleichbaren Konstellationen in der jüngeren Vergangenheit zu suchen! Wenn Sie mir noch erklären könnten, warum Ihnen "die Betrachtung der letzten 40 Jahre nicht ausreichend zu sein" scheint? Denn ohne Frage ist die Weltwirtschaft der 1970er und 1980er Jahre der heutigen ähnlicher als die des frühen 20. Jahrhunderts...
Der Artikel könnte sicher sparsamer mit dem Wörtchen "beruhigend" umgehen. Ausgestanden ist nichts, weder in der Eurozone, noch in den Vereinigten Staaten. Aber schön, dass mal wieder über das Thema geschrieben wird ;)
Liebe(r) ploync.de,
was heißt denn hier, "der Artikel begann so gut"? Vergleiche zwischen 1929 und heute gibt es zuhauf, da ist es doch eher verwunderlich, dass Sie hier zum ersten mal mit dem Gedanken in Berührung zu kommen scheinen.
Und zu Ihrem "wenn man sich schon mit Geschichte beschäftigt, dann aber bitte auch richtig": die Frage nach Inflation oder Deflation ist alles andere als ein einfaches Thema, und Ihre Kleine Geschichte des Geldes in allen Ehren - aber die wird mir die globale Wirtschaftsentwicklung auch nicht vorhersagen können.
Ist doch ein interessanter Ansatz, nach vergleichbaren Konstellationen in der jüngeren Vergangenheit zu suchen! Wenn Sie mir noch erklären könnten, warum Ihnen "die Betrachtung der letzten 40 Jahre nicht ausreichend zu sein" scheint? Denn ohne Frage ist die Weltwirtschaft der 1970er und 1980er Jahre der heutigen ähnlicher als die des frühen 20. Jahrhunderts...
Der Artikel könnte sicher sparsamer mit dem Wörtchen "beruhigend" umgehen. Ausgestanden ist nichts, weder in der Eurozone, noch in den Vereinigten Staaten. Aber schön, dass mal wieder über das Thema geschrieben wird ;)
Liebe(r) ploync.de,
was heißt denn hier, "der Artikel begann so gut"? Vergleiche zwischen 1929 und heute gibt es zuhauf, da ist es doch eher verwunderlich, dass Sie hier zum ersten mal mit dem Gedanken in Berührung zu kommen scheinen.
Und zu Ihrem "wenn man sich schon mit Geschichte beschäftigt, dann aber bitte auch richtig": die Frage nach Inflation oder Deflation ist alles andere als ein einfaches Thema, und Ihre Kleine Geschichte des Geldes in allen Ehren - aber die wird mir die globale Wirtschaftsentwicklung auch nicht vorhersagen können.
Ist doch ein interessanter Ansatz, nach vergleichbaren Konstellationen in der jüngeren Vergangenheit zu suchen! Wenn Sie mir noch erklären könnten, warum Ihnen "die Betrachtung der letzten 40 Jahre nicht ausreichend zu sein" scheint? Denn ohne Frage ist die Weltwirtschaft der 1970er und 1980er Jahre der heutigen ähnlicher als die des frühen 20. Jahrhunderts...
Der Artikel könnte sicher sparsamer mit dem Wörtchen "beruhigend" umgehen. Ausgestanden ist nichts, weder in der Eurozone, noch in den Vereinigten Staaten. Aber schön, dass mal wieder über das Thema geschrieben wird ;)
Kann sich jemand erinnern, wann sich Ökonomen in ihrer Vorschau sicher waren?
Diese Spezialisten schaffen ja nicht einmal beim Blick zurück einheitliche Bewertungen.
Offensichtlich bemühen sich diese Wissenschaftler sehr, parteipolitisch nicht anzuecken und die heimlichen Wünsche ihrer Geldgeber zu erkennen und zu erfüllen.
Und so werden wir wohl weiterhin mit vielen "unvorhersehbaren" finanzpolitischen Entwicklungen fertig werden müssen.
Nun, es gibt wohl einen einfachen Grund, warum die Vorhersage so schwierig erscheint: Finanzwirtschaft und Realwirtschaft sind weitgehend entkoppelt, das Leben der normalen Bevölkerung schließlich ist fast vollständig von den Renditen und Erwartungen des über Allem thronenden Finanzmarkt entfernt - man denke an den letzten Aufschwung dessen Ankunft bei den Menschen Minister Glos verkündet hat - bei sinkenden Reallöhnen.
Fragt man normale Arbeitnehmer, Rentner, BAFöG-Empfänger, Arbeitslose usw. so ist klar, dass es eine Deflation geben muss, weil das verfügbare Einkommen immer mehr zurückgeht.
Fragt man Vermögende und Banker so ist die Inflation unausweichlich, schließlich gibt es immer mehr Vermögen und Einkommen in den oberen Einkommensklassen, das verzweifelt neue Anlagemöglichkeiten sucht.
Es wird wirklich Zeit, umzuverteilen durch Mindestlöhne und Steuern auf große Vermögen und hohe, leistungslose Einkommen (Zinsen, Dividenden usw.)!
Deutschland hat zudem noch das Problem, dass es sehr stark exportabhängig ist, weil die Arbeitnehmer der unteren bis mittleren Verdienstklassen seit Mitte der 90er keinen Anteil an den von ihnen erarbeiteten Gewinnen aus dem gewachsenen Weltmarkt mehr hatten. Dami hat bereits Japan in den 90ern bittere Erfahrungen sammeln dürfen. Wir benötigen mehr Binnen- und Staatsnachfrage, um aus der Falle der Abhängigkeit zu entkommen!
Inflation oder Deflation? Geht es so weiter, wie in den letzten Jahren, gibt es sowieso kaum noch Nachfrage!
zunächst mal volle Zustimmung! Anders als die Wirtschaftsweisen, die nur „Wirtschaftswwaisen“ produzieren, weiß der Laie natürlich mehr, weil dieser die Nebelkerzen nicht ausnahmslos alle ernst nimmt. Also machen wir mal ein Orakel:
• Erst kommt die Deflation, sprich die Zeit im Abwärtsstrudel wo man mit sinkenden Preisen den Ausverkauf stimulieren muss und die Leute dazu nötigt für weniger Geld mehr Wert zu erhaschen.
• Dann, wenn der Markt beräumt ist ist und kaum mehr etwas produziert wird, dann steigen die Preise ins unermessliche für die Güter die es ohnehin nicht mehr gibt.
Also mal drauf achten, wenn einem alles nachgeworfen wird, dann ist die Zeit dicht heran, dass man gar nichts mehr bekommt.
Und um dem Leser die Sache mit dem von ihnen erwähnten verschossenem Pulver und dem sich selbst vermehrenden Geld ein wenig näherzubringen, kann man selbiges hier - mathematisch sauber belegt - nachvollziehen.
http://qpress.de/2010/07/...
Aber den Zeitpunkt, wann es genau soweit ist, den kann man leider nicht berechnen, weil hierfür eine Unbekannte verwendet werden muss, der Dummheitsqoutient unserer Politiker, von dem abhängt wieviel Rettungsschirme die auch unter widrigen Umständen noch konstruiert bekommen und damit eine Leidensverlängerung und -vergrößerung bewirken … sprich die Voraussetzungen schaffen.
Hallo MNeugebauer,
eine Frage an Sie. Wann war den nun eigentlich die große Hyperinflation in Deutschland? Anfang der Zwanziger oder Ende der Zwanziger? Genau in diesem Punkt herrscht in der Geschichtsforschung Einigkeit. Doch wird das Thema von den meisten Deutschen in einen Topf geworfen. Ich vermute mal, Sie glauben auch, Ende der Zwanziger wenn sie die Jahreszahl 1929 in die Diskussion einwerfen.
Recht haben Sie, wenn Sie sagen „Es ist nichts ausgestanden“. Dies ist definitiv der Fall. Doch klärt der Artikel weder über Ursachen auf, noch verfolgt er eine alternative Denkweise. Stattdessen wird in dem Artikel nur darauf hingewiesen, es weiß keiner was kommt. Das wusste man aber auch 1970 1980 1990 und 2000 nicht.
"verloren durch die Hyperinflation der Jahre 1922 und 1923 ihre Ersparnisse – eine wirtschaftliche Katastrophe, die sich tief in die kollektive Psyche eingegraben hat und an die sich immer mehr Menschen jetzt wieder erinnern."
Ich gehe doch mal davon aus, dass die Zahl derjenigen, die sich erinnern können, eher stetig fällt. Auch bei Nacht und Vollmond und ohne Vampire...
Der ganze Artikel ist schlimm, völlig unsortiert, das Thema nicht begriffen, der Leser wird ergebnis- und ereignislos beschäftigt.
Wenn eine kleine Oberschicht das Geld hortet und die Wertschöpfungskette nicht mehr von unten nach oben geht (fallende Inlandsumsätze), dann gibts eine Deflation - das Geld wird immer rarer, wer Schulden hat, kann sie niemals mehr abzahlen, wer Besitz hat, gewinnt überproportional.
Demgegenüber steht der Staat, der als produnktionserstickender Verwalter immer mehr Geld aus der Volkswirtschaft absaugt und am Ende so überschuldet ist, dass am Ende nur noch Geld gedruck werden kann, dem immer weniger Wirtschaftsleistung gegenübersteht. Die Inflation.
Das Ende ist die Staatspleite, ein ausgesaugtes Land, die Gewinner gehen mit ihrem Geld ins Ausland und die verarmten Verlierer können das Land wieder aufbauen.
Ein Schelm der daran denkt, dass es sich auch hinsichtlich des Bildungsabbaus in Deutschland um einen modernen Morgenthauplan handeln könnte, dem dieses Land genauso wie die DDR um Opfer gefallen sein könnte.
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