Finanzmärkte : Goldpreis steigt auf Rekordniveau

Wegen der Schuldenkrise in Europa und des Haushaltsstreits in den USA investieren Anleger ihr Geld verstärkt in Gold. Ein Ende des Höhenflugs ist nicht in Sicht.

Der Goldpreis ist mit der Sorge der Investoren um eine Eskalation der Schuldenkrise auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Weltweit kaufen die Investoren scharenweise Gold und haben eine neue Rekordjagd am Goldmarkt ausgelöst. Im Vormittagshandel kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) erstmals mehr als 1.600 Dollar. Das neue Rekordhoch liegt bei 1.600,40 Dollar.

Gemeinhin gilt Gold als Inflationsschutz und Angstindikator für die Anleger. "Dass Gold viel mehr als ein Rohstoff ist, ist dem Markt sehr wohl bewusst", schreiben Commerzbank-Analysten in einem Tageskommentar. Die jüngste Entwicklung zeige, dass Gold eine Währung sei, die aktuell davon profitiere, dass der US-Dollar und der Euro schwach sind.

Anleger warten auf EU-Sondergipfel

An dem günstigen Umfeld für Gold dürfte sich in dieser Woche nach Einschätzung von Marktteilnehmern kaum etwas ändern. Am Donnerstag steht der Sondergipfel der EU zu Griechenland an. Eine Entscheidung über ein weiteres Hilfspaket ist bisher aber nicht gefallen. Im Raum steht inzwischen auch ein teilweiser Schuldenerlass für das Land.

Verunsichert werden Anleger zudem von der Lage in den USA. Dort ringt US-Präsident Barack Obama mit der Republikanischen Partei um einen Kompromiss zur Anhebung der Schuldengrenze für die USA. Bis Freitag soll hier eine Einigung erzielt werden, damit die Zahlungsfähigkeit des Landes gewahrt werden kann.

"Die politischen Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten und Europa sind ein Dauerbrenner, und die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen wird anhalten", sagte Natalie Robertson, Rohstoff-Analystin bei ANZ. Nach ihrer Auffassung könnte der Goldpreis noch bis auf 1.650 Dollar steigen. Auch das britische Bankhaus Barclays sagte für die nächsten Tage weiter steigende Goldpreise voraus.

Der Rohstoffexperte Ole Hansen von der Saxo Bank erwartet sogar eine langfristige Preissteigerung. "Solange die makroökonomischen Daten weiterhin für Gold sprechen, gehen wir davon aus, dass sich die Rallye über das Jahr hin fortsetzen wird", sagte Hansen. Der Anstieg sei umso bemerkenswerter, da das Edelmetall normalerweise im Sommer wegen des geringeren Bedarfs der Schmuckindustrie in Indien und Italien weniger nachgefragt werde, erklärten Analysten.

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Kommentare

14 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

gold als 2.währung?

der gold preis steigt und steigt, das jezt schon seit 10jahren also ungefähr seit es den euro gibt. was passiert eigentlich mit dem gold,
wenn es den euro nicht mehr gibt, was ja nicht auszuschließen ist, deswegen steigt ja der goldpreis in diese hhöh?e. wer will dann überhaupt noch golt haben?

Goldene Zeiten

Der rasante Höhenflug des Goldpreises ist immer ein untrügliches Anzeichen dafür, dass das Vertrauen in das internationale Geldsystem respektive in die Schlüsselwährungen dieses Systems schwindet. Das war zu Beginn der 70-iger Jahre mit der Auflösung des Bretton Woods-Systems (Festkurssystem) so, und das ist heute der Fall. Die angeschlagene Leitwährung US$ und die Krise des Euro treiben die Anleger in den sicheren Hafen Gold. Doch wer hier vor Anker geht, muß aufpassen, denn der Goldpreis kann ebenso rasant wieder fallen, wie er vorher gestiegen ist.

Kursschwankungen

als vorsichtiger Anleger wird man hoffentlich nicht "all in" investiert sein, sondern ausschließlich physisches Gold als substantielle Beimischung seiner Anlagen ansehen, um ggfls. das default-Risiko der eigenen Währung abzusichern, aber insbesondere es der nachfolgenden Generation zu überlassen.

Sollten wieder Erwarten $ und € an den Märkten nachhaltig Vertrauen zurückgewinnen, mag dies ein Auslöser für nachgebende Kurse sein.

Fährt die ein oder andere Währung [oder auch beide] weiterhin ungebremst auf crash-Kurs, werden die Aktienbörsen empfindliche Verluste einfahren.

Zur Abdeckung solcher Verluste werden dann sicher auch Papiergold-Bestände aufgelöst, was ebenfalls zu einem kurzfristigen Nachgeben der Kurse führen kann, allerdings nur so lange, bis "die zittrigen Hände" liquidiert haben.

Sicher mag man lange über die pro's und con's künftiger Kursentwicklungen debattieren, absolute Sicherheit gibt es im Leben und insbesondere an den Börsen eben nie.