Transaktionssteuer Banken warnen vor teurem "Strafzuschlag"
Eine mögliche Abgabe im Promillebereich erschreckt die Börsen: die Transaktionssteuer. Sie soll den Hochfrequenzhandel mit Aktien, Währungen und Wertpapieren eindämmen.
© Daniel Roland/AFP/Getty Images

Aktienhändler in der Börse in Frankfurt am Main
Die von Deutschland und Frankreich vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer stößt beim Aktienmarktbetreiber Deutsche Börse auf Ablehnung. Eine solche Steuer "schafft Anreize, noch stärker als bisher in die Nischen auszuweichen, die von dieser Steuer nicht erfasst sind", schrieb der Dax-Konzern in einem Kommentar zu der am Dienstag präsentierten Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Die Transaktionssteuer wäre "ein Geschenk an die unregulierten Finanzplätze und Finanzprodukte dieser Welt".
Am deutschen Aktienmarkt wurde die Ankündigung, dass die Finanzminister beider Länder im September einen Vorschlag zur Einführung der Steuer machen wollen, als sehr negativ für den Marktbetreiber angesehen. Die Aktie der Deutschen Börse verlor sieben Prozent und war der größte Verlierer im Dax.
Die Steuer soll hektische Aktivitäten an den Börsen, mit denen vor allem durch eine hohe Zahl von Finanzbewegungen Gewinne erzielt werden, weniger attraktiv machen und Spekulationen eindämmen. Zudem bringt die Steuer wegen des großen Volumens der Handelsaktivitäten viel Geld ein. Kritiker argumentieren, dass auch Kleinsparer belastet würden, etwa bei der privaten Altersvorsorge.
"Massenhaftes Ausweichen auf andere Finanzplätze"
Der Privatbanken-Verband BdB lehnt eine Besteuerung aller Finanztransaktionen ab. Damit lasse sich die europäische Währungsunion nicht stabilisieren, teilte der Bundesverband mit. Eine isolierte Einführung der Steuer in einzelnen Ländern oder nur im Euro-Raum würde zu Wettbewerbsverzerrungen und einem massenhaften Ausweichen der Marktteilnehmer auf andere Finanzplätze führen. "Weder die gewünschten Lenkungsfunktionen noch die erwarteten Steuereinnahmen werden sich realisieren lassen", warnte der BdB.
"Dieser Strafzuschlag wird den Finanzsektor wohl zusätzlich belasten", sagte Jonathan Sudaria vom Broker-Haus Capital Spreads. Nach Ansicht des DZB-Analysten Matthias Dürr würde eine Transaktionssteuer vor allem den Hochfrequenzhandel beeinträchtigen. Dabei kaufen und verkaufen Computerprogramme auf Basis komplizierter Formeln Wertpapiere in Sekunden. Schnell kommen mehrere Tausend Orders zusammen – daher spielen die Kosten pro Wertpapier-Transaktion eine wichtige Rolle.
FDP verlangt Anwendung auf die gesamte EU
Eine Finanztransaktionssteuer muss nach Ansicht der FDP für die gesamte Europäische Union gelten. Ihr Generalsekretär Christian Lindner sagte, dieses Vorhaben sei nur gleichzeitig in allen 27 EU-Staaten realisierbar. Die Interessen des Finanzplatzes Deutschland im Vergleich zum Finanzplatz London dürften nicht gefährdet werden. Die FDP erwarte nun die Vorschläge von Finanzminister Wolfgang Schäuble. Anders als die Opposition lobten die Liberalen die von Merkel und Sarkozy vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise in der Euro-Zone.
Die geplante Steuer soll auf den Handel fast aller Finanzprodukte aufgeschlagen werden, also Aktien, Währungen und Wertpapiere, mit denen auf Rohstoffe oder Immobilien spekuliert wird. Damit funktioniert die Steuer ähnlich wie eine Mehrwertsteuer. Diskutiert werden Sätze von 0,01 bis 0,25 Prozent. In Deutschland zum Beispiel schlagen Befürworter der Steuer einen Satz von 0,05 Prozent vor. Das könnte Einnahmen von 10 bis 36 Milliarden Euro pro Jahr bringen.
Die Idee für eine solche Steuer stammt aus dem Jahr 1972. Umgesetzt wurde sie aber noch nirgendwo. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise schaffte es die Finanztransaktionssteuer auf die Tagesordnung des G-20-Gipfels im Herbst 2009 in Pittsburgh. Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde beauftragt, einen Vorschlag zur Umsetzung zu machen. Er sprach sich im April 2010 für eine Finanzaktivitätssteuer aus. Das EU-Parlament stimmte im März 2011 für eine Finanztransaktionssteuer.
- Datum 17.08.2011 - 15:38 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 179
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Wenn die Finanzwirtschaft eine solche Steuer ablehnt, kann sie nur gut sein.
Im übrigen wurde diese nicht "von Deutschland und Frankreich" vorgeschlagen, sondern von James Tobin. 1972!
Wetten, dass es hier nur bei "Ankündigungen" bleibt? Sowohl Angela Merkel, als auch Nicholas Sarkozy befinden sich im persönlichen Schwitzkasten der Finanzindustrie; und es ist auch kaum zu glauben, dass ihre jeweiligen Parteien da mit machen - und noch weniger die FDP in Deutschland. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man einknickt und vor der Finanzwirtschaft einen Kniefall macht - denn notfalls lässt man die "Rating-Agenturen" zuschlagen.
Und in Großbritannien? Dort hat Premier Cameron keine andere Wahl, als soetwas abzulehnen. Er ist - um es einmal mit den Worten Larry Hagmans zu sagen - persönliches Eigentum irgendwelcher anderer Leute in irgendwelchen Vorstandsetagen. Ronald Reagan, so Hagman, war stets persönliches Eigentum von General Electric.
Die Tobinsteuer wurde von Herrn Tobin erfunden, bzw. konkretisiert und aufgeschrieben.
Vorgeschlagen wurde sie tatsächlich von Frankreich sowie CDU/FDP in Deutschland.
..."Wenn die Finanzwirtschaft eine solche Steuer ablehnt, kann sie nur gut sein."... !!!
Wenn die Politik es nicht mehr schaffen sollte, diese Steuer auch durchzusetzen, können wir die Regierung auch gleich offiziell an die Banken(ster) übergeben.
Dann sollen sie aber auch das Personal stellen und wir klappen unsere Demokratie wie einen alten Sonnenstuhl zusammen und stellen sie ganz hinten im Schuppen ab ... ... !
wenn der Sumpf trocken gelegt werden soll. Einfach Machen!
....wäre ist mE falsch gestellt. Die Frage ist eher, für wen sie gut ist. Für Banker in London, Singapur oder New York? Sicher. Für sie wäre es gut, wenn die Euroländer eine Transaktionssteuer erheben.
Wetten, dass es hier nur bei "Ankündigungen" bleibt? Sowohl Angela Merkel, als auch Nicholas Sarkozy befinden sich im persönlichen Schwitzkasten der Finanzindustrie; und es ist auch kaum zu glauben, dass ihre jeweiligen Parteien da mit machen - und noch weniger die FDP in Deutschland. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man einknickt und vor der Finanzwirtschaft einen Kniefall macht - denn notfalls lässt man die "Rating-Agenturen" zuschlagen.
Und in Großbritannien? Dort hat Premier Cameron keine andere Wahl, als soetwas abzulehnen. Er ist - um es einmal mit den Worten Larry Hagmans zu sagen - persönliches Eigentum irgendwelcher anderer Leute in irgendwelchen Vorstandsetagen. Ronald Reagan, so Hagman, war stets persönliches Eigentum von General Electric.
Die Tobinsteuer wurde von Herrn Tobin erfunden, bzw. konkretisiert und aufgeschrieben.
Vorgeschlagen wurde sie tatsächlich von Frankreich sowie CDU/FDP in Deutschland.
..."Wenn die Finanzwirtschaft eine solche Steuer ablehnt, kann sie nur gut sein."... !!!
Wenn die Politik es nicht mehr schaffen sollte, diese Steuer auch durchzusetzen, können wir die Regierung auch gleich offiziell an die Banken(ster) übergeben.
Dann sollen sie aber auch das Personal stellen und wir klappen unsere Demokratie wie einen alten Sonnenstuhl zusammen und stellen sie ganz hinten im Schuppen ab ... ... !
wenn der Sumpf trocken gelegt werden soll. Einfach Machen!
....wäre ist mE falsch gestellt. Die Frage ist eher, für wen sie gut ist. Für Banker in London, Singapur oder New York? Sicher. Für sie wäre es gut, wenn die Euroländer eine Transaktionssteuer erheben.
Ich hätte da mal eine viel dringlichere Frage:
Welche Bank hat sich gerade eben 500 Millionen Dollar bei der EZB geliehen?
http://www.ecb.europa.eu/...
http://www.zerohedge.com/...
Kein sonderlich üblicher Vorgang. Zumal wenn die Asiaten genau einer europäischen Bank kein Geld mehr in die Hand drücken. Paris, wir haben ein Problem - ein mindestens 85 Milliarden schweres Problem, wie es schon Reggie Middleton seit Monaten vorausgesehen hat und wie es unlängst als bestätigt gilt, dass ein institutionell angeführter Bankrun im Hintergrund stattfindet, angeführt von den amerikanischen Fonds.
Nicht die kleinen Leute, die Cantona auf die Straße geschickt hat. Oh, es ist auch wieder too big to fail. Ließe man besagte Bank fallen, gäbe es nämlich einen schönen Crash in Billionenhöhe. Tja, AAA-Rating goodbye - ehm ich meine adieu!
Da kommt die Transaktionssteuer zur rechten Zeit. Quelle malheur.
Wie kommen Sie darauf dass es ein FR-Bank ist? reiner Spekulatius oder was Konkretes?
Societe Generale
Diese Bank wird bald zusammenbrechen, such mal auf zerohedge nach SocGen, dann weißt du warum, nur noch eine Eigenkapitalquote von 5%, das ist ein Fünftel von der Deutschen Bank (10%).
Wird wohl bald der deutsche Staat einspringen.
Wie kommen Sie darauf dass es ein FR-Bank ist? reiner Spekulatius oder was Konkretes?
Societe Generale
Diese Bank wird bald zusammenbrechen, such mal auf zerohedge nach SocGen, dann weißt du warum, nur noch eine Eigenkapitalquote von 5%, das ist ein Fünftel von der Deutschen Bank (10%).
Wird wohl bald der deutsche Staat einspringen.
vor " massemhaften SAusweichen auf andere Finanzplätze"? Das ist doch eine sehr schöne Aussicht!!!
Gehandelt wird das gleiche, nur halt woanders. Die Auswirkungen der Spekulationen bleiben die Gleichen.
Dann können sie sich auch dort dann die, ganz sicher wieder notwendig werdenden, Rettungsschirme aufspannen lassen; Vorausgesetzt die Politiker dort sind ebenso willfährig und ebenso leicht einzuschüchtern wie einzuspannen, wie die Politiker/innen in Deutschland und der übrigen EU-Staaten!
Gehandelt wird das gleiche, nur halt woanders. Die Auswirkungen der Spekulationen bleiben die Gleichen.
Dann können sie sich auch dort dann die, ganz sicher wieder notwendig werdenden, Rettungsschirme aufspannen lassen; Vorausgesetzt die Politiker dort sind ebenso willfährig und ebenso leicht einzuschüchtern wie einzuspannen, wie die Politiker/innen in Deutschland und der übrigen EU-Staaten!
Was ist mit Großbritannien? Die "City" wird da niemals mitmachen und ohne den wichtigsten Markt ist die Idee doch wieder so gut wie tot. Und da GB noch nicht mal den Euro har, ist das Erpressungspotential auch sehr gering.
...ist Lindner auch nur dafür, wenn alle mitmachen. Die Aussicht ist aber eher bescheiden.
GB und auch andere Länder, die Teil der EU und des Schengen-Abk. sind, aber nicht der Euro-Zone zugehören, sollten sich auch mal fragen, wie sie sich ihre Zukunft in und mit der Gemeinschaft vorstellen. Entweder man macht mit oder man lässt es.
Wenn das UK nicht mitmachen will, dann ist das eben so. Man darf nicht immer nur die Frösche fragen, wenn man einen Sumpf trockenlegen will. Sie kennen doch den alten Sponti-Spruch: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."
Hätte die Menschheit darauf gewartet, daß Innovationen nur global eingeführt werden dürfen, würden wir heute noch in Höhlen sitzen.
Wer Eurogeschäfte machen will kommt am Euroclearingsystem, über das täglich 2,9Bio Umsatz abgewickelt werden, nicht vorbei. Eine Verlagerung dieser Eurogeschäfte außerhalb des Einflussbereiches des Eurosystems kann es nicht geben, höchste eine Reduzierung der Geschäfte, welches ja das Hauptziel der Steuer ist, nämlich Sand in das Getriebe der Spekulanten zu werfen, und nicht die Zusatzeinnahme
Vermutlich fest in der Hand russischer Multimilliardäre. Davon sollte man sich nicht beeindrucken lassen.
...ist Lindner auch nur dafür, wenn alle mitmachen. Die Aussicht ist aber eher bescheiden.
GB und auch andere Länder, die Teil der EU und des Schengen-Abk. sind, aber nicht der Euro-Zone zugehören, sollten sich auch mal fragen, wie sie sich ihre Zukunft in und mit der Gemeinschaft vorstellen. Entweder man macht mit oder man lässt es.
Wenn das UK nicht mitmachen will, dann ist das eben so. Man darf nicht immer nur die Frösche fragen, wenn man einen Sumpf trockenlegen will. Sie kennen doch den alten Sponti-Spruch: "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."
Hätte die Menschheit darauf gewartet, daß Innovationen nur global eingeführt werden dürfen, würden wir heute noch in Höhlen sitzen.
Wer Eurogeschäfte machen will kommt am Euroclearingsystem, über das täglich 2,9Bio Umsatz abgewickelt werden, nicht vorbei. Eine Verlagerung dieser Eurogeschäfte außerhalb des Einflussbereiches des Eurosystems kann es nicht geben, höchste eine Reduzierung der Geschäfte, welches ja das Hauptziel der Steuer ist, nämlich Sand in das Getriebe der Spekulanten zu werfen, und nicht die Zusatzeinnahme
Vermutlich fest in der Hand russischer Multimilliardäre. Davon sollte man sich nicht beeindrucken lassen.
Man kann sie doch auf alle Geldtransaktionen aufschlagen, egal ob Überweisung, Anlage in ein *beliebiges* Finanzprodukt, et cetera.
Und wenn sie bei 0,005% liegt, merkt Otto Normalbürger davon so gut wie nichts, prima.
Wie kommen Sie darauf dass es ein FR-Bank ist? reiner Spekulatius oder was Konkretes?
...ist Lindner auch nur dafür, wenn alle mitmachen. Die Aussicht ist aber eher bescheiden.
GB und auch andere Länder, die Teil der EU und des Schengen-Abk. sind, aber nicht der Euro-Zone zugehören, sollten sich auch mal fragen, wie sie sich ihre Zukunft in und mit der Gemeinschaft vorstellen. Entweder man macht mit oder man lässt es.
weil er genau weiß das nicht alle mitmachen.
Es werden alle möglichen Argumente an den Haaren herbeigezogen um diese Steuer zu verhindern.
Mal heißt es: nutz nix
Mal heißt es: tut sowieso nicht weh
Mal heißt es: uns doch egal, gehen wir halt woanders hin
Mal heißt es: nur wenn alle mitmachen
Das ist alles nur Hinhaltetaktik und Nebel werfen.
Ich meine:
Viel Feind viel Ehr!
Die Transaktionasteuer muß her!
Und zwar jetzt!
weil er genau weiß das nicht alle mitmachen.
Es werden alle möglichen Argumente an den Haaren herbeigezogen um diese Steuer zu verhindern.
Mal heißt es: nutz nix
Mal heißt es: tut sowieso nicht weh
Mal heißt es: uns doch egal, gehen wir halt woanders hin
Mal heißt es: nur wenn alle mitmachen
Das ist alles nur Hinhaltetaktik und Nebel werfen.
Ich meine:
Viel Feind viel Ehr!
Die Transaktionasteuer muß her!
Und zwar jetzt!
Endlich werden Nägel mit Köpfen gemacht bei der Finanztransaktionssteuer!
Noch ist die Transaktionssteuer nicht in Kraft. Und ob sie wirklich kommt wäre ich mir nicht so sicher.
Der Vorschlag wurde immer wieder vom Tisch gewischt gewischt.
Die Gegner der Steuer sind in Stellung und sind nicht immer als solche zu erkennen.
Z.B. die die sagen: ich bin dafür, aber dann muss sie weltweit kommen.
Noch ist die Transaktionssteuer nicht in Kraft. Und ob sie wirklich kommt wäre ich mir nicht so sicher.
Der Vorschlag wurde immer wieder vom Tisch gewischt gewischt.
Die Gegner der Steuer sind in Stellung und sind nicht immer als solche zu erkennen.
Z.B. die die sagen: ich bin dafür, aber dann muss sie weltweit kommen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren