Nach den Kursverlusten in Europa und den USA hat die Börse in Tokio vergleichsweise geringe Verluste verzeichnet. Der Nikkei für 225 ging mit einem Minus von 0,6 Prozent aus dem Handel – und machte damit einen Großteil der Verluste im Handelsverlauf wett. Händler erklärten das Minus mit den Spekulationen über eine Herabstufung der Bonität Frankreichs und angebliche Probleme der französischen Bank Société Générale.

Die Gerüchte um Frankreich würden jedoch als übertrieben bewertet, hieß es. Positive Wirkung hatte, dass der Dollar etwas Boden gegenüber dem Yen gutgemacht hat, was den exportorientierten Firmen hilft. "Zudem legen die meisten Unternehmen weiter gute Zahlen vor, so dass von dieser Seite Unterstützung kommt", sagte ein Händler in Tokyo.

An der New Yorker Börse waren die Kurse am Vortag stark gefallen. Der Dow Jones schloss mit einem Minus von 4,63 Prozent bei 10.719 Punkten. Das war der tiefste Stand seit September 2010. Der Technologieindex Nasdaq fuhr ein Minus von 4,09 Prozent ein. Damit gab die Wall Street ihre Kursgewinne vom Vortag wieder ab. Der deutsche Leitindex Dax war am Mittwoch erneut eingebrochen und schloss mit einem Minus von 5,13 Prozent bei 5.613 Punkten. Er beendete den elften Handelstag in Folge mit Verlusten. 

Société Générale dementiert Probleme

In Paris hatte der Leitindex CAC-40 zu Börsenschluss ein Minus von mehr als fünf Prozent verbucht. Besonders Bankenwerte erlitten starke Verluste. Der Kurs der französischen Großbank Société Générale stürzte zeitweilig um etwa 20 Prozent ab und schloss mit einem Minus von 14,7 Prozent. Als Hintergrund des Kurssturzes nannten Analysten das starke Engagement der Bank in Griechenland und Gerüchte über eine Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit.

Der Vorstandsvorsitzende der Société Générale, Frédéric Oudéa, hat sich in scharfem Ton gegen Spekulationen verwahrt, das Institut sei in finanziellen Schwierigkeiten. Die Gerüchte seien "absoluter Müll", sagte Oudéa in einem Interview des Senders CNBC. Auch Marktgerüchte, Frankreich könne seine Bestbewertung seiner Bonität verlieren, seien "außerordentlich merkwürdig".

Am Mittwoch hatte das Geldinstitut die Börsenaufsicht AMF um Hilfe bei der Klärung der Marktgerüchte gebeten. Diese hätten den Interessen der Aktionäre der Société Générale massiv geschadet.