Wall-Street-Veteran "Die Zeit läuft gegen Europa"
Der Wall-Street-Veteran William Rhodes kritisiert das zögerliche Handeln der Europäer. Im Interview beschwört er die Führungsrolle Angela Merkels bei der Euro-Rettung.
© Odd Andersen/AFP/Getty Images

Bundeskanzlerin Merkel vor wenigen Tagen in Berlin, kurz vor dem Beginn einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Italiens Premier Monti
Frage: Mr. Rhodes, Sie hatten in Ihrer Bankerkarriere einige Staatsschuldenkrisen zu managen. Hat Bundeskanzlerin Angela Merkel schon bei Ihnen angerufen und Sie um Rat gefragt, wie sie die Euro-Krise jetzt am besten beenden könnte?
William Rhodes: Nein, bis jetzt noch nicht. Aber Frau Merkels Berater haben immerhin mein Buch gelesen – das hat man mir aus dem Kanzleramt zugetragen. Ich hoffe, sie nehmen sich die Lehren, die ich darin aus den historischen Schuldenkrisen zum Beispiel in Lateinamerika und Asien ziehe, zu Herzen und tragen diese auch an die deutsche Kanzlerin weiter.
Frage: Ihr Buch "Banker to the World" enthält in der Tat viele Erfahrungen, die das Handeln in globalen Finanzkrisen erleichtern könnten. Hat denn das europäische Krisenmanagement genug daraus gelernt?
76, war bis 2010 Senior Vice Chairman der amerikanischen Großbank Citigroup. In den Achtziger- und Neunzigerjahren machte er sich einen Namen bei der Lösung der Schuldenkrisen in Lateinamerika und Asien.
Rhodes: Als Giorgos Papandreou im Dezember 2009 erstmals von den falschen Budgetzahlen berichtete, die Athen nach Brüssel geliefert hatte, und gleichzeitig die dramatisch schlechte finanzielle Lage Griechenlands beschwor, hoffte er auf ein schnelles Hilfsprogramm. Im Januar darauf fuhr er zum World Economic Forum in Davos – alle wichtigen europäischen Politiker waren vor Ort und redeten über Griechenland. Es kam zu keiner Einigung.
Frage: Warum nicht?
Rhodes: Ich selbst sprach damals in Davos und in den Monaten danach mit europäischen Politikern und Finanzexperten. Ich warnte sie davor, die Sache mit Griechenland schleifen zu lassen, weil eine Ansteckung anderer Länder drohe. Sie sagten zu mir, ach was, Bill, du hast dich zu viel mit Krisen in Schwellenländern beschäftigt. Hier in Europa ist das anders; wir sind entwickelte Länder – es gibt keine Ansteckung anderer Länder; diese Wirtschaften sind solide, Griechenland ist ein isolierter Fall. Der einzige Deutsche, der wirklich besorgt war, war Axel Weber, der damalige Chef der Deutschen Bundesbank. Bis sich aber die Europäische Zentralbank, die EU und der IWF auf das erste Rettungsprogramm für Griechenland geeinigt hatten, war es Mai.
Frage: Da war dann auch schon der keltische Tiger, Irland, in Not.
Rhodes: In der Tat. Nicht nur, dass sich die Lage in Griechenland in dem halben Jahr dramatisch verschlechtert hatte. Unmittelbar danach kam Irland in die Klemme, dann Portugal, Spanien und Italien. Die Finanzmärkte reagieren heute in Nanosekunden, Banken und Geldmarktfonds zogen schnell die Reißleine. In Brüssel haben sie bis heute nicht die Mechanismen der internationalen Finanzmärkte begriffen. Paul Volcker, Ex-Chef der US-Notenbank, gab mir folgenden Rat: "Timing ist alles in einer Krise." Wie viele ergebnislose EU-Gipfel hat es gegeben, die zu nichts geführt haben? Die Europäer haben die Dramatik der Lage völlig unterschätzt und die Krise schlecht gemanagt.
Frage: Ist denn der Euro noch zu retten?
- Datum 19.01.2012 - 07:02 Uhr
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- Quelle WirtschaftsWoche
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JaJa: Ohne das wirds es nicht gehen!
Und auch Führungspersönlichkeiten sind wichtig. Überhaupt ist Führung wichtig. Viel wichtiger als die Frage, wohin wit Abhängig Beschäftigten geführt werden. Wir folgen! Das ist ja unsere Pflicht. Und die erfüllen wir. Gehorsame Untertanen, die wir sind. Nicht fragen, folgen!
"S&P sagt, die ganze Konsolidiererei gehe an der eigentlichen Problematik vorbei."
Wolfgang Münchau in
http://www.spiegel.de/wir...
Bevor ewig diese Drohungen und Weissagungen seitens der amerikanischen Großaktionäre Richtung Europa gehen sollten diese erst mal die ersten 1000 Jahre überstehen.
Ich habe ein wenig das Gefühl das sich Amerika derzeitig auf einen Irrweg befindet dieser ähnliche Fehler aufzeigt wie Größenwahn oder Totalitarismus die in Europa alle schon durchlebt wurden.
Fazit Europa hat sich schon lange seinen Platz behauptet und wird es wieder tun wobei Amerika das erst noch beweisen muss. Wir Europäer haben schon ganz andere Sachen überlebt als das Geschwätz einiger sich selbst überschätzender Großaktionäre. Warten wir mal 1000 Jahre ab ob Amerika da überhaupt noch existent ist?
Aktien sind besser als Anleihen nur nicht zu jeder Zeit. D. h. Kapital und den Markt für sich arbeiten zu lassen, erfordert Beobachtung, flexibel sein und Erfahrung. Deutschland hatte nie eine Aktienkultur und die zarten Pflänzchen wurden nach dem Einbruch des neuen Markts wieder zunichte gemacht. Deswegen auch das zögerliche Handeln am Anfang der Griechenlan Krise.
Insofern habe ich das Gefühl, Europäer und Amerikaner reden manchmal aneinander vorbei. Er findet das Haushaltsprinzip und die Fiskalunion schon einen Fortschritt, obwohl man als Europäer erst mal skeptisch sein könnte in Bezug auf das Mehr an Bürokratie, Gängelung und Steuererhöhungen, die in USA unmöglich wären auch weil man mehr den Märkten vertraut.
Manches was er sagt, kommt auch zu allgemein daher, aber die Wirtschaftswoche als "Jein" Blatt zwischen Staat und Privat kann es auch nicht konkreter herauslocken.
"Da war dann auch schon der keltische Tiger, Irland, in Not."
Dies ist historisch falsch. Irland war ab dem Zeitpunkt in Not, als der Staat sämtliche Schulden der Banken übernommen hat. Dies konnte das kleine Land nicht stemmen. Siehe als gegenbeispiel Island, in dem eine Volksabstimmung sich gegen ein solches Vorgehen ausgesprcohen hat.
"Wenn die Banken ein Problem haben, haben die Staaten ein Problem. Wenn die Regierungen ein Problem haben, haben die Banken ein Problem."
Da sollte man mal überlegen, ob hier nicht ein Strukturproblem vorliegt. Förderlich für die Demokratie ist es nicht, eigentlich ist es dann schon eine Oligarchie.
... zu sehen, dass die Marktteilnehmer auch so langsam peilen, dass es sich nicht um eine EU-weite Staatsschulden-Krise handelt, sondern es Wachstums- und Liquiditaetsprobleme gibt (sowie das generelle Problem, sich in einem Waehrungsraum zu befinden). Erst S&P und jetzt ein Wall Street Veteran. Jetzt fehlen eigentlich nur noch Angela und Wolfgang. Allerdings scheint die Amerikaner immer noch nicht das Ausmass des deutschen und europaeischen Politikversagens bzw der MIttelmaessigkeit des Personals zu verstehen... Fuehrungskraft von Angela zu verlangen ist etwa so naiv wie eine progressive Steuerpolitik von Mitt Romney.
Bitte bemühen Sie sich um sachliche Aussagen und verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Danke, die Redaktion/fk.
... sagt zumindest der Volksmund. Und der hatte bisher immer recht.
bräuchte es auch nicht zu "führen".
Das Problem besteht ja darin, dass hier der neo-liberale Weg durchgedrückt werden soll. Gerade den romanischen Völkern sagt man ja einen Hang zur Vernunft nach, die lassen sich nicht so leicht ideologisch/dogmatisch verblenden. Wenn die "geführt" werden sollen, dann stellen die sich bei "Führung* die Frage, ob sie da womöglich in den Abgrund geführt werden sollen.
... sagt zumindest der Volksmund. Und der hatte bisher immer recht.
bräuchte es auch nicht zu "führen".
Das Problem besteht ja darin, dass hier der neo-liberale Weg durchgedrückt werden soll. Gerade den romanischen Völkern sagt man ja einen Hang zur Vernunft nach, die lassen sich nicht so leicht ideologisch/dogmatisch verblenden. Wenn die "geführt" werden sollen, dann stellen die sich bei "Führung* die Frage, ob sie da womöglich in den Abgrund geführt werden sollen.
... sagt zumindest der Volksmund. Und der hatte bisher immer recht.
bräuchte es auch nicht zu "führen".
Das Problem besteht ja darin, dass hier der neo-liberale Weg durchgedrückt werden soll. Gerade den romanischen Völkern sagt man ja einen Hang zur Vernunft nach, die lassen sich nicht so leicht ideologisch/dogmatisch verblenden. Wenn die "geführt" werden sollen, dann stellen die sich bei "Führung* die Frage, ob sie da womöglich in den Abgrund geführt werden sollen.
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