Am Börsengebäude in New York © Keith Bedford/Reuters

Der mit Spannung erwartete Handelsstart der Facebook-Aktien hat den Wert der Anteilsscheine zunächst gesteigert: Facebook-Aktien erzielten in den ersten Momenten nach Beginn des Handels ein Plus von fast fünf Dollar und stiegen auf 43 Dollar, was knapp zwölf Prozent entspricht ( hier der aktuelle Börsenkurs ). Der Handelsstart hatte sich verzögert, erst um 17.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit gab es erste Kurse.

Später sank der Kurs leicht, um eine halbe Stunde nach Handelsstart vorübergehend den Ausgabekurs von 38 Dollar zu streifen. In der ersten Stunde schlug die Börse fast 300 Millionen Aktien um, mehr als die Hälfte davon allein in den ersten beiden Handelsminuten.

Aus dem Silicon Valley hatte Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg anderthalb Stunden nach Handelsauftakt via Videoverbindung die Eröffnungsglocke der New Yorker Technologiebörse Nasdaq geläutet. Hunderte Unternehmensmitarbeiter hatten sich unter freiem Himmel um den Firmengründer geschart, um den größten Internetbörsengang aller Zeiten zu feiern. Viele von ihnen hatte der Börsengang zu Millionären gemacht.

Facebook hatte seine Aktien am Donnerstag zum Höchstpreis von 38 Dollar je Stück platziert und damit 16 Milliarden Dollar erlöst. Insgesamt wollte der Konzern 421 Millionen Anteilsscheine ausgeben. Das Unternehmen selbst veräußert dabei 180 Millionen Aktien, was 6,84 Milliarden Dollar entspricht. Den Rest des Erlöses erhalten Investoren, die frühzeitig in das Unternehmen eingestiegen waren und nun einen Teil ihrer Anteile zu Geld machen wollen.

US-Börsen von Facebook angesteckt

Mit Ausgabe der Aktien ist Facebook 104 Milliarden Dollar wert. Die reinen Geschäftszahlen geben dies aber nicht wirklich her. Facebook verdiente im vergangenen Jahr eine Milliarde Dollar. Ein Verhältnis von 1:100 zwischen Gewinn und Börsenwert ist außergewöhnlich hoch. Es ist eher eine Wette auf künftige Erfolge von Facebook. Die lassen sich aber nur durch Werbung erzielen. Facebook hatte kürzlich selbst eingeräumt, das die Mobilnutzer Probleme bereiteten, weil sich dort Werbung nicht platzieren lasse. General Motors deutete jüngst an, keine Werbung mehr bei Facebook zu schalten.

Bei vielen Börsenstarts der vergangenen Jahre waren Anleger zunächst stark interessiert, bei Apple, Google , Groupon und anderen passte sich der Kurs aber später dem realen Unternehmenswert an .

Die US-Börsen legten zum Handelsauftakt durch die Euphorie des Facebook-Börsengangs zu. Hoffnungen der Händler, der Konzernbörsengang würde die Kurse dauerhaft beflügeln, erfüllten sich nicht. Der Dow Jones Index geriet nach dem positiven Auftakt wieder ins Minus.  

In Europa ließ die Hoffnung auf eine Bewältigung der Schuldenkrise die Aktienmärkte ihre starken Anfangsverluste wettmachen . Der Euro erholte sich ebenfalls . Investoren stützten ihren vorsichtigen Optimismus unter anderem auf die Aussicht eines Wahlsieges der Sparpaket-Befürworter in Griechenland . Denn einer Umfrage zufolge könnten die konservative Nea Dimokratia und die sozialistische Pasok bei der Neuwahl im Juni eine Mehrheit erringen.

Stimmung könnte schnell kippen

"Wenn die Wähler weiter zu den etablierten Parteien tendieren, wird Griechenland sicher nicht die Euro-Zone verlassen", sagte Mike Lenhoff, Chef-Stratege des Anlageberaters Brewin Dolphin. Außerdem erhalte das hoch verschuldete Land eine Führung, die anerkenne, was getan werden müsse. Dies könnte eine deutliche Erleichterungsrally auslösen.

Nach Aussage des Hedgefonds-Managers Lex van Dam, der bei Hamstead Capital ein Vermögen von 500 Millionen Dollar verwaltet, kann die Stimmung aber schnell wieder kippen. Schließlich sei die Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands oder einer Ansteckung anderer europäischer Schulden-Staaten noch lange nicht gebannt.

Dax und EuroStoxx50 drehten nach ihren Mehrmonatstiefs zur Eröffnung ins Plus und notierten jeweils etwa 0,2 Prozent fester bei 6.319 beziehungsweise 2.159 Punkten. Der griechische Leitindex, der zunächst auf ein Rekordtief von 532,15 Zählern gefallen war, gewann drei Prozent auf 552,34 Stellen. Der Euro erholte sich von seinem Viermonatstief von 1,2640 Dollar und verteuerte sich auf 1,2719 Dollar.