Die Börse in Madrid © Dominique Faget/AFP/GettyImages

An den Finanzmärkten gibt es deutliche Erleichterung über die vereinbarte europäische Finanzhilfe für die spanischen Banken. Der Euro verteuerte sich um fast ein Prozent und kostete am Vormittag 1,2631 Dollar.

Unter Anlegern am europäischen Aktienmarkt stieg der Optimismus: Der deutsche Index Dax legte zur Eröffnung 2,1 Prozent auf 6.282 Punkte zu. In Madrid öffnete die Börse sogar mit einem Kurssprung von mehr als vier Prozent. Auch in London stiegen die Kurse um 1,8 Prozent, in Paris ging es nach der Öffnung um 1,98 Prozent nach oben.

Auch an den asiatischen Börsen waren die Kurse der Aktienindizes zuvor kräftig gestiegen: Der Nikkei-Index legte um zwei Prozent zu auf 8.629 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,8 Prozent hinzu. In Seoul stiegen die Kurse im Schnitt um 1,7 Prozent. In Hongkong lag der Index 2,4 Prozent im Plus, in Shanghai um 1,0 Prozent.

Spanien hatte am Samstag nach langem Widerstand bekanntgegeben , nun doch Geld aus den Euro-Rettungsfonds zur Rekapitalisierung seiner labilen Banken zu beantragen. Die Euro-Finanzminister erklärten sich bereit, dem Land bis zu 100 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Der Internationale Währungsfonds hält mindestens 40 Milliarden Euro für nötig.

Aus Sicht von Börsenexperten blicken die Anleger nach der Entscheidung in Madrid wieder genauer auf die nächsten Schritte in der europäischen Schuldenkrise. Sie beobachten, auf welchem Weg die Kredithilfe nun an die spanischen Banken fließen wird.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist die anstehende Neuwahl in Griechenland , von der sich die EU endlich stabile politische Bedingungen erwartet – und Klarheit darüber, ob das Land in der Euro-Zone bleibt. Weitere Weichenstellungen erhoffen sich die Finanzexperten vom wenig später stattfindenden Gipfeltreffen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer.

China erleichtert

Der Umfang des Rettungspakets für Spanien ist größer als von vielen Investoren erwartet. Die Märkte wurden in den vergangenen Wochen von der Angst beherrscht, die Krise in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone könne sich noch stärker ausweiten und der Weltkonjunktur zusätzlich schaden. Vor allem die USA hatten die Europäer mehrfach intensiv gemahnt, die Euro-Krise zu bewältigen. Denn die Chance der Wiederwahl von Präsident Barack Obama im November hängt auch davon ab, ob die europäisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen wie bisher gut funktionieren.

Entsprechend erleichtert reagierte zunächst China auf die Entscheidung in Madrid. "Wir glauben fest daran, dass Europa die Weisheit und die Fähigkeit besitzt, mit den Problemen umzugehen", sagte Vizefinanzminister Zhu Guangyao. China hoffe auf einen guten Ausgang, sei aber auch auf eine Verschlechterung der Situation vorbereitet.