PensionsfondsDie Geldsammelmaschinen wanken
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Die Renditen der Fonds gehen weit auseinander

Das Nachsehen hätten die Sparer, die im Alter mit weniger Geld auskommen müssten. Das hätte vor allem in Ländern wie Großbritannien Auswirkungen, wo die Angestellten weitgehend von der kapitalgedeckten Rente abhängig sind. Zwar waren die Pensionskassen bei der Wahl ihrer Investments dort bislang relativ frei. Doch die Rentenexpertin Ros Altmann sagt: "Es gibt ein beträchtliches Risiko, dass die EU-Regeln den Wert der britischen Pensionen weiter drücken werden." Die Renten der Briten könnten dadurch am Ende sinken.

Allerdings ist die Lage nicht in allen Ländern gleich, die Renditen der Fonds gehen weit auseinander. Während Pensionsfonds in Dänemark im Jahr 2011 ein stolzes Plus von 12,1 Prozent erwirtschafteten und auch die niederländischen (plus 8,2 Prozent) und australischen (plus 4,1 Prozent) recht gut abschnitten, verzeichneten die Fonds in Spanien , den USA, Italien und Japan Verluste zwischen 2,2 und 3,6 Prozent, rechnet die OECD vor. In zehn Staaten lag das Minus sogar bei mehr als vier Prozent. Am schlechtesten schnitt die Türkei mit minus 10,8 Prozent ab.

Anders gesprochen: In vielen Ländern wären die Angestellten besser gefahren, wenn sie den von den Pensionsfonds einbehaltenen Teil des Lohns in einen Sparstrumpf gesteckt hätten. Die Staaten aber profitieren.

Schon jetzt werden durch die Nullzinspolitik der Notenbanken Ressourcen, die eigentlich der Alterssicherung von Angestellten dienen sollten, in Richtung Staat umgeleitet. Eigentlich sollten die Regierungen ein Interesse daran haben, die Lage der Pensionsfonds nicht noch schwieriger zu machen. Doch die Gefahr, dass sie im Gegenteil durch ihre Vorschriften die Interessen der Sparer grob verletzen, ist hoch.

Das zeigt das Beispiel Irland s, des ersten EU-Lands, das Bankrott machte. Dort seien Pensionsfonds gezwungen worden, in irische Staatsanleihen zu investieren, sagt Ebbinghaus. "In Ungarn und Argentinien ging man sogar so weit, die Pensionsfonds wieder zu verstaatlichen, um die Staatsfinanzen zu sanieren." Wenn so etwas öfter geschehe, könnte das Vertrauen in die Fonds endgültig zerstört werden. Dann stellt sich womöglich die Frage nach der Daseinsberechtigung der Geldsammelmaschinen.

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 19. November 2012 15:36 Uhr

    ...das die EU Staaten sicher in die Taschen dieser Fonds mit dieser zumindest fragwürdigen Gesetzesgebung greifen, allerdings wären eben diese Fonds pleite wenn die EU Staaten die Banken und Südeuropa nicht gerettet hätten.
    Das kann natürlich immer noch passieren aber im Moment ist es eben noch nicht passiert...

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    • Otto2
    • 19. November 2012 22:07 Uhr

    Zugegeben, klingt provozierend. Provozieren kann die Überschrift aber nur, wenn man die Versprechungen der Versicherer zum Maßstab nimmt.
    Das investiertes Geld der vergangenen Jahre entspricht letztlich nur dem Wert, den die reale (nicht dass was irgendwelche Finanzspekulanten z. B. mit Werten von Immobilien sich vorgaukeln) Wirtschaft zu dem Zeitpunkt leistet, wo ausgezahlt wird. Die Versicherer streben selbst an, mehr einzunehmen als sie auszahlen. Das geht normalerweise nur, wenn die Wirtschaftskraft beständig wächst. Eine riskante Strategie.
    Belege liefern die letzten 5 Jahre in Europa und Nordamerika.
    Geht das schief, retten wir nach den Banken die Versicherungskonzerne. Die Strategie der privaten Altersvorsorge (abgesehen vom bereits abgezahlten Eigenheim) dient nicht wirklich dem vorgegebenen Anliegen. Die Wagnisse sind zu groß.

  1. 2. Sicher

    ...aber wie hieß es so schön? Nur Private Vorsorge ist noch "sicher".

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    wenn sich nicht Staaten wie Anlagebetrüger (siehe GR siehe insbesondere Tsipras Syriza)verhalten würden.

    Einerseits verdonnert man die Fonds durch falsche Regularien in diese unsicheren Kantonisten Geld zu investieren, andererseits nimmt man ihnen die Flexibilität der Sicherungsinstrumente oder eines Assetmixes.

    Damit ist auch wohl endgültig klar, wer warum "gerettet" werden musste. Nicht irgendwelche großen Spekulanten oder "das Großkapital", wie es viele - vor allem Linke - immer wieder behaupten. Nein, die Spargroschen für viele kleine Leute sind durch die Schuldenmacher akut gefährdet.

    Von "sicher" hat keiner geprochen, einzig "alternativlos" wurde öfters erwähnt.

    Ich hoffe nur, dass wir die Fonds nicht auch noch retten müssen.

    Wäre doch mal was, die Fonds, die eigentlich abseits des Generationenvertrags ihre Gewinne erwirtschaften sollten, müssen auf die Stützung der Steuerzahlenden Bürger zurückgreifen.

    Dann wäre ja wieder alles beim Alten, nur, dass sich diesesmal eine Gesellschaft dazwischen schaltet, ihre Gewinne(Aufwand) abzieht und dann den Rest auszahlt.

    Wegelagerei pur.

  2. wenn sich nicht Staaten wie Anlagebetrüger (siehe GR siehe insbesondere Tsipras Syriza)verhalten würden.

    Einerseits verdonnert man die Fonds durch falsche Regularien in diese unsicheren Kantonisten Geld zu investieren, andererseits nimmt man ihnen die Flexibilität der Sicherungsinstrumente oder eines Assetmixes.

    Damit ist auch wohl endgültig klar, wer warum "gerettet" werden musste. Nicht irgendwelche großen Spekulanten oder "das Großkapital", wie es viele - vor allem Linke - immer wieder behaupten. Nein, die Spargroschen für viele kleine Leute sind durch die Schuldenmacher akut gefährdet.

    Antwort auf "Sicher"
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    "Nein, die Spargroschen für viele kleine Leute sind durch die Schuldenmacher akut gefährdet." Tangens alpha

    Lachhaft, der Anteil "kleiner Leute" in den Fonds in Deutschland ist in etwa genauso groß wie der Anteil kleiner Leute am Gesamtvermögen.

    In den USA ist das Verhältnis natürlich anders, da dort, aufgrund fehlender staatlicher Rente, jeder einzahlt der auch nur einen Dollar übrig hat.

    Das ist auch wieder mal der beste Grund, wieder komplett auf das Umlagesystem zurückzukehren und die privaten Rentenversicherer als das zu betrachten was sie sind: (Ab)Zockerbuden

    Modelle für ein gerechtes System gibt es zu genüge, man kann aber auch mal über die Grenze sehen und dort abkupfern.

    • NoG
    • 19. November 2012 20:42 Uhr

    warum wurden gleich nochmal banken gerettet?
    oder haben rentenfonds keinerlei aktien von banken im gepaeck?
    bei manchen zombiebanken haette den fonds auch der hoehere bzw ueberhaupt erforderliche kapitalpuffer nichts genutzt.

    im ergebnis haben sie ja recht, aber ihr beitrag wirkt unnoetig ideologiebehaftet und zu einseitig.
    was der griechische oppostionsfuehrer sagt, ist doch in dem zusammenhang ziemlich egal. da ist der verdacht einer rettung des gesamten(euro/ schuldgeld-) systems sogar naheliegender.

    btw.
    http://www.wirtschaftsfac...

    http://www.dasinvestment....

  3. Von "sicher" hat keiner geprochen, einzig "alternativlos" wurde öfters erwähnt.

    Ich hoffe nur, dass wir die Fonds nicht auch noch retten müssen.

    Wäre doch mal was, die Fonds, die eigentlich abseits des Generationenvertrags ihre Gewinne erwirtschaften sollten, müssen auf die Stützung der Steuerzahlenden Bürger zurückgreifen.

    Dann wäre ja wieder alles beim Alten, nur, dass sich diesesmal eine Gesellschaft dazwischen schaltet, ihre Gewinne(Aufwand) abzieht und dann den Rest auszahlt.

    Wegelagerei pur.

    Antwort auf "Sicher"
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    "Ich hoffe nur, dass wir die Fonds nicht auch noch retten müssen."

    Was ist denn in Europa passiert? Wer hält denn die ganzen Staatsanleihen?

    • F.K.
    • 19. November 2012 16:57 Uhr

    bzw. das in ihnen investierte Geld hat doch bei Deutschlands Politikern auch schon Begehrlichkeiten geweckt. Stichwort: Finanzierung der Energiewende. Mal sehen, was passierte, wenn weitere Luft-Öko-Träume den Bach runter gehen, für die man schon jetzt nicht mehr genug private Investoren findet und wo es jetzt schon die Idee gibt, dass Pensionsfonds investieren sollen. So, wie ja jetzt auch allein die Banken schuld sind, dass sie in Griechenland-Anleiehen investiert haben und nicht die Politiker, die es sehr wohlwollend unterstützt haben (z.B. damit, dass dafür keine Sicheheiten hinterlegt werden mussten).

  4. "Nein, die Spargroschen für viele kleine Leute sind durch die Schuldenmacher akut gefährdet." Tangens alpha

    Lachhaft, der Anteil "kleiner Leute" in den Fonds in Deutschland ist in etwa genauso groß wie der Anteil kleiner Leute am Gesamtvermögen.

    In den USA ist das Verhältnis natürlich anders, da dort, aufgrund fehlender staatlicher Rente, jeder einzahlt der auch nur einen Dollar übrig hat.

    Das ist auch wieder mal der beste Grund, wieder komplett auf das Umlagesystem zurückzukehren und die privaten Rentenversicherer als das zu betrachten was sie sind: (Ab)Zockerbuden

    Modelle für ein gerechtes System gibt es zu genüge, man kann aber auch mal über die Grenze sehen und dort abkupfern.

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    "Lachhaft, der Anteil "kleiner Leute" in den Fonds in Deutschland ist in etwa genauso groß wie der Anteil kleiner Leute am Gesamtvermögen."

    Wir sprechen hier von P e n s i o n s fonds und nicht von Anlagefonds.

    Außerdem möchte ich Ihre Aussage auch bei den Publikumsfonds stark anzweifeln, es sei denn , sie definieren "kleine Leute" nur als die, die überhaupt nichts anlegen können.

    Die wirklich Reichen werden nie in Fonds investieren, sondern über ihr Home office selbst direkt anlegen oder bestenfalls einen Spezialfonds auflegen, wenn es denn schon ein Fonds sin soll.

    Wo wäre denn das umlagefinanzierte Alterssicherungssystem ohne permanente Überweisung durch den Steuerzahler heute?

    Grade die umlagefinanzierte Rente ist doch die Manöveriermasse in der Hand von Bürokaten par excellence.

    Als Privater habe ich wenigstens die Möglichkeit mir meine Assetklassen zur Altersvorsorge selbst auszuwählen. Beispielsweise habe ich mit stream agreements (settlement in physicals) eine Hedge gegen jeglichen Ausfall einer Papierwährung (Hallo Genius). Ich kann in Wald, in Land, in Nahrungsmittel gehen. Wichtig ist aber, ich selbst kann entscheiden und bin auch selbst verantwortlich - nicht ein Beamter, der mir Vorschriften macht, wann ich was und wo zu bekommen habe.

    Die derzeit realste Bedrohung der selbstbestimmten Altersvorsorge Selbstständiger kommt vor allem vom Staat und den Unfairteilern.

    Kurzbeispiel
    Vermögen 3 Mio EUR - 20% Vermögensabgabe = 2,4 Mio EUR
    1,6% Zins in 10 Jahre Bund = 38400 p.a. EUR
    ./. 1% VSt über 1 Mio = 14000 EUR p.a.
    ./. 25% ZAS = 9600 EUR

    Bleiben 14800 EUR pro Jahr

    Also kann ich selbst bei 3 Mio EUR angespartem Vermögen nach deren Plänen als Selbstständiger nicht fürs Alter vorsorgen.

    Angenommen, ich hätte nach Abzügen 5000 EUR p.u., dann ist das eine Reduktion meiner Altersbezüge auf 25%. Welcher Arbeitnehmer würde das hinnehmen? Was würden Gewerkschaften dazu sagen, wenn statt 43% auf einmal 25% stehen würde - trotz sparsamen Lebens, denn ich müsste 30 J min 3000 p.U. verzinslich sparen, d.h. von 2000 EUR leben.

    • etiam
    • 19. November 2012 17:07 Uhr

    zeigt hier ihre Grenzen auf.
    Wen wundert dies angesichts der Tatsache, dass der Geldwert einer Währung nichts anderes ist als der Glaube daran, dass das Volk, das diese Währung durch echte Arbeit repräsentiert auch künftig noch produktiv ist.
    Im Gegensatz dazu geht die Rente im Umlageverfahren nicht den unsicheren Weg über die Währung - sie baut direkt auf die Produktivität der Folgegeneration. Lediglich sollte man beachten, dass das Hervorbringen einer produktiven Folgegeneration nicht systematisch erschwert werden sollte, wie es bei uns leider nur zu sehr der Fall ist.
    Wenn Kinder zur Armutsfalle werden, können sie kaum zum Reichtumsquell mutieren.

  5. 8. hm...?

    "Ich hoffe nur, dass wir die Fonds nicht auch noch retten müssen."

    Was ist denn in Europa passiert? Wer hält denn die ganzen Staatsanleihen?

    Antwort auf "Alternativlos"

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte OECD | Staatsfinanzen | Alter | Altersversorgung | Altersvorsorge | Fonds
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