Die sogenannten Offshore-Leaks-Daten zu Steuerhinterziehungen waren amerikanischen, britischen und australischen Behörden offenbar teilweise seit Langem bekannt. Schon im Jahr 2010 seien sie ihnen übergeben worden, meldet die Süddeutsche Zeitung. Warum die Daten nicht schon früher ausgewertet wurden, ist noch unklar. 

Erst im Frühjahr gelangte die Festplatte mit 260 Gigabyte Daten in die Hände des Internationalen Konsortiums für investigative Journalisten (ICIJ) in Washington. Das ICIJ verifizierte den Inhalt der Festplatte und gab ihn an Journalisten verschiedener internationaler Medien weiter, die die Ergebnisse ihrer Recherchen vor einigen Wochen veröffentlichten.

In den Unterlagen waren 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern aufgelistet. Die Dokumente stammen von zwei Firmen, die auf die Errichtung von Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind.  

Bundesländer sollen die Daten auswerten

Hierzulande will Finanzminister Wolfgang Schäuble die Daten an die Bundesländer weiterleiten. "Wir werden die nutzen, indem das Bundeszentralamt für Steuern das an die Länder weitergibt", sagte der CDU-Politiker am Wochenende beim Abschluss des G7-Treffens im englischen Aylesbury. "Und die werden das umsetzen."

Die SPD hatte ein rasches Vorgehen gefordert. "Jetzt muss schnell gehandelt werden", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Joachim Poß. "Die Auswertung dieses Materials darf nicht an personellen Engpässen bei Bund und Ländern scheitern."