Gary Cohn, Präsident der Großbank Goldman Sachs, vor einem Treffen mit der Präsidentin Brasiliens, Dilma Rousseff © Ueslei Marcelino/Reuters

Auch Goldman Sachs hat jetzt einen Vergleich in Milliardenhöhe akzeptiert. Wie weiteren amerikanische Banken hatten die Behörden Goldman Sachs vorgeworfen, unsichere Anlagen verkauft zu haben, die schließlich zur Finanzkrise führten. Die Investmentbank kauft nun für 3,15 Milliarden Dollar (rund 2,4 Milliarden Euro) hypothekengestützte Papiere von den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac zurück. Das teilte die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) mit. Damit zahlt Goldman Sachs 1,2 Milliarden Dollar mehr, als die Papiere derzeit wert sind.

Grund für die Vergleichszahlungen sind aus Hypotheken geschnürte Geldanlagen, die als Auslöser der verheerenden Finanzkrise ab 2008 gelten. Enthalten waren faule Kredite an Hausbesitzer mit geringen Sicherheiten und wenig Einkommen. Als 2007 die Immobilienblase in den USA platzte, konnten sie Zins und Tilgung nicht mehr zahlen. Die Hypotheken-Papiere verloren massiv an Wert und das Finanzsystem stand davor zu kollabieren.

Die damals pleitebedrohten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mussten vom amerikanischen Steuerzahler mit 187 Miliarden Dollar gerettet werden. Seither haben sie sich konsolidiert und die Milliardenstütze zurückgezahlt.

Auch Börsenaufsicht belegte Goldman Sachs mit hoher Strafe

Nach dem jüngsten Vergleich nimmt Goldman Sachs von Fannie für eine Milliarde Dollar Papiere zurück, die das Investmenthaus dem Immobilienfinanzierer in den Jahren 2005 bis 2007 verkauft hatte. Bei Freddie sind es Anlagen für 2,15 Milliarden Dollar. Goldman zeigte sich erleichtert über den Abschluss der Verhandlungen. "Wir freuen uns, dass die Angelegenheit bereinigt ist", teilte das in New York ansässige Finanzunternehmen mit. Mit der Ausgleichszahlung werden auch alle Verfahren beigelegt.

Die FHFA hatte 2011 Klage gegen 18 Finanzinstitutionen eingereicht, die derartige Risikopapiere an Fannie und Freddie verkauft hatten. Insgesamt hatten die beiden Finanzierer 196 Milliarden Dollar für solche Anlagen bezahlt. Den Verkäufern wurde vorgeworfen, die Risiken der Papiere verschleiert zu haben. Sie wurden inzwischen auch von der Börsenaufsicht SEC mit Hunderten Millionen Dollar Strafe belegt, darunter ebenfalls Goldman Sachs.

Zudem gab es mehrere milliardenschwere Vergleiche mit dem Justizministerium – zuletzt am Donnerstag mit der Bank of America, die sich zu einer Zahlung von 16,65 Milliarden Dollar bereit erklärte.