Die Zinsen sind so niedrig wie selten zuvor, und sie werden wahrscheinlich auch für längere Zeit sehr niedrig bleiben. Die Folge: Geld, das zur Bank gebracht wird, vermehrt sich nicht mehr. Bei manchen Geldinstituten kostet es sogar, sein Erspartes dort zu verwahren.

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Das Sparverhalten der Deutschen hat sich dadurch aber kaum verändert: In einer repräsentativen Umfrage von YouGov im Auftrag von ZEIT ONLINE gaben 67 Prozent der Befragten an, dass die niedrigen Zinsen keinen Einfluss darauf hätten, wie viel sie sparen würden. Jeder Fünfte gab an, wegen der niedrigen Zinsen bewusst weniger zu sparen und mehr Geld auszugeben. Nur sieben Prozent sagten, sie würden jetzt mehr sparen.

Das klassische Sparbuch spielt dabei immer noch eine wichtige Rolle, obwohl dort die Zinsen extrem niedrig sind und der Sparer real sogar Geld verliert. 46 Prozent der Befragten gaben an, ein Sparbuch zu besitzen. Das Alter der Befragten wirkte sich dabei kaum aus. Bei den 25- bis 34-Jährigen lag der Anteil bei 39 Prozent, bei den 35- bis 44-Jährigen bei 49 Prozent. Und auf diesen Sparbüchern liegt eine große Menge Geld: Im September 2014 waren es nach Angaben des Deutschen Bundesbank 528 Milliarden Euro. Insgesamt haben die Deutschen 3,84 Billionen Euro bei Banken und Versicherungen deponiert.

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Aktien dagegen sind bei den Deutschen weiterhin wenig beliebt – daran haben auch die niedrigen Zinsen in Europa nichts geändert. Auf die Frage, ob sie in den vergangenen zwei Jahren in Aktien investiert hätten, antworteten 81 Prozent mit Nein. Die Zahl der Aktionäre ist in Deutschland zuletzt sogar deutlich gesunken. Im vergangenen Jahr besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts 8,9 Millionen Menschen in Deutschland Aktien oder Anteile an Aktienfonds – 14,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

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Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Deutschen befürchtet der Umfrage zufolge, dass sie im Alter nicht genug Rente erhalten könnte. Unter jungen Menschen ist die Sorge besonders groß: So haben 70 Prozent der 25- bis 34-Jährigen Angst, dass ihre Rente zu knapp ausfallen könnte. Unter den Befragten ab 55 Jahren lag der Anteil nur bei 42 Prozent.

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Für die Umfrage wurden zwischen dem 19. und 22. Dezember 1.043 Menschen befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ.