"A. B.": Ich plane, einen großen Betrag auf ein norwegisches Konto in Norwegischen Kronen zu überweisen. So wäre er vor einer Eurokrise sicher; zudem erwarte ich, dass die Krone aufwertet. Ist das ein guter Plan?

Albert Warnecke: Nur wenn der große Betrag ein kleiner Betrag eines noch größeren Betrags ist, würde ich sagen: warum nicht. Denn auch wenn die Krone in den letzten 20 Jahren nur im Dezember 2008 schwächer bewertet war als heute, bleibt Ihr Plan eine unberechenbare Spekulation. Die Devisenmärkte sind das Schlachtfeld der großen Jungs: politisch motivierte Notenbanken gegen extrem liquide Profi-Trader.

Die Kurve des Kronen-Kurses aus den vergangenen 20 Jahren gleicht keinem sanften Mittelgebirge. Es ist eine wilde Zickzacklinie, schroff wie der Himalaya. Die gesamte Schwankungsbreite lag bei 33 Prozent. Und Norwegen hat als sicherer Hafen einen Zinsaufschlag. Aktuelle Angebote liegen bei 0,60 Prozent Jahreszinsen für Einjahresfestgeld. Da muss die Krone ab- statt aufwerten, sonst wird das nach Abzug der Inflation ein Minusgeschäft.

Zum Thema Sicherheit: Erwarten Sie eine Inflation, eine Abwertung oder ein Zerbrechen des Euro? Gegen einen weichen inflationären Euro mag eine harte Krone helfen, aber wie das Umtauschverhältnis Krone versus neue Mark aussehen wird, wenn der Euro wirklich zerbrechen sollte, das wissen die Götter.

Kurz gesagt: Norwegische Kronen als Devisendiversifikation: Ja. Als Fluchtpunkt für einen signifikanten Teil des Vermögens: Nein.

"Andy": Vor acht Jahren habe ich einen Hauskredit aufgenommen, damals zu höheren Zinsen. Kann ich ihn jetzt schon umfinanzieren und wenn ja, wie?

Hermann-Josef Tenhagen: Wenn Sie Ihre Baufinanzierung deutlich günstiger machen wollen, dann prüfen Sie zunächst, ob Sie Ihren bisherigen Baufinanzierungsvertrag widerrufen können und bereits vor Ablauf der Zehn-Jahres-Frist einen neuen Vertrag zu den heute günstigen Konditionen abschließen können. Das geht, wenn Ihr alter Baufinanzierungsvertrag eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthält. Dann wären Sie zur Rückabwicklung des Vertrages berechtigt. Große Teile der Immobilienkredite zwischen 2002 und 2010 haben fehlerhafte Belehrungen. Für die Prüfung können Sie sich an die Verbraucherzentralen oder an spezialisierte Anwälte wenden, die eine kostenlose Prüfung anbieten.

Ist Ihr alter Vertrag wasserdicht, können Sie aber schon jetzt günstige Zinsen für die künftige Finanzierung sichern. Nach zehn Jahren lässt sich eine alte Finanzierung nämlich in jedem Fall kündigen und eine neue abschließen. Das Mittel der Wahl heißt Forward-Darlehen. Damit können Sie die Finanzierung ab 2018 mit den aktuell niedrigen Zinsen unter Dach und Fach bringen. Das ist zwar ein wenig teurer als eine sofort startende Finanzierung, schließt dafür aber das Risiko eines Zinsanstiegs aus.

"Wauz": Sollte man eine Baisse an der Börse nutzen, um in Aktien mit hohen Dividendenzahlungen zu investieren?

Marc O. Schmidt: Den idealen Moment erwischt niemand, aber eine Baisse ist grundsätzlich ein guter Einstiegszeitpunkt, um langfristigen Erfolg zu haben. Nur so ist es möglich, die hohen Aktienrenditen von im Schnitt acht bis neun Prozent pro Jahr zu erzielen. Bei Papieren mit hoher Ausschüttung müssen Sie allerdings genau hinschauen: Dividenden sollten immer aus dem laufenden Gewinn bezahlt werden können, nie aus dem Bestand. Der Erfolg der sogenannten Dividendenaristokraten zeigt, wie wichtig die Kontinuität der Ausschüttungen ist.

T. Pietsch: Ich reise viel. Ist es sinnvoll, einen Teil meines Geldes in der virtuellen Währung Bitcoin anzulegen, um unterwegs leicht darauf zugreifen zu können?

Daniel Korth: Nein! Wenn Sie ein bisschen zocken und Erfahrungen sammeln möchten, können Sie das mit der Kryptowährung Bitcoin gern machen. Aber in Zeiten, in denen Bankkunden weltweit kostenlos mit Kreditkarten und sogar Tagesgeld-Karten Geld abheben können, sollten Sie auf Reisen kein Risiko eingehen. Und auf eine nicht regulierte Kryptowährung während eines Auslandsaufenthalts zu setzen, ist wie mit Sportwetten seinen Urlaub finanzieren zu wollen: Riskant! Was tun Sie nach einem Bitcoin-Crash, wenn Sie unterwegs das Geld dringend brauchen?

Martin Strang: Welchen Teil meiner Ersparnisse sollte ich idealerweise in Aktien anlegen?

Gereon Kruse: Die gängige Faustformel lautet: 100 minus Ihr Alter gleich Aktienquote. Doch die Regel hat Tücken, weil sie – abgesehen vom Alter – nichts mit Ihrer Lebenssituation zu tun hat. Ein junger Familienvater der kurz vor dem Kauf eines Hauses steht, wird wohl kaum den Großteil seiner Finanzmittel in Aktien halten. Und warum sollte ein Rentner, der viel Erfahrung besitzt, seine Quote dauernd reduzieren?

Dazu kommt: Wer Aktien kauft, besitzt Anteile an einem Unternehmen. Doch längst nicht jeder Sparer ist auch Unternehmertyp. Legen Sie also nur so viel Geld in Aktien an, wie es Ihrem Naturell entspricht. Sie müssen sich wohlfühlen damit – auch in lausigen Börsenphasen.

"RheiaW": Sind ETFs für Kleinanleger geeignet und wenn ja, wie finde ich die passenden?

Jürgen Nawatzki: Für Kleinanleger eignen sich zum Beispiel ETF-Sparpläne. Fast alle Onlinebroker haben Aktionsangebote, bei denen Sie die Ordergebühren sparen. Bei der Entscheidung für einen ETF bestimmen Sie zunächst die Anlageklasse: Infrage kommen unter anderem Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe. Dann wählen Sie einen bestimmten Börsenindex. Zu diesem suchen Sie alle angebotenen ETFs heraus. Sinnvoll ist es, sich für den zu entscheiden, der mindestens ein Fondsvolumen von 100 Millionen Euro hat und die geringsten Verwaltungsgebühren in Rechnung stellt.

"Dr. T.": Wie kann ich mich vor Negativzinsen schützen, wenn das Bargeld tatsächlich abgeschafft oder beschränkt wird und ich zu wenig Geld für Konten in der Schweiz oder auf den Cayman Islands habe?

David Iselin: Seit der Ökonom Kenneth Rogoff vorgeschlagen hat, das Bargeld abzuschaffen, läuft die Diskussion heiß. Die Folgen: Sowohl unsere Vertragsfreiheit wie auch Privatsphäre würden eingeschränkt. In Deutschland werden insgesamt 82 Prozent aller Transaktionen in bar abgewickelt, das Ende des Bargelds ist also fern. Allerdings sind das Daten für das Jahr 2011 und unser Nutzerverhalten ändert sich gerade sehr. Wir zahlen immer häufiger mit Kreditkarten oder Apps. Unser Verhalten verändert das Angebot. Zahlen Sie also häufiger mit Bargeld, wenn sie eine Abschaffung desselben verhindern wollen.

Sie haben auch eine Geldfrage oder einen guten Finanztrick? Dann freuen wir uns über Ihre Teilnahme hier.