Viele Menschen glauben, dass sie ihre Steuererklärung schon am 31. Mai 2017 hätten abgeben müssen. Doch das stimmt für die meisten Arbeitnehmer gar nicht. Denn das Finanzamt teilt die Steuerpflichtigen in zwei Gruppen ein: zum einen in diejenigen, die eine Steuererklärung abgeben müssen (Pflichtveranlagung), und zum anderen in die, die das freiwillig machen. Letztere haben dafür vier Jahre Zeit – also sogar bis zum 31. Dezember 2020 für die Steuererklärung 2016.

Abgabepflichtig – mit der grundsätzlichen Frist bis Ende Mai – sind diejenigen, die beim monatlichen Lohnsteuerabzug von einem individuellen Freibetrag profitiert haben. Einen solchen können Sie beantragen, wenn Sie beispielsweise eine doppelte Haushaltsführung oder andere hohe Werbungskosten, Sonderausgaben, Krankheitskosten oder weitere außergewöhnliche Belastungen haben.

Die Pflichtveranlagung gilt auch für

  • Selbstständige,
  • berufstätige Ehepaare, die die Steuerklassenkombination drei und fünf oder vier mit Faktor haben, sowie für
  • Bezieher von mehr als 410 Euro Eltern-, Kranken- oder Arbeitslosengeld im Jahr 2016.
  • Auch mehr als vier Millionen Rentner sind mittlerweile steuerpflichtig – und jedes Jahr werden es mehr.

Diese Steuerpflichtigen hätten ihre Erklärung für das Jahr 2016 bis Ende Mai 2017 abgeben müssen. Viele haben den Termin im Blick gehabt und eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragt. Diese läuft in aller Regel am 30. September aus. Wenn dieser Tag wie in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, gilt eine Fristverlängerung sogar bis zum ersten Werktag danach, also bis Montag, den 2. Oktober. Bis dahin sollten sich Betroffene aber beeilen. Denn falls sie die Frist überschreiten, droht ihnen ein Verspätungszuschlag.

Für die Mehrheit der Arbeitnehmer gilt jedoch, dass sie freiwillig eine Steuererklärung ausfüllen. Und dies lohnt sich sehr oft: Im Durchschnitt erhalten Steuerpflichtige mehr als 900 Euro zu viel gezahlte Steuern zurück.

Ausgaben, die eine Steuererstattung bringen

Dazu müssen Steuerzahler jedoch wissen, was abzugsfähig ist. Die wichtigste Kategorie sind die beruflichen Ausgaben, beispielsweise für die tägliche Fahrt zur Arbeit. Diese lassen sich als Werbungskosten absetzen, wenn jemand insgesamt mehr als den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro selbst getragen hat. Neben Fahrtkosten und 16 Euro als Pauschale für Kontoführungsgebühren gibt es noch eine Fülle an weiteren Werbungskosten, die helfen, die Steuerlast zu mindern. 

Immer mehr Angestellte müssen wegen der Arbeit eine zweite Wohnung unterhalten. Für eine solche doppelte Haushaltsführung können Betroffene bis zu 12.000 Euro im Jahr an Kosten steuerlich geltend machen. Eigentlich sind Ausgaben für neu angeschafften Hausrat und Einrichtungsgegenstände wie Möbel und Lampen in dem Betrag schon drin. Das Finanzgericht Düsseldorf entschied aber, dass solche Kosten zusätzlich abgesetzt werden können (Az. 13 K 1216/16).  Betroffene sollten ihre belegbaren Kosten in der Steuererklärung eintragen. Lehnt das Finanzamt dies ab, dann sollten Sie dagegen innerhalb eines Monats Einspruch einlegen und in der Begründung auf das Urteil verweisen.