Bankenrettung Hypo Real Estate braucht offenbar weitere Milliarden
Interne Bundesbank-Dokumente belegen: In den Büchern der Immobilienbank HRE schlummern weitere Milliardenrisiken. Die Rettung der Bank könnte teurer werden als gedacht.
Reichen die drei Milliarden Euro, die bisher gezahlt wurden? Oder kostet es zehn Milliarden? Oder müssen der Staat und seine Steuerzahler vielleicht mit 20 Milliarden Euro für die Verluste der seit Juni staatseigenen Bank Hypo Real Estate (HRE) geradestehen? Auch ein Jahr nach der Lehman-Pleite und der anschließenden spektakulären Rettungsaktion für den Münchner Bankriesen können weder das Bundesfinanzministerium noch das neue Management der HRE Auskunft darüber geben, wie teuer die Notverstaatlichung des Münchner Immobilien- und Staatsfinanzierers für die Staatskasse letztlich wird. Treuherzig hatte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) bei seiner Befragung im Untersuchungsausschuss des Bundestages vergangenen Monat noch versichert, dass jenen drei Milliarden Euro, die für den Aktienkauf und die anschließende Kapitalerhöhung schon geflossen sind, ja ein "Gegenwert" in Form der Anlagen der Bank gegenüberstehe, deren "Werthaltigkeit" eines Tages hoffentlich so sei, "dass wir sie auch wieder veräußern können".
Doch diese Aussage war mindestens irreführend. Denn bereits zum Zeitpunkt von Steinbrücks Aussage war klar, dass die Verluste der HRE schon bisher so hoch ausgefallen sind, dass der Bund bis Ende des Jahres noch einmal bis zu sieben Milliarden Euro Kapital nachschießen muss – ein Umstand, der Steinbrück seit langem bekannt sein musste. Schon im Januar hatte das HRE-Management, das belegt ein Schreiben der Bundesbank vom 12. Januar, einen Kapitalbedarf von zehn Milliarden Euro angemeldet. Aber auch das wird voraussichtlich nur die bereits gebuchten Verluste ausgleichen. Einen Gegenwert für die staatliche Kapitalhilfe vermögen Wirtschaftsprüfer nicht zu erkennen. So bescheinigte jüngst die Prüfungsgesellschaft PWC in einem Gutachten für den vom Bund eingerichteten Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin), dass der "objektive Unternehmenswert der HRE Holding EUR 0,00 beträgt".
Nun spricht sogar vieles dafür, dass selbst die bereits avisierten zehn Milliarden Euro nicht reichen werden, um die Rechnung für die HRE-Sanierung zu bezahlen. Denn aus Unterlagen und Berechnungen der Aufseher bei der Bundesbank, die dem Tagesspiegel vorliegen, ergibt sich, dass die neue Staatsbank noch weit mehr riskante Kredite und Wertpapiere in ihrem Bestand hat, als bisher bekannt. So heißt es in einem von der Münchner Niederlassung der Bundesbank erstellten "Eigenkapital-Szenario der HRE" vom 6. Februar dieses Jahres, dass im Posten „Loans and Receivables“ (Kredite und Forderungen) der Bilanz "unrealisierte Verluste" in Höhe von 16,3 Milliarden Euro enthalten seien. Mit anderen Worten: Wenn alle jene Kreditnehmer und Anleiheschuldner, deren Bonität am Markt derzeit als gering gilt, am Ende tatsächlich ihre Schulden nicht vollständig begleichen können, fehlen der HRE noch einmal 16 Milliarden. Diese Verluste mussten nur deshalb noch nicht gebucht werden, weil die Regierungen der Krisenstaaten den Banken vergangenen Herbst erlaubten, Wertpapiere, die am Markt im Wert gefallen waren, weiterhin zum Einkaufswert in der Bilanz zu buchen. Nur mussten sie dafür nicht mehr als Handelsware, sondern als Dauerkredit eingetragen werden. Das geht freilich nur so lange gut, bis die jeweiligen Anleihen oder Kreditpakete fällig werden. Müssten die Verluste so tatsächlich "realisiert", also auf die Gewinn- und-Verlust-Rechnung angerechnet werden, dann stiege der Bedarf der HRE für zusätzliches Kapital auf insgesamt 26 Milliarden Euro, kalkulierten die Bundesbank-Experten. Das wären sechs Milliarden Euro mehr als die jährlichen Staatsausgaben für alle deutschen Universitäten zusammen.
Ein solches Szenario, erklärte dagegen ein Sprecher der HRE, sei „nicht realistisch“. Die von den Bundesbankern genannten "unrealisierten Verluste" seien im Geschäftsbericht auch durchaus als "stille Lasten" genannt. Aber geplant sei, die entsprechenden Investments erst "über die Zeit Markt schonend und werterhaltend" abzubauen. Nur weil einige Kreditnehmer derzeit an Bonität verloren hätten, heiße dies schließlich nicht, dass sie am Ende nicht zahlen könnten. Zur "Ableitung eines möglichen konkreten Kapitalbedarfs" seien die Angaben daher "ungeeignet".
Doch ausgerechnet der bis Juli amtierende Aufsichtsratsvorsitzende, der frühere Deutsch-Banker Michael Endres, sieht das ganz anders. Das Kreditportfolio der HRE sei "hoch problematisch", erklärte er kürzlich in einem Interview, die Bank habe "ganz klar ein Solvenzproblem". So habe die HRE in vielen Ländern Immobilienkredite vergeben, in denen sich die HRE-Mitarbeiter nicht auskannten. Zudem habe die HRE in großem Umfang Geld an Finanzinvestoren wie die Firma Cerberus vergeben, und deren Immobilienkäufe mit bis zu 80 Prozent des Einkaufswertes finanziert. "Und zuweilen steht hinter einem Millionenkredit nur eine kleine GmbH mit 100 000 Euro Eigenkapital – und sonst praktisch keine Sicherheit", warnte Endres. Es würde ihn deshalb "nicht wundern, wenn zehn Milliarden Euro Kapitalspritze nicht reichen würden". Der Milliardenkrimi um Deutschlands teuerste Beinahepleite ist wohl noch lange nicht zu Ende.
- Datum 12.09.2009 - 20:40 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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wenn es darum geht weitere Unterstützungskredite in Milliardenhöhe vom Staat zu bekommen und ... obendrein .... noch eine hohe Boni an die Fürhrungsebene auszahlen. Das kann man zwar nicht mehr dem deutschen Bürger vermitteln .... aber egal.
???
Habe ich da was nicht mitbekommen? Hat der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende jetzt die Seiten gewechselt?
passieren und am ende passt es ja auch ganz gut.
vielleicht sollte man den laden mal hochgehen lassen?
vielleicht passiert ja gar nichts weiter?
aber ich vergass...TINA
wenn man dann ueberlegt das sich bald wieder um millionenbetraege gestritten wird wenn geld sinnvoll budgetiert werden soll, kann man eigentlich nur noch kotzen
passieren und am ende passt es ja auch ganz gut.
vielleicht sollte man den laden mal hochgehen lassen?
vielleicht passiert ja gar nichts weiter?
aber ich vergass...TINA
wenn man dann ueberlegt das sich bald wieder um millionenbetraege gestritten wird wenn geld sinnvoll budgetiert werden soll, kann man eigentlich nur noch kotzen
passieren und am ende passt es ja auch ganz gut.
vielleicht sollte man den laden mal hochgehen lassen?
vielleicht passiert ja gar nichts weiter?
aber ich vergass...TINA
wenn man dann ueberlegt das sich bald wieder um millionenbetraege gestritten wird wenn geld sinnvoll budgetiert werden soll, kann man eigentlich nur noch kotzen
diese Herrschaften am 27.09.2009 WIEDER !!
Die vernichten die Kohle schneller als bei nem Brand es geschehe.
Zapp*
Das Finanzkarussell dreht sich immer schneller, die Summen werden immer atemberaubender: Etwa 620 Milliarden Euro (!) gibt die Bundesregierung zur Krisenbewältigung aus. 500 Mrd. Euro sind für Banken gedacht, die sich verzockt haben. 120 Mrd. Euro gehören zu einem Deutschlandfonds, der Pleitefirmen helfen soll. Das kann auch noch mehr werden, doch im Wahlkampf kommt das Thema bisher nur am Rande vor; attac fordert deshalb: Die Parteien sollen offenlegen, wer für die Krise aufkommen muss! Hier ist von dem Verursacherprinzip auszugehen, das ja auch im normalen Leben gilt und uns allen bekannt ist: Wer für den Schaden gesorgt hat, soll ihn auch bezahlen. Das nennt man wirtschaftliche Verantwortung und Vernunft.
Ein besonders bitteres Kapitel schreibt die Hypo Real Estate (HRE), die bisher mit mehr als 100 Milliarden Euro Steuerzahlergeld unterstützt wurde - Ende nicht absehbar! Dazu nur ein kleiner Zahlenvergleich: Das Arbeitslosengeld 2 (”Hartz IV”) soll für das Jahr 2010 ca. 44,6 Mrd. Euro betragen, die Steigerung der Erwerbslosenzahlen bereits eingerechnet.
Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags musste die Arbeit in Sachen HRE aufnehmen. Deshalb müssen jetzt endlich die Akten offengelegt werden, um die notwendige demokratische Transparenz zu erreichen. Schließlich soll doch Vertrauen gebildet werden, wie immer wieder betont wird.
Fest steht schon jetzt: Die nächste Finanzkrise wird unbezahlbar sein!
Mehr unter www.attac.de
"die bisher mit mehr als 100 Milliarden Euro Steuerzahlergeld unterstützt wurde"
es geht hier eben nicht nur um 3 Mrd., hier ein paar Zahlen:
Unterstützung für die HRE lt. Spiegel Nr. 34:
- Soffin Garantien (Sonderfonds Finanzmarkstabilisierung) 52 Mrd
- Garantien und Liquiditätshilfen vom Bankenkonsortium und Bund 50 Mrd
- Übernahmekosten von 90% der HRE-Aktien 3,1 Mrd
- vermuteter weiterer Kapitalbedarf mind. 10 Mrd
"die bisher mit mehr als 100 Milliarden Euro Steuerzahlergeld unterstützt wurde"
es geht hier eben nicht nur um 3 Mrd., hier ein paar Zahlen:
Unterstützung für die HRE lt. Spiegel Nr. 34:
- Soffin Garantien (Sonderfonds Finanzmarkstabilisierung) 52 Mrd
- Garantien und Liquiditätshilfen vom Bankenkonsortium und Bund 50 Mrd
- Übernahmekosten von 90% der HRE-Aktien 3,1 Mrd
- vermuteter weiterer Kapitalbedarf mind. 10 Mrd
Ich erwarte das die nächste Bundesregierung jeden Euro den sie der Bank gibt auch Eins zu Eins in Bildung und Umweltschutz investiert.
...dürfen Sie das.
Sie werden es auch sehen kommen.
Am St. Nimmerleinstag.
...dürfen Sie das.
Sie werden es auch sehen kommen.
Am St. Nimmerleinstag.
unglaublich, warum man sich überhaupt entschlossen hat, diese bank zu retten...
es wird bewusst mehr risiko eingegangen für noch höhere gewinne, und die, die lieber bedächtig wirtschaften ohne risiko bekommen ja auch kein geld vom staat.
es ist schwierig, sowas den menschen klar zu machen.
und die mitarbeiter der hre haben sogar selbst noch boni bekommen, diese jahr! nach der pleite!
man hätte diese bank einfach untergehen lassen sollen.
soviel geld, wie da jetzt investiert wird, wird man da NIE wieder rausholen.
Es gab 2 - zugegebenermassen - Geruechte:
1. Einen Tag, nachdem die Hypovereinsbank die Haftung fuer die HRE losgeworden ist, wurde das Desaster publiziert (private Mitteilung / on y soi qui mal y pense)
2. Die Deutsche Bank ist der groesste Glaeubiger der HRE (aus "Neues aus der Anstalt"). In diesem Kontext muss man das nette Beisammensein von Hn. Ackermann bei Merkeline sehen. Indirekt wurde die DB "gerettet".
Es gab 2 - zugegebenermassen - Geruechte:
1. Einen Tag, nachdem die Hypovereinsbank die Haftung fuer die HRE losgeworden ist, wurde das Desaster publiziert (private Mitteilung / on y soi qui mal y pense)
2. Die Deutsche Bank ist der groesste Glaeubiger der HRE (aus "Neues aus der Anstalt"). In diesem Kontext muss man das nette Beisammensein von Hn. Ackermann bei Merkeline sehen. Indirekt wurde die DB "gerettet".
Nachdem die "Komasäufer des Finanzsystems" abgefüllt sind, hängt also die HRE u.a.m nach wie vor am Tropf des Steuerzahlers. Wann endlich beginnt die "globale Entziehungskur" ??
Hier ein Therapievorschlag:
Da der US-Präsident nur 400 000 Dollar im Jahr verdient und Albert Einstein, der vier Nobelpreise in Physik und einen Friedensnobelpreis verdient hätte, als Professor für Astrophysik und Kosmologie heute nur 100 000 € verdienen würde, ließe sich die Habgier der sich selbst bedienenden „Finanz-Komasäufer“ dadurch therapieren, dass deren Jahresgesamteinkommen einschließlich der nebulösen „Boni“ – weltweit – auf 400 000 € pro Jahr beschränkt würde: Immerhin gleichauf mit dem Einkommen des „mächtigsten (?) Mannes der Welt und dem ca. Vierfachen des €insteingehalts! Das Unwesen der angeblich so „hochkomplexen mathematischen Finanzprodukte“, die durch Verschleierung beinahe die „Kernschmelze des Weltfinanzsystems“ verursacht haben, könnte dadurch mithilfe von ehrbaren, nicht nach Boni schielenden Finanz-„Dienstleistern“ abgeschafft werden.
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