Wirtschaftskrise LBBW rechnet erneut mit Verlust in Milliardenhöhe
Die Landesbank Baden-Württemberg kommt nicht aus der Verlustzone. Auch 2009 wird sie ein Minus von ungefähr zwei Milliarden Euro einfahren.
Die größte deutsche Landesbank, Baden-Württemberg (LBBW), rechnet nach einem kurzem Aufwind im Frühjahr auch in diesem Jahr mit hohen Verlusten. Das wurde am Donnerstag in Stuttgart aus Kreisen der Eigentümer der LBBW bekannt. Insgesamt belaufe sich das Minus auf rund zwei Milliarden Euro. Gründe dafür seien die Wirtschaftskrise und Ausfälle durch riskante Immobiliengeschäfte.
Vorstandschef Hans-Jörg Vetter habe den Vorsitzenden der Trägerversammlung, Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), bereits über das erwartete Minus informiert. Ein LBBW-Sprecher sagte lediglich, das geplante Restrukturierungskonzept werde Anfang Oktober vorgestellt.
Obwohl noch drei Monate des Geschäftsjahres ausstehen, sei schon jetzt absehbar, dass die Abschreibung von Planungskosten für nicht realisierte Bauprojekte die Bank stark belasten werde, hieß es. Zudem sei die LBBW gezwungen gewesen, hochdefizitäre Projekte preiswert abzustoßen.
Hinzu kommt, dass die wegen der Krise dramatisch nach oben geschnellte Risikovorsorge die Bilanz der LBBW nach unten drückt. Zahlreiche Unternehmen kämpfen mit den Folgen der Krise, wodurch das Risiko von Insolvenzen und möglicher Kreditausfälle steigt. Die Bank wappnet sich dagegen mit einer höheren Risikovorsorge.
Die Wirtschaft in Baden-Württemberg hat im ersten Halbjahr 2009 mit einem Minus von zehn Prozent den stärksten Einbruch in ihrer Geschichte erlebt. Das schlage auch auf die LBBW durch, hieß es.
Auch im vergangenen Jahr hatte das Finanzinstitut infolge der Krise einen Verlust von rund 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Danach hatten das Land Baden-Württemberg, die Sparkassen und die Stadt Stuttgart dem Institut mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Außerdem gaben sie Garantien für riskante Wertpapiere in Höhe von 12,7 Milliarden Euro.
Der Aufwind für die Landesbank währte aber nur vorübergehend. Nach der Rückkehr in die Gewinnzone zu Jahresanfang hatte die LBBW im ersten Halbjahr 2009 noch schwarze Zahlen geschrieben. Der Überschuss schmolz allerdings im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten drei Monaten um 21 Millionen Euro. Während von Januar bis März unter dem Strich noch ein Gewinn von 236 Millionen Euro stand, waren es im ersten Halbjahr noch 215 Millionen Euro.
Angesichts dieser Entwicklung hatte der als harter Sanierer geltende Vetter Ende August die Erwartungen gedämpft und einen harten Sparkurs angekündigt. Der Vorstandschef will pro Jahr 400 Millionen Euro einsparen. Vetter, der im Frühsommer für den lange umstrittenen Vorstandschef Siegfried Jaschinski nach Stuttgart gekommen war, hatte zudem erklärt, es müssten Belastungen eliminiert und schnell die notwendigen Schritte vorgenommen werden.
Die Hilfen der Träger hat die EU-Kommission bisher nur unter Auflagen genehmigt. Dank der Hilfe stieg die Eigenkapitalquote der Bank deutlich auf 9,4 Prozent. Zuvor war dieser Wert auf gut sechs Prozent zusammengeschmolzen. Die Eigenkapitalquote spiegelt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und ausgegebenen Krediten wider.
- Datum 24.09.2009 - 17:53 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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