Kanada Greenpeace-Aktivisten besetzen Ölförderanlage

Fort McMurray in Kanada steht für eine der schlimmsten Umweltverschmutzungen des 21. Jahrhunderts. Dort wird Ölsand gefördert. Greenpeace-Aktivisten kämpfen dagegen an.

Bei Fort McMurray in Kanada fördern internationale Energiekonzerne Ölsand. Dabei wird die Natur in der Region zerstört

Bei Fort McMurray in Kanada fördern internationale Energiekonzerne Ölsand. Dabei wird die Natur in der Region zerstört

Greenpeace-Aktivisten aus Deutschland, Frankreich, Brasilien und Kanada haben bei Fort McMurray eine Brücke und ein zentrales Transportband des größten kanadischen Energieunternehmens Suncor besetzt. Beide verbinden in der kanadischen Provinz Alberta eine Ölsandmine und einer Weiterverarbeitungsanlage. Die 23 Umweltschützer protestieren mit ihrer Aktion gegen die klimaschädlichen Auswirkungen des Ölsand-Abbaus.

"Mit der heutigen Aktion fordern wir die Staats- und Regierungschefs der Industrienationen auf, endlich eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz einzunehmen und den Abbau der Ölsande weltweit zu stoppen", sagte ein Greenpeace-Sprecher. "Durch den Abbau der Ölsande in Kanada geschieht ein weltweit wirkendes Klimaverbrechen, an dessen Auswirkungen jetzige und künftige Generationen leiden werden."

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Umweltschützer kritisieren die schwerwiegenden Schäden, die durch die Gewinnung des teerhaltigen Bitumen aus den Athabasca-Ölsänden entstehen: Der Tagebau erzeugt große Mengen Treibhausgase, zerstört den Wald in der Region und giftige Abwässer fließen aus den Förderanlagen ab und gefährden die Gesundheit der in der Nähe lebenden Menschen.

Kanada ist nach Saudi-Arabien das Land mit den größten bekannten Ölreserven der Welt: Die Böden der Flusstäler der Flüsse Athabasca und Peace River sowie des Kalten Sees enthalten ein gigantisches Ölvorkommen. Der Konzern Suncor fördert seit 1967 den Ölsand. Bei der Regierung von Alberta gehen ständig neue Anträge zur Ausschachtung neuer Gruben an. Große internationale Erdölkonzerne wie Exxon investieren in die Ölgewinnung in Westkanada. Rund 70 Prozent des dort gewonnen Bitumens geht an die USA.

Da die Ölquellen in Arabien und im Meer zu Ende gehen – bis 2030 sollen sie aufgebraucht sein, befürchtet Greenpeace, dass der Ölsandabbau im Norden Amerikas fortgesetzt wird. Die Organisation kritisiert, dass die Gewinnung von Ölsand zu viel Energie benötige und dreimal so viel schädliche Klimagase freisetze, wie die konventionelle Ölförderung. Es werden rund zwei Tonnen Ölsand benötigt, um ein Barrel Rohöl zu gewinnen.

Bereits vor zwei Wochen hatten Greenpeace-Aktivisten mit einer Aktion den Ölsand-Abbau in einem Bergbaubetrieb des Erdölkonzerns Shell-Albion unterbrochen.

 
Leser-Kommentare
  1. Doch nichts weiter als ein elitärer Club von Gutmenschfanatikern welche von den Spendengeldern der räuigen Wohlstandssünder prächtig leben können. Beim G8 Gipfel in Heiligendamm war ich erstaunt, welche Organisationen sich tolle Dreimaster leisten können. Der Rostocker Hafen war voll davon.

    Ihr lieben Spender. Gebt Euer Geld lieber an Umweltgruppen, bei welchen Ihr mitreden und entscheiden könnt. Nicht für eine Luxuswiderstandsbewegung a la Greenpeace. Ihr finanziert denen ihre Abenteuerreisen aber leistet keinen Beitrag zum Umweltschutz.

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    Ich glaube nicht, dass irgendeine andere Umweltorganisation bisher so viel bewegt hat wie greenpeace. Ihre Kritik, dass greenpeace eine "Luxuswiderstandsbewegung" ist, mag ja unter Umständen zutreffe, allerdings sind jegliche soziale Bewegungen Protestbewegungen, deren Protest nur erfolgreich sein kann, wenn er medial wahrgenommen wird und so in der Gesellschaft rezipiert wird. Ich glaube, dass nur über diesen indirekten Weg eine Beeinflussung der Tagespolitik möglich ist.

    Ich möchte den Vorwurf, bei GP könne "man" nicht mitreden, mit etwas mehr Wahrheitsgehalt versehen.
    Aus meiner Sicht (und bisherigen Erfahrung) ist GP die einzige internationale, effektiv organisierte und wirksam agierende Umweltorganisation, die es den ehrenamtlichen Aktivisten gestattet, eben genau dies zu tun: MITZUREDEN!
    Pragmatismus Idealismus - das sind Kernwerte, die einerseits Menschen zu GP führen und andererseits von den "Führungsfiguren" bei GP vermittelt und gelebt werden. Und eine niedrige "Zutrittsschwelle".
    Zumal "zuviel" Mitredemöglichkeit zu Handlungsunfähigkeit jeder Organisation führt. Eine Umweltorganisation darf kein Laberverein sein oder ein Kaffeekränzchen.
    Schließlich ist es der Sache (also dem Umweltschutz) nicht dienlich, wenn eine Kakophonie an Mini-Umweltgrüppchen, deren Existenzgrund Ego-Streichelei ist (die bösen Strategen von oben wollten mir sagen, was ich tun soll, das mag ich nicht, also muss ich eine eigene Gruppe gründen), versucht, Missstände nachhaltig zu verändern. Das verlangsamt die Erreichung von Zielen allgemein, um die es allein geht.
    Und: man zeige mir einen einzigen GP-Menschen, der infolge seiner Tätigkeit privat ein luxuriöses und auffallend wohlhabendes Leben führt. Gibt es nicht.

    Ich glaube nicht, dass irgendeine andere Umweltorganisation bisher so viel bewegt hat wie greenpeace. Ihre Kritik, dass greenpeace eine "Luxuswiderstandsbewegung" ist, mag ja unter Umständen zutreffe, allerdings sind jegliche soziale Bewegungen Protestbewegungen, deren Protest nur erfolgreich sein kann, wenn er medial wahrgenommen wird und so in der Gesellschaft rezipiert wird. Ich glaube, dass nur über diesen indirekten Weg eine Beeinflussung der Tagespolitik möglich ist.

    Ich möchte den Vorwurf, bei GP könne "man" nicht mitreden, mit etwas mehr Wahrheitsgehalt versehen.
    Aus meiner Sicht (und bisherigen Erfahrung) ist GP die einzige internationale, effektiv organisierte und wirksam agierende Umweltorganisation, die es den ehrenamtlichen Aktivisten gestattet, eben genau dies zu tun: MITZUREDEN!
    Pragmatismus Idealismus - das sind Kernwerte, die einerseits Menschen zu GP führen und andererseits von den "Führungsfiguren" bei GP vermittelt und gelebt werden. Und eine niedrige "Zutrittsschwelle".
    Zumal "zuviel" Mitredemöglichkeit zu Handlungsunfähigkeit jeder Organisation führt. Eine Umweltorganisation darf kein Laberverein sein oder ein Kaffeekränzchen.
    Schließlich ist es der Sache (also dem Umweltschutz) nicht dienlich, wenn eine Kakophonie an Mini-Umweltgrüppchen, deren Existenzgrund Ego-Streichelei ist (die bösen Strategen von oben wollten mir sagen, was ich tun soll, das mag ich nicht, also muss ich eine eigene Gruppe gründen), versucht, Missstände nachhaltig zu verändern. Das verlangsamt die Erreichung von Zielen allgemein, um die es allein geht.
    Und: man zeige mir einen einzigen GP-Menschen, der infolge seiner Tätigkeit privat ein luxuriöses und auffallend wohlhabendes Leben führt. Gibt es nicht.

  2. Ich glaube nicht, dass irgendeine andere Umweltorganisation bisher so viel bewegt hat wie greenpeace. Ihre Kritik, dass greenpeace eine "Luxuswiderstandsbewegung" ist, mag ja unter Umständen zutreffe, allerdings sind jegliche soziale Bewegungen Protestbewegungen, deren Protest nur erfolgreich sein kann, wenn er medial wahrgenommen wird und so in der Gesellschaft rezipiert wird. Ich glaube, dass nur über diesen indirekten Weg eine Beeinflussung der Tagespolitik möglich ist.

    Antwort auf "Greenpeace"
  3. Würden sie vielleicht lieber etwas zum Thema sagen? Wie da Öl abgebaut wird ist schon erschreckend und man sollte der Menschheit endlich mal beibringen Energie zu sparen. Wie soll das weitergehen?

  4. Um meine Vorredner in Schutz zu nehmen, sei angemerkt, dass der Artikel sich nicht allein auf das Thema Ölsandabbau beschränkt. Es geht auch um Umweltaktivismus a la Greenpeace.
    Greenpeace muss man lassen, dass deren spektakulären Aktionen immer wieder Umweltthemen zum Gegenstand weltweiter Medienberichterstattung machen. Das allein ist bereits als Erfolg zu werten und damit der Spendengelder würdig. Nur wer zum nachdenken gebracht wird, kann anfangen sich zu ändern. Und das ist ja, was Greenpeace bezweckt: Wir sollen uns ändern. Ich kann nicht erkennen, warum die Strategie der Organisation verfehlt sein sollte...
    Zweites Thema: Ölsandförderung. Wer will, kann sich ja mal bei Google nach Bildmaterial umsehen. Auch ist in der Juli-Ausgabe der GEO ein sehr interessanter Artikel zu dem Thema erschienen, der die Problematik der Ölsandförderung umfassend darstellt. Die Ölsandförderung rechnet sich nur deshalb, weil die Schäden für die Allgemeinheit (einschließlich der Gesundheitsbeeinträchtigungen der lokalen Bevölkerung) nicht in die wirtschaftliche Betrachtung dieser Unternehmung mit einbezogen werden müssen. Außerdem hilft natürlich der nach wie vor relativ hohe Ölpreis.
    Würde man die dauerhafte Zerstörung der Waldflächen, der Böden, die Verseuchung der Flüsse und die Klimafolgekosten mit einbeziehen, dann käme wohl kein wirtschaftlich denkender Mensch auf die Idee, diese Art der Ölförderung aufrecht zu erhalten.

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    • FZ
    • 01.10.2009 um 13:16 Uhr

    habe ich auch gelesen... - Wollte ihn eigentlich schon verlinken, habe ihn aber leider nicht online gefunden, scheint nur in der Printausgabe erschienen zu sein. Habe nur das Inhaltsverzeichnis vom Heft entdeckt, das gibts hier: http://www.geo.de/GEO/hef...

    Inhaltlich kommt dem der ZDF-Beitrag aus "Abenteuer Wissen" recht nahe; wer eine halbe Stunde Zeit hat, möge mal hier reinschauen:

    http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Was auch für hiesige Gefilde sehr interessant sein könnte, ist das Statement eines der Wissenschaftler gegen Ende des Films, der die Industrie vor den anscheinend doch erheblichen Kosten der CO2-Verpressung (an der er gerade selbst forscht!) warnt... - vielleicht sollten wir uns doch von den geliebten Kohlekraftwerken verabschieden. Doch das nur am Rande.

    Sehr interessant auch die Bilderstrecke des ZDF zum Thema:

    http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Bei der Aktion hat Greenpeace meine volle Sympathie, da diese Organisation der Garant ist für höchste Medienaufmerksamkeit. Und diese ist hier gefragt.

    • FZ
    • 01.10.2009 um 13:16 Uhr

    habe ich auch gelesen... - Wollte ihn eigentlich schon verlinken, habe ihn aber leider nicht online gefunden, scheint nur in der Printausgabe erschienen zu sein. Habe nur das Inhaltsverzeichnis vom Heft entdeckt, das gibts hier: http://www.geo.de/GEO/hef...

    Inhaltlich kommt dem der ZDF-Beitrag aus "Abenteuer Wissen" recht nahe; wer eine halbe Stunde Zeit hat, möge mal hier reinschauen:

    http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Was auch für hiesige Gefilde sehr interessant sein könnte, ist das Statement eines der Wissenschaftler gegen Ende des Films, der die Industrie vor den anscheinend doch erheblichen Kosten der CO2-Verpressung (an der er gerade selbst forscht!) warnt... - vielleicht sollten wir uns doch von den geliebten Kohlekraftwerken verabschieden. Doch das nur am Rande.

    Sehr interessant auch die Bilderstrecke des ZDF zum Thema:

    http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Bei der Aktion hat Greenpeace meine volle Sympathie, da diese Organisation der Garant ist für höchste Medienaufmerksamkeit. Und diese ist hier gefragt.

    • FZ
    • 01.10.2009 um 13:16 Uhr

    habe ich auch gelesen... - Wollte ihn eigentlich schon verlinken, habe ihn aber leider nicht online gefunden, scheint nur in der Printausgabe erschienen zu sein. Habe nur das Inhaltsverzeichnis vom Heft entdeckt, das gibts hier: http://www.geo.de/GEO/hef...

    Inhaltlich kommt dem der ZDF-Beitrag aus "Abenteuer Wissen" recht nahe; wer eine halbe Stunde Zeit hat, möge mal hier reinschauen:

    http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Was auch für hiesige Gefilde sehr interessant sein könnte, ist das Statement eines der Wissenschaftler gegen Ende des Films, der die Industrie vor den anscheinend doch erheblichen Kosten der CO2-Verpressung (an der er gerade selbst forscht!) warnt... - vielleicht sollten wir uns doch von den geliebten Kohlekraftwerken verabschieden. Doch das nur am Rande.

    Sehr interessant auch die Bilderstrecke des ZDF zum Thema:

    http://www.zdf.de/ZDFmedi...

    Bei der Aktion hat Greenpeace meine volle Sympathie, da diese Organisation der Garant ist für höchste Medienaufmerksamkeit. Und diese ist hier gefragt.

  5. Ich möchte den Vorwurf, bei GP könne "man" nicht mitreden, mit etwas mehr Wahrheitsgehalt versehen.
    Aus meiner Sicht (und bisherigen Erfahrung) ist GP die einzige internationale, effektiv organisierte und wirksam agierende Umweltorganisation, die es den ehrenamtlichen Aktivisten gestattet, eben genau dies zu tun: MITZUREDEN!
    Pragmatismus Idealismus - das sind Kernwerte, die einerseits Menschen zu GP führen und andererseits von den "Führungsfiguren" bei GP vermittelt und gelebt werden. Und eine niedrige "Zutrittsschwelle".
    Zumal "zuviel" Mitredemöglichkeit zu Handlungsunfähigkeit jeder Organisation führt. Eine Umweltorganisation darf kein Laberverein sein oder ein Kaffeekränzchen.
    Schließlich ist es der Sache (also dem Umweltschutz) nicht dienlich, wenn eine Kakophonie an Mini-Umweltgrüppchen, deren Existenzgrund Ego-Streichelei ist (die bösen Strategen von oben wollten mir sagen, was ich tun soll, das mag ich nicht, also muss ich eine eigene Gruppe gründen), versucht, Missstände nachhaltig zu verändern. Das verlangsamt die Erreichung von Zielen allgemein, um die es allein geht.
    Und: man zeige mir einen einzigen GP-Menschen, der infolge seiner Tätigkeit privat ein luxuriöses und auffallend wohlhabendes Leben führt. Gibt es nicht.

    Antwort auf "Greenpeace"

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