Opel-Verkauf GM setzt Magna mit neuen Forderungen unter Druck

Magna stehen schwierige Verhandlungen bevor: GM will sich weitreichenden Einfluss sichern und verlangt ein Vorkaufsrecht sowie mehrere Vorstandsposten.

Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat bei den Verkaufsverhandlungen für Opel mit neuen Forderungen überrascht: Sie verlangen ein Vorkaufsrecht und mehrere Vorstandsposten bei der neuen Gesellschaft "New Opel". Falls einer der neuen Partner aussteigen wollte, müsse GM das Recht haben, das erste Angebot für die freiwerdenden Anteile abzugeben, sagte GM-Verhandlungsführer John Smith nach Angaben von Opel. Das Vorkaufsrecht dürfe aber nicht mit einem Rückkaufsrecht verwechselt werden. GM wolle nur dann zuerst zum Zuge kommen, wenn einer der Partner abspringe.

In dem neuen achtköpfigen Vorstand von "New Opel" beansprucht GM zudem für die kommenden drei Jahre die Hälfte der Sitze für sich. Den Vorstandsvorsitz und drei weitere Sitze werde Magna ernennen. Und es gibt zusätzlich weitere ungeklärte Punkte: Die Bundesregierung und Länder mit Opel-Standorten streiten zudem mit dem bisherigen US-Mutterkonzern über die endgültige Finanzierung. Und auch zwischen GM und dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna sind Details offen.

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In den anderen EU-Staaten mit Opel-Standorten wurde teils deutliche Kritik am Vorgehen der Bundesregierung laut. Dort wird befürchtet, dass die vier deutschen Opel-Werke wegen der Milliardenhilfen des Staates bei der Sanierung geschont werden. Diesen Eindruck wies Berlin zurück. Grundsätzlich werde es in allen betroffenen Opel-Ländern Einschnitte geben müssen. Das Magna-Konzept sehe auch in Deutschland einen Abbau von Stellen vor, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. Magna geht von rund 3000 Stellen aus.

Die Bundesregierung zeigte sich zuversichtlich, dass eine Verständigung mit den europäischen Partnerländern mit Opel- und Vauxhall-Werken und der EU-Kommission gelingt. Deutschland bemühe sich um eine Lastenverteilung der öffentlichen Mittel "in gutem Einvernehmen", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Deutschland muss aufpassen, dass die 4,5 Milliarden Euro Kredite und Bürgschaften für Opel nicht von den Brüsseler Wettbewerbshütern als unerlaubte Beihilfen abgelehnt werden. Die EU-Kommission will die Industrieminister der betroffenen EU-Staaten zu einer Konferenz einberufen. "Das Treffen soll allen beteiligten Mitgliedstaaten Transparenz und Informationen zusichern", sagte ein Sprecher der
Kommission in Brüssel. Er mahnte, dass der Opel-Restrukturierungsplan "wirtschaftlich stimmig" sein müsse. "Es muss garantiert werden, dass das Unternehmen überlebensfähig ist."

Der belgische Vize-Premierminister Didier Reynders verlangte eine Untersuchung über möglichen Protektionismus in Deutschland. Der belgische Opel-Standort Antwerpen gilt als gefährdet. In Spanien kündigten Gewerkschaften Proteste an, falls im Opel-Werk Figueruelas nahe Saragossa Jobs gestrichen werden. Großbritanniens Wirtschaftsminister Peter Mandelson bestritt, dass Magna eher britische als deutsche Arbeitsplätze abbauen werde. Auch der polnische Ministerpräsident Donald Tusk äußerte sich zuversichtlich über die Zukunft des polnischen Opel-Standortes.

Leser-Kommentare
  1. Magna hat lediglich Absichtserklärungen unterschrieben, jedoch keinen Kaufvertrag, und kein Geld hat bisher die Hände gewechselt.

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    Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Magna ist beinah pleite und so ist auch GM, und GM braucht Opel und Magna und Magna braucht Opel und GM usw. zum hoffnungslosen Überleben...............Magna der Name allein macht mir Angst......

    Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Magna ist beinah pleite und so ist auch GM, und GM braucht Opel und Magna und Magna braucht Opel und GM usw. zum hoffnungslosen Überleben...............Magna der Name allein macht mir Angst......

  2. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Magna ist beinah pleite und so ist auch GM, und GM braucht Opel und Magna und Magna braucht Opel und GM usw. zum hoffnungslosen Überleben...............Magna der Name allein macht mir Angst......

    Antwort auf "Nichts ist verkauft !"
    • ast61
    • 12.09.2009 um 1:40 Uhr

    primitiv ausgedrückt hört sich das für mich so an, als wenn Opel zum Wahlkampfinstrument mutiert wäre.
    Nichts ist klar. Klasse, Groko, habt das deutsche Volk mal wieder toll vertreten...wie immer.

  3. Es zeichnet sich ab, dass GM die deutschen Akteure beim Opel-Magna-Deal nach allen Regeln der Kunst verladen hat. Das Schlimme daran: Noch bis zu den Wahlen wird die Mär von der Opel-Rettung aufrecht erhalten. Der Horror kommt danach! Opel wird uns noch Monate bzw. Jahre beschäftigen. Ein Happy End sehe ich leider nicht.
    Solange nicht fachkompentente Leute in Deutschland eine klar strukturierte Industriepolitik verfolgen, werden wir immer auf die gleiche Art und Weise aufs Kreuz gelegt. Der Dumme ist ... richtig, der Wähler bzw. Steuerzahler!

    • joG
    • 12.09.2009 um 10:14 Uhr

    ...dass die Medien die Regierung unter Druck setzen die angestrebten Erfolgskriterien des Deals präzise zu definieren und klarzulegen, wie man sie messen und der Wahlbevölkerung regelmäßig ausweisen wollen. Es ist auch wünschenswert analog den von den Politikern geforderten Einkommensregularien für Banker festzulegen, wer welche Einkommensnachteile haben wird, wenn die Kriterien nicht erreicht werden. Man kann schließlich nicht von Bürgern Dinge verlangen, wenn man sie nicht auch gegen sich gelten lassen will.

    • joG
    • 12.09.2009 um 10:15 Uhr

    ...dass die Medien die Regierung unter Druck setzen die angestrebten Erfolgskriterien des Deals präzise zu definieren und klarzulegen, wie man sie messen und der Wahlbevölkerung regelmäßig ausweisen wollen. Es ist auch wünschenswert analog den von den Politikern geforderten Einkommensregularien für Banker festzulegen, wer welche Einkommensnachteile haben wird, wenn die Kriterien nicht erreicht werden. Man kann schließlich nicht von Bürgern Dinge verlangen, wenn man sie nicht auch gegen sich gelten lassen will.

  4. Nehmen wir mal diesen Fall an:

    Magna und die Russen sind sich einig, Opel an die Wand zu fahren.
    Die Belegschaft und der Bund verlieren ihre Anteile und der Steuerzahler sein Geld.
    Für GM wird es dann noch teuer, denn die verkaufen ihre Anteile an Magna und an die Russen.
    Die Werke werden nach Russland verlagert und Magna wird Hauptzulieferer für die Russen.

    Fortan fahren deutsche Autos jetzt sehr billig in Russland und Umgebung.

    Wäre ich Kapitalist, dann würde ich das so machen - natürlich nicht selbst, sondern über "Strohmänner"!

    Upps, jetzt klingelt der Wecker...und der Albtraum hat ein Ende.

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