Opels Zukunft Die eigentliche Arbeit steht Opel noch bevor

General Motors verkauft Opel an den austro-kanadischen Zuliefererkonzern Magna. Das ist gut - und doch nur der Beginn eines steinigen Wegs

Das Zerren um Opel war ein Kraftakt

Das Zerren um Opel war ein Kraftakt

Nun also doch Magna. Der amerikanische Autoriese General Motors (GM) ringt sich dazu durch, die Mehrheit an seiner europäischen Tochter Opel zu verkaufen. 55 Prozent der Opel-Anteile wollen die Amerikaner an den austrokanadischen Zulieferkonzern Magna und dessen russische Alliierte abgeben. Das ist erst mal gut so. Das monatelange Ringen hat ein Ende. Das Opel-Management und die Opel-Beschäftigten können sich wieder auf das konzentrieren, was dringend nottut: gute Autos bauen und neue Märkte erobern.

„New Opel“ unter der Führung von Magna ist freilich kein Selbstgänger. Zwar hat Opel einige konkurrenzfähige Autos im Angebot. Den neuen Mittelklässler Insignia etwa. Und – noch wichtiger – das Golf-Konkurrenz-Modell Astra. Aber noch schreiben die Werke in Europa täglich rote Zahlen. Noch steht die Absicht, befreit von den Fesseln der dominanten Mutter GM neue Märkte zu erobern, nur auf dem Papier.

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Der Anfang wird schmerzhaft, auch wenn man in Rüsselsheim nun wieder loslegen kann. Opel kann seine vorhandenen Fabriken nicht annähernd auslasten. Um aus den roten Zahlen zu kommen, muss das Unternehmen umgebaut werden. Auch unter Magna heißt das: Mindestens ein Fünftel der rund 50.000 Opelaner in Europa wird gehen müssen. Dass ein Abbau unausweichlich ist, bestreiten im Kern auch nicht die Arbeitnehmervertreter um den rührigen Opel-Betriebsratschef Klaus Franz.

Dennoch wird es Streit um die "Details" geben. Die betriebswirtschaftlich sinnvollste Lösung, mindestens zwei bis drei europäische Werke zu schließen, wollen die Betriebsräte verhindern. Und ein Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen wird teuer, selbst wenn sich die Arbeitsplatzverluste über alle Werke verteilen. Konflikte zwischen den betroffenen europäischen Staaten mit Opel- und Vauxhall-Werken sind wahrscheinlich.

Allein deshalb ist Opel weiter auf staatlich verbürgte Milliardenkredite angewiesen. Zwar kann die neue Besitzerstruktur helfen, den Absatz in Russland kräftig zu erhöhen. Aber auch das kostet erst mal Geld und wird dauern. Derzeit liegt der potenzielle Wachstumsmarkt Russland darnieder.

Dennoch: Die Entscheidung für Magna kann – kurz vor der wichtigsten europäischen Branchenmesse IAA – neue Kräfte frei setzen. Opels streitbare Arbeiter und ihr alter und wahrscheinlich neuer Chef Carl-Peter Forster müssen jetzt den politischen Goodwill in Erfolge am Markt umsetzen. Sie wissen, dass der bevorstehende Neuanfang wohl ihre letzte Chance ist, die deutsche Traditionsmarke zu retten – und möglichst viele Jobs zu erhalten.

 
Leser-Kommentare
  1. Die von allen über die letzten Tage vermutete Lösung, dass GM Opel doch behält sind dahin.
    Einerseits gut für die auf Erfolg angewiesenen Regierungskoalitionen aber auch für GM, denn sie behalten immerhin weiter 35% der Beteiligung an Opel. So muss der Amerikanische Autobauer weder Zukunftskonzepte aufweisen, noch die Milliardenüberbrückung für Opel an den Staats zurückzahlen und können doch am möglichen zukünftigen Innovationserfolg ohne eigenen Beitrag teilhaben.
    GM ist fähig einen Machtpoker auf Amerikanischem Staatspump mit Opel zu spielen und ein am Ende wirtschaftlich interessantes Ergebnis so aussehen zu lassen als habe die Bemühung der Großen Koalition tatsächlich etwas gebracht.
    Clever eben.

  2. Ich kann mir nur eines vorstellen, dass GM die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat und Magna sich auf die neuen Bedingungen auch nicht einlassen wird, und GM scheint gar nicht damit zu rechnen, sie versprechen auch schon den Erhalt der deutschen Werke jenes Unternehmens, das sie angeblich jetzt doch wieder verkaufen wollen. Wers glaubt wird selig! Die Bombe kommt erst nach den Wahlen, da tut sich dann die Merkel auch wieder leichter den Amerikanern das Geld hinterherzuwerfen das Deutschland längst selbst nicht mehr hat. Aber wichtig sind nur die Amis und Israelis.

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    ja, so könnte es kommen. Muss aber nicht. Es wimmelt auch hier von "Experten", wie z.B. Dudenhöfer, der ziemlich sicher war, dass GM Opel behalten will, dann kommt eine Insolvenz und der deutsche Steuerzahler bezahlt das. Abwarten, ob das unbedingt mit der Wahl zu tun haben wird. Die Amis wollen und müssen Geld verdienen, also werden sie Opel weitgehend unterstützen. Ich habe auch nie verstanden, warum nur Opel das Opfer sein sollte, wenn es um die 30% Überkapazitäten sind. Die entstanden doch auch, weil laufend neue Anbieter auf den Markt kamen.

    ja, so könnte es kommen. Muss aber nicht. Es wimmelt auch hier von "Experten", wie z.B. Dudenhöfer, der ziemlich sicher war, dass GM Opel behalten will, dann kommt eine Insolvenz und der deutsche Steuerzahler bezahlt das. Abwarten, ob das unbedingt mit der Wahl zu tun haben wird. Die Amis wollen und müssen Geld verdienen, also werden sie Opel weitgehend unterstützen. Ich habe auch nie verstanden, warum nur Opel das Opfer sein sollte, wenn es um die 30% Überkapazitäten sind. Die entstanden doch auch, weil laufend neue Anbieter auf den Markt kamen.

  3. Was sich jetzt ereignet, ist nur eines der Resultate einer schon lange vor der Krise eingeleiteten Wendung der US-Wirtschaftspolitik vom Atlantik zum Pazifik. Die Containerhäfen der Westküste sind auch jetzt noch voll beschäftigt, die der US-Ostküste in Richtung Europa stehen leer und verlassen. GM ist heute der größte Autoproduzent in China, gibt jedoch Europa auf. Auf dem Wirtschaftsgipfel der G-2 USA-China sagte Obama neulich, dass sich der Rest der Welt künftig an dieser neuen Konstellation orientieren müsse.

  4. In 2012 ist das jetzt gefeierte Modell bereits wieder Geschichte. Mit Glück wird ein Insolvenzverwalter eine Auffanglösung auf drastisch abgespecktem Niveau gefunden haben. Das ist aber längst nicht ausgemacht. Die bis dahin vom Staat in das Unternehmen gepumpten Mittel wird niemand mehr auffangen können. We salute you...

  5. ja, so könnte es kommen. Muss aber nicht. Es wimmelt auch hier von "Experten", wie z.B. Dudenhöfer, der ziemlich sicher war, dass GM Opel behalten will, dann kommt eine Insolvenz und der deutsche Steuerzahler bezahlt das. Abwarten, ob das unbedingt mit der Wahl zu tun haben wird. Die Amis wollen und müssen Geld verdienen, also werden sie Opel weitgehend unterstützen. Ich habe auch nie verstanden, warum nur Opel das Opfer sein sollte, wenn es um die 30% Überkapazitäten sind. Die entstanden doch auch, weil laufend neue Anbieter auf den Markt kamen.

    Antwort auf "ach wie süß"

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