Umstrittene Methoden Daimler wegen Bluttests im Visier der Datenschützer
Bei Daimler müssen Bewerber vor der Einstellung zum Bluttest. Nach der Affäre um gespeicherte Krankendaten gerät das Unternehmen erneut ins Visier von Datenschützern.
Sind die Bluttests bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern beim Autobauer Daimler in Ordnung? Dieser Frage gehen die Datenschützer in Baden-Württemberg nach. Der Norddeutsche Rundfunk berichtete am Mittwoch, Jobsuchende müssten sich schon während des Bewerbungsverfahrens bei Daimler Blut abnehmen lassen – ohne die Zusage für eine Stelle schon in der Tasche zu haben.
Bei der neuen Untersuchung geht es nun um Blut- und Gesundheitstests von Jobsuchenden. "Daimler wurde umgehend von uns aufgefordert sich zu äußern", sagte ein Sprecher der zuständigen Aufsichtsbehörde für Datenschutz in Stuttgart. Die Fälle sollten einzeln geprüft werden.
Eine Daimler-Sprecherin sagte, zu Beginn des Bewerbungsverfahrens – zum Beispiel im Rahmen von Assessment-Centern – würden weder Blut- noch Gesundheitstests gemacht. Dies erfolge erst bei den Einstellungsuntersuchungen, die vor oder nach einer endgültigen Zusage für die Stelle gemacht würden. Dabei werde untersucht, ob der Bewerber für den Job geeignet sei.
Die Einstellungsuntersuchungen werden ihren Angaben zufolge beim werksärztlichen Dienst gemacht. Dieser teile der Personalabteilung anschließend mit, ob der Bewerber geeignet oder nicht geeignet sei. "Befunde und Diagnosen werden nicht weitergegeben." Diese würden
direkt mit den Jobsuchenden besprochen.
"Das sind die üblichen Einstellungsuntersuchungen", sagte die Daimler-Sprecherin weiter. Ihren Angaben zufolge würden die Tests bereits seit mehr als 30 Jahren gemacht und seien mit dem Betriebsrat abgestimmt. Blut werde den Bewerbern allerdings nur abgenommen, wenn diese vorher zustimmen. "Wenn jemand nicht einwilligt, ist das kein Grund, ihn nicht einzustellen."
Experten zufolge könnten Bewerber einen Gesundheitstest aber kaum ablehnen. "Ich kann das verweigern, aber dann werde ich im Zweifel die Stelle nicht bekommen", sagte die Arbeitsrechtlerin des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Martina Perreng. Der Arbeitgeber sitze am längeren Hebel. Allgemeine Gesundheitstests seien grundsätzlich unzulässig. Nur wenn es für die künftige Tätigkeit erforderlich sei, müsse sich ein Bewerber auf Herz und Nieren prüfen lassen.
- Datum 28.10.2009 - 19:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Es ist doch nicht ungewöhnlich oder ehrabschneidend, dass Daimler-Benz prüfen lässt, wieviel Benzin im Blut eines neuen Mitarbeiters ist ;-)
Das soll OK sein, dass der Arbeitgeber eventuell mehr über den Gesundheitszustand des Mitarbeiters weiss, als der Betroffene selbst??
Sagen sie einem dann bei der Absage auch freundlicherweise, ob man einer Risikogruppe angehört, welche Antikörper gefunden wurden, was der Gentest erbracht hat und wie lange man zu leben hat?
Das würde vielleicht die Krankenkassen entlasten!
"Zu Fragen einer möglichen Schwangerschaft müssen keine Aussagen gemacht werden", so geltende Rechtssprechung. Aha, Daimler Benz braucht wenigstens diese Frage also nicht mehr auszusprechen.
Wenn das so weiter geht, dann wird auch jede Versicherung unser Blut wollen und die Pharmaunternehmen wissen, wo sie sich billig Datenmaterial für ihre Studien besorgen können. Prost-Mahlzeit. Deutschland, Land der Schafe.
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