Banken JP Morgan macht 3,6 Milliarden Dollar Gewinn

Die zweitgrößte US-Bank überrascht im dritten Quartal mit einem Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar. Viele Banker können mit neuen Rekordgehältern rechnen.

Ein Mann auf dem Bürgersteig vor dem Hauptgebäude von JPMorgan

Ein Mann auf dem Bürgersteig vor dem Hauptgebäude von JPMorgan

Die zweitgrößte US-Bank gab heute einen überraschend hohen Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar im dritten Quartal bekannt. Im vergangenen Jahr hatte die Bank 527 Millionen Dollar verdient. JP Morgan gilt als das US-Institut, das am besten durch die tiefe Krise gekommen ist. Das florierende Geschäft im Investmentbanking überlagert bei JP Morgan Chase die steigenden Verluste mit Konsumkrediten und Kreditkarten.

Das gute Ergebnis zog die Aktienmärkte weltweit nach oben. "In diesem Umfeld ist das eine Meisterleistung", sagte der New Yorker Analyst Mike Holland. Die Aktien von JP Morgan kletterten im New Yorker Vormittagshandel um rund drei Prozent. Der Gewinn je Aktie übertraf mit 82 Cent deutlich die Expertenschätzungen, die im Schnitt bei 52 Cent gelegen hatten. Doch Experten halten die Lage im Investmentbanking für eine Ausnahmesituation. Die hohen Gewinne dort ließen sich nicht dauerhaft halten.

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JP Morgan legte als erste US-Großbank in der neuen Bilanzsaison ihre Zahlen vor. Am Donnerstag folgen Goldman Sachs und Citigroup und am Freitag die Bank of America.

Der Milliardengewinn heizte umgehend die öffentliche Diskussion über Gehälter und Boni in der Bankenbranche neu an. Rund ein Jahr nach dem
Höhepunkt der Finanzkrise planen die größten US-Finanzhäuser dem "Wall Street Journal" zufolge bereits wieder Rekordgehälter. Insgesamt 140 Milliarden Dollar (94 Milliarden Euro) wollen die 23 Top-Häuser der Wall Street demnach ihren Mitarbeitern an Vergütungen und Boni zahlen. Und das nur rund ein Jahr nach dem Höhepunkt der Finanzkrise.

Die Rekordsumme wäre ein Gehaltsplus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie läge auch deutlich über dem bisherigen Spitzenjahr 2007 mit insgesamt 130 Milliarden Dollar an Vergütungen und Prämien. Im Schnitt bekäme jeder Banker für 2009 der Zeitung zufolge 143 400 Dollar.

Sorgen machen JP-Morgan-Vorstandschef Jamie Dimon immer noch das Kreditgeschäft mit Privatkunden: "Obgleich wir einige zarte Anzeichen sehen, dass sich die Konsumkredite stabilisieren, sind wir noch nicht sicher, dass der Trend von Dauer ist", sagte er. Im Investmentbanking profitierte JPMorgan dagegen von einer Flut an Eigenkapital- und Fremdkapital-Emissionen, da sich viele Unternehmen nach der Krise frisches Kapital besorgen. Die Sparte steigerte den Gewinn auf 1,9 Milliarden von 882 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte betont, den überlebenden Banken kämen der abgeschwächte Wettbewerb und die höheren Magen derzeit zugute. Das sei aber wohl kaum von Dauer. Zugute kamen JP Morgan auch Zuschreibungen von 400 Millionen Dollar auf Kredite für schuldenfinanzierte Übernahmen und Hypothekenpapiere, die die Bank im vergangenen Jahr um 3,6 Milliarden Dollar abgewertet hatte.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    diese ergebnisse werden eben erreicht, weil ja viele Konkurrenten vom markt verschwunden sind, dann kommen noch die staatlichen hilfen dazu, die schlechten papiere werden ausgelagert und aus der bilanz verbannt, so sind diese mrd gewinne nicht so grandios

    das selbe ist nach kriegen erkennbar, diejenigen, die den krieg überleben haben gute ausgangschancen

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