Internationaler Wettbewerb Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz im Fernverkehr
Die französische Staatsbahn hat Interesse an deutschen Fernstrecken. Von Frankfurt nach Berlin und Hamburg sollen künftig nicht mehr nur Züge der Deutschen Bahn fahren.
© Ralph Orlowski/Getty Images

Die Deutsche Bahn hat bisher kaum Konkurrenz im deutschen Fernverkehr-das soll sich ändern
Während der Deutschen Bahn der Zutritt auf den französischen Markt noch verwehrt bleibt, will die französische Staatsbahn SNCF in den deutschen Fernverkehr einsteigen. Nach Informationen der Welt haben zwei Bahnunternehmen Anträge auf den Betrieb von deutschen Fernverbindungen gestellt. Die SNCF und das neu gegründete Berliner Unternehmen Locomore Rail wollen in Wettbewerb mit der bisher fast konkurrenzlosen Deutschen Bahn treten.
Wie das Blatt schreibt, wollen die Franzosen die Fernstrecken ab Frankfurt in Richtung Berlin und Hamburg bedienen. Locomore Rail habe bereits den Zuschlag bekommen, ab 2010 mehrmals täglich auf die Strecke von Köln nach Hamburg zu bedienen.
Die Züge der SNCF fahren bereits in Kooperation mit der Deutschen seit 2007 von Paris nach Frankfurt und Stuttgart. Die neuen Verbindungen sollen über die SNCF-Tochter Keolis bedient werden.
Ob Frankreichs Staatsbahn tatsächlich angreift, steht erst fest, wenn die Trassen verbindlich belegt sind. Dafür ist allerdings ein mehrstufiges Verfahren nötig. Die Fahrtrassen werden von der Netztochter der Bahn vergeben.
Die SNCF bestätigte bisher nur, dass sie einen Antrag zur Streckennutzung in Deutschland für die Jahre 2011 bis 2015 gestellt hat, um die bestehende Zusammenarbeit zu sichern. Ob eine Ausweitung auf Strecken nach Berlin und Köln vorgesehen ist, wurde nicht bekannt.
Die Franzosen könnten frühestens 2011 auf den gewünschten Routen unterwegs sein, da der Fahrplan für 2010 schon fertig sei, schreibt das Blatt unter Berufung auf Bahnkreise.
Bislang hält die Deutsche Bahn auf dem Heimatmarkt im Fernverkehr praktisch ein Monopol. Lediglich die Deutschland-Tochter des französischen Mischkonzerns Veolia bedient mit dem Connex die Strecke von Leipzig über Berlin nach Rostock-Warnemünde.
Ab 2010 soll jede Bahn eines EU-Mitglieds ohne Einschränkungen in allen Ländern der EU grenzübergreifende Zugverbindungen anbieten können. Das deutsche Streckennetz ist bereits weitgehend offen. Derzeit fahren rund 320 Privatbahnen, vor allem im Gütergeschäft auf deutschen Trassen.
- Datum 29.10.2009 - 19:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 3
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





es ist gut das die Seutsche Bahn Konkurenz bekommt und die Fahrpreise sinken.
Soyez les bienvenus!!
Das Preis/Leistungs-Verhältnis ist unter Hartmut Mehdorn so schlecht geworden, dass es sich für andere Unternehmen lohnt, in den deutschen Markt einzusteigen. Soviel zum Effekt der vielen "Verbesserungen" im Zuge des geplanten Börsenganges, durch die sich der Quasi-Monopolist angreifbar gemacht hat.
Für die Menschen in D ist diese Auswirkung der Internationalisierung nur gut. Denn wenn die Bahn endlich ernste Mitbewerber hat, profitieren die Kunden durch angemessene Leistungen und Preise. Ich jedenfalls hoffe, dass es den Politikern nicht gelingt, ihre schützende Hand über die Bahn zu halten, es wäre zum Schaden der Bürger.
Alles Gute
Kai Hamann
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren